Autobahn bei Wil

16. Juli 2018 16:37; Akt: 16.07.2018 20:15 Print

A1 wieder überschwemmt – Lösung erst in Jahren

Schon wieder wurde nach heftigen Gewittern die Autobahn A1 so stark überschwemmt, dass sie nicht mehr befahrbar war. Eine Lösung ist in Sicht, jedoch erst in ein einigen Jahren.

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Am Sonntagabend kam es in der Ostschweiz zu heftigen Gewittern: Die Autobahn A1 bei Wil SG wurde überflutet und es kam zu Erdrutschen. Die Folgen: Es kam zu Staus, Fahrspuren in beide Richtungen waren kurzzeitig komplett gesperrt, die Fahrspur Richtung Zürich blieb mehrere Stunden unbefahrbar.

Dies geschah nicht zum ersten Mal: Vor drei Jahren wütete ein heftiges Gewitter in der Region, worauf die Autobahn an derselben Stelle überflutet wurde. Mehr noch: Die Fahrspur Richtung Zürich war von 250 Kubikmetern Geröll bedeckt. Teilweise lag dieses bis 60 Zentimeter hoch, die Autobahn konnte erst am Morgen nach dem Unwetter wieder dem Verkehr übergeben werden.


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Der gleiche Abschnitt wurde also wieder überflutet. Da stellt sich die Frage, ob aus dem Unwetter vor drei Jahren keine Lehren gezogen wurden. Die Behörden weisen das von sich. Erst kürzlich wurde das Hochwasserschutzkonzept Region Wil vorgestellt. Doch dessen Umsetzung dauert noch ein paar Jahre, wie Klemens Müller, Projektleiter Hochwasserschutz Region Wil vom Amt für Umwelt Thurgau, zu 20 Minuten sagt. Grund dafür sind die demokratischen Prozesse in der Schweiz. «Zahlreiche Personen und Gruppierungen können beim Projekt Einsprache einlegen.» Deshalb werde bereits bei der Vorbereitung darauf geachtet, dass der Projektvorschlag bei möglichst wenig Leuten anecke.

Frühester Baustart 2021

Eine weitere Herausforderung sei die dichte Bebauung in der Region, die es kaum möglich mache, Bäche umzulegen, zu verbreitern oder gar freizulegen. Das aktuelle Projekt ist auf 27,3 Millionen Franken budgetiert. Derzeit wird nach einem Wasserbauingenieur gesucht, der ein Auflageprojekt ausarbeitet, dass in die Vernehmlassung gehen kann. «Ein erster Entwurf könnte 2019 fertig sein, 2020 wäre es möglich, dass das Auflageprojekt steht», sagt Müller. Es müsse mit Einsprachen gerechnet werden, die man dann aus der Welt schaffen müsste. Frühestens 2021 könnte man mit der Umsetzung der baulichen Massnahmen beginnen, meint Müller.

Dass zwischenzeitlich die Autobahn wieder überflutet wird, könne man nicht ausschliessen. Das Problem ist ein sogenannter Düker, eine Druckleitung, die unter der Autobahn hindurchgeht. Dieser Düker war am Sonntag überlastet, weshalb das Wasser auf die Autobahn gelangte. Gibt es wieder heftige Regenfälle, kann die Autobahn wieder überschwemmt werden. Im neuen Projekt ist ein zweiter Düker vorgesehen, der Überschwemmungen der A1 künftig verhindern soll.

(jeb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Genervt am 16.07.2018 17:34 Report Diesen Beitrag melden

    Das sagt ja schon alles!

    ... wegen der demokratischen Prozesse.... Da kann alles den Bach ab gehen, Hauptsache, es kann jeder seinen Senf dazu geben und wegen jedem Chäferli Einsprache erheben.

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  • Schorsch am 16.07.2018 18:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lieber Chef

    Um zu wissen wie ich morgen zur Arbeit komme muss ich erst einen Plan aus arbeiten. Dies kann zwei bis drei Monate dauern. Wenn ich dann weiß wie ich Morgen zur Arbeit komme, muss ich entsprechende Billete oder Fahrzeuge organisieren das kann nochmals weitere zwei bis drei Monate dauern.

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  • Leser am 16.07.2018 17:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überschwemmung

    Typisch Fachhochschule St Gallen einfach keine Lösung für das Problem präsentieren

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Stefan am 17.07.2018 08:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trockenheit führt zur Überschwemmungen

    Es ist jetzt Lage Trocken gewesen und wenns dann Regen Beginnt, kommt es zuerst in Strömen. Aus diesem Grund versinkest das Wasser nicht so schnell in den Boden und muss irgendwo weg fliessen. Ein klarer Fall das dies zur Überschwemmungen führen kann. Dementsprechend auch Naturschaden anrichtet. inStrömen.Irgendwo muss d

  • Zahler am 16.07.2018 22:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kosten

    bei unseren sooo billig und schnell gebauten Autobahnen kann das halt schon passieren.

  • Juan Pedro am 16.07.2018 22:52 Report Diesen Beitrag melden

    Leitungen spülen...?!?!

    Bin da aufgewachsen und habe dort in der Nähe 20 Jahre gewohnt. Bis vor 3 Jahren war da nie ein Problem. Würde es reichen die Leitungen zu spülen..?!?!?!

  • Marcel am 16.07.2018 22:51 Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich nötig?

    Wenn ein Ereignis gefühlt alle 3 Jahre passiert - muss das wirklich angegangen werden? Kann man da nicht damit leben und alle 3 Jahre ( auch jedes Jahr 1-2 mal!) sagen : Jetzt regnet es tatsächlich so heftig dass es wieder passiert - wir räumen danach wieder auf. Kommt garantiert günstiger wie eine aufwändige Bauerei für alle Eventualitäten. Wo kämen wir da hin?

    • Böbö am 17.07.2018 02:11 Report Diesen Beitrag melden

      genau genommen

      ein Ereigniss das in 48 Jahren zwei mal vorgekommen ist.

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  • Beat am 16.07.2018 22:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    minimum

    Das geht minimum noch 10 Jahre. Der EntlastungsStollen in Obwalden wurde erst jetzt nach 13 Jahren in angriff genommen. Unwetter 2005 Heute 2018 macht 13 Jahre. Demokratie hat vor und Nachteile.