Rorschach SG

18. September 2018 16:13; Akt: 18.09.2018 16:13 Print

«Die Frauen im Auto waren in Panik»

In Rorschach SG blieb ein Auto zwischen den Bahnschranken stecken. Zum Glück für die zwei Frauen im Auto waren vier Helfer zur Stelle.

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«Zwei Frauen rollten in ihrem Auto langsam auf den Bahnübergang beim Bahnhof Rorschach Hafen zu. Obwohl das Warnlicht rot blinkte und sich die Schranken gerade schlossen, fuhr die Lenkerin weiter», berichtet ein Leser-Reporter. «Vermutlich waren die Insassinnen am Handy beschäftigt», spekuliert der 22-Jährige. Es kam zum Unvermeidlichen – das Auto blieb am Dienstag vor einer Woche zwischen den Gleisen stehen, die Frauen gerieten in Panik.

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Haben Sie auch schon ein Mal die Situation erlebt, dass ein Auto zwischen den Bahnschranken eingeklemmt war?

Doch rasche Hilfe war zum Glück zur Stelle. «Vier Männer standen per Zufall auf der anderen Seite der Geleise. Sie reagierten sofort und hoben zusammen die Schranke hoch, so dass die Frauen mit ihrem Auto aus der Gefahrenzone herausfahren konnten.»

Bereits mehrere Fälle dieses Jahr

In Rorschach kommt es regelmässig zu Situationen, in denen Autos oder Lastwagen zwischen den Bahnschranken stecken bleiben. So fuhr etwa Anfang Juni an der selben Stelle ein LKW trotz Wechselblinksignal über die Gleise und blieb dann vor verschlossener Barriere stehen.

Anfang März blieb ebenfalls ein LKW beim Bahnübergang vor dem Bahnhof Rorschach Stadt zwischen den Barrieren hängen.

Und Anfang Januar war an der gleichen Stelle eine Frau mit ihrem Merceces-Coupé zwischen den Barrieren steckengeblieben.

In letzter Sekunde Gleise queren

Dass es in Rorschach dieses Jahr bereits zu mindestens vier Fällen von Fahrzeugen zwischen Bahnschranken gekommen ist, hält Stadtschreiber Marcel Aeple für Zufall: «Das kommt halt immer wieder mal vor. Die Leute geben in der Hektik manchmal eher Gas als dass sie stoppen, wenn die rote Warnlichtblinkanlage aufleuchtet», sagt Aeple. «Jeder will noch die Gleise queren, bevor die Schranke herunter kommt.»

In Rorschach habe es zudem viele Bahnübergänge. «Allein schon vor jedem der drei Bahnhöfe der Stadt queren Strassen die Gleise und es hat entsprechend Barrieren.»

Stellwerk stellt Signal auf Rot

Vom konkreten Fall vom Dienstag hat die SBB keine Kenntnis. Wichtig sei, die jeweilige Signalisation strikt zu befolgen und Gleisanlagen nicht mehr zu überqueren, sobald die Lichtanlage einer Barriere zu blinken beginnt. «Sollte jemand trotzdem zwischen den Schranken stehen bleiben, sollte er unbedingt sofort das Fahrzeug und die Gleise verlassen und über Notruf 117 die Polizei in Kenntnis setzen», sagt Franziska Frey, Sprecherin der SBB.

«Wenn eine Schranke nicht ordnungsgemäss schliesst, wird dies im Stellwerk bemerkt und die betroffenen Signale automatisch auf Rot geschaltet.» Bleibt ein Auto zwischen den Schranken stehen, so schliesst die Schranke jedoch ordnungsgemäss und es wäre möglich, dass das Signal für den heranfahrend Zug offen ist. «Deshalb ist es wichtig, sofort das Fahrzeug zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen.»

(jeb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jost am 18.09.2018 17:02 Report Diesen Beitrag melden

    Führerscheinentzug

    wäre das einzig Richtige. Aus "kurz aufs Handy geschaut" sind die schlimmsten Unfälle und Todesfälle gebaut.

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  • Lo vo Ho am 18.09.2018 16:38 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Erstens passiert das nicht einfach so, ausser man passt nicht auf. Zweitens, wenn es irgendwelchen Helden doch passiert, Gas geben, das kostet weniger als wenn Zug und Auto kaputt sind. Den Rat, das Auto zu verlassen, kann ich gar nicht nachvollziehen.

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  • Zuger am 18.09.2018 17:02 Report Diesen Beitrag melden

    Halb-Tax?

    Vielleicht sollten sie Zug fahren :)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Osterhas78 am 18.09.2018 20:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schranken schliessen zu lange

    Manchmal verwundert es mich nicht, dass die Autofahrer/innen noch schnell rüber fahren wollen, wenn die Schranken schliessen: an gewissen Bahnübergängen wartet man dann nämlich locker ab 10 Minuten aufwärts, bis sie wieder kurz aufgehen, um erneut so lange zu schliessen... Und die Gemeinden in Zusammenarbeit mit der SBB haben das Gefühl, es wäre zumutbar, dass Schranken 40 Minuten von 60 geschlossen sind... Es kostet halt alles Geld...

  • Neumann am 18.09.2018 19:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Massnahmen

    In Zeiten wo alle am Handy hängen, müssen halt die Bahnen auch besser aufpassen. Z B Sensoren montieren, die ein Objekt auf dem Übergang an die Leitstelle melden oder noch besser direkt eine Warnung an den Lokführer senden. Oder Sensoren mit/ohne Kamera an den sich schliessenden Barrieren, die das Feld links von ihnen auf Obstakel abdecken. Da gäbe es technich viele Lösungen. Und es gibt ja auch nicht hunderte solcher heiklen Übergänge in der CH. Oder sind Menschenleben das nicht wert. Die Betroffenen kommen ja meist schnell in Panik und reagieren dann auch schnell falsch.

    • Kusi_CH am 18.09.2018 20:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Neumann

      Ich denke sie haben nicht sehr viel Kenntnisse in der Bahnsteuerung, ansonsten würden sie nicht solche Aussagen machen von direkten Warnmeldungen an den Lokführer.

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  • James am 18.09.2018 19:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Durch

    Wenn das passiert, muss die Barriere durchbrochen werden.

    • Kusi_CH am 18.09.2018 20:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @James

      nicht zwingend. Knapp an der ersten Schranke vorbei und schon ist man drin!

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  • Real Eidgenosse am 18.09.2018 19:15 Report Diesen Beitrag melden

    Egal ob Handy oder Nicht

    Sowas darf nicht Passieren. Frage mich immer wieder warum in der CH viel Passiert. Heute 2 Leute gehabt die mit 40 auf die Autobahn wollten. Frage mich warum man das Beschleunigungsstreifen nennt? Man sollte da Parkuhren aufstellen. Für sowas mindestens 3 Monate Fahrausweis weg. Und dann noch in so einer Situation in Panik geraten. Da stellt sich mir die Frage ob sie überhaupt Physisch in der Lage ist ein Auto zu fahren?

  • Beat am 18.09.2018 19:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bedenklich

    Es scheint, dass es nicht geht ohne Rotlichtblitzer. Dann hört das automatisch auf mit Autos zwischen Bahngleise. Es gibt wohl im Verkehr nicht viele Situationen die schlimmer sind und andere gefährden können.