Tötungsdelikt in Frauenfeld

18. Oktober 2018 11:28; Akt: 18.10.2018 17:51 Print

E. A. (19) hat seine Grossmutter enthauptet

Der Täter von Frauenfeld ging viel brutaler vor als bisher bekannt. Beim Eintreffen der Polizei war der Kopf des Opfers vom Körper abgetrennt.

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Laut mehreren Quellen waren der angehende Elektroinstallateur E. A.* und seine Grossmutter allein in der Wohnung, als der Enkel unvermittelt zuschlug: «Sie war ins Gebet vertieft, als er sie angriff.» Dabei habe E. A. der Frau den Kopf abgeschnitten, so die Quellen.

Kapo-Sprecher Matthias Graf sagt auf Anfrage von 20 Minuten: «Beim Eintreffen der Polizei war der Kopf vom Körper abgetrennt. Die genaue Verletzung, die zum Tod geführt hat, ist aber noch Gegenstand der Untersuchung des Institutes für Rechtsmedizin.» Dasselbe gelte für die Tatwaffe sowie die Identität des Opfers. Der Kopf sei sichergestellt worden.

E. A. suchte Polizeiposten auf

Die Straftat geschah am Dienstagabend in einem Mehrfamilienhaus in Frauenfeld. Der mutmassliche Täter E. A*. wurde einige Stunden später von der Kantonspolizei Zürich am Flughafen in Kloten verhaftet. Bizarr: Unmittelbar nach der Tat suchte E. A.* einen Polizeiposten auf und gab dort sein Handy ab. Dies bestätigt die Kantonspolizei Thurgau auf Anfrage von 20 Minuten.

Da zu diesem Zeitpunkt aber noch kein Notruf eingetroffen war, hatten die Beamten auch keine Chance, den Mann festzunehmen. Ob er damit einer Ortung zuvorkommen wollte oder ob sich auf dem Handy gar Filmaufnahmen von der Tat befinden, ist derzeit unklar. Das Handy wird forensisch ausgewertet.

Polizei musste schon einmal zu Familie ausrücken

Laut mehreren Aussagen hatte der junge Mann seit längerem psychische Probleme. Es heisst, dass sich diese vor rund einem Monat bemerkbar gemacht hätten. «Er wurde in Frauenfeld in eine Klinik eingeliefert, dann aber wieder entlassen».

A. habe Drogenprobleme gehabt. Zudem sei die Polizei nicht zum ersten Mal bei der Familie aufgetaucht: «Vor circa vier Wochen waren die Polizei und eine Ambulanz hier. Jemand von der Familie wurde ins Spital gebracht», sagt ein junger Mann.

Dabei habe es sich um einen «medizinischen Einsatz» gehandelt, wie Matthias Graf, Sprecher der Kantonspolizei Thurgau, auf Anfrage sagt. Der Einsatz sei nicht wegen Drogenkonsums erfolgt.

Familie zog aus Italien in die Schweiz

Auch an seinem Arbeitsplatz hat A. für Aufregung gesorgt. Der angehende Elektro-Installateur nahm Ende letzter Woche eine Waffe mit in seinen Lehrbetrieb in Aadorf. Deshalb war die Kantonspolizei Thurgau aufgeboten worden. «Es handelte sich um eine Schreckschusspistole», sagt Graf. Diese sei sichergestellt worden. «Es kam zu keiner Bedrohung, deshalb gab es auch keinen Haftgrund», so Graf. A. ist ein Waffennarr: Auch auf Facebook postete der junge Mann Bilder eines Gewehrs.

Wie Anwohner weiter berichten, zog die Familie, die ursprünglich aus Mazedonien stamme, vor wenigen Jahren aus Italien in die Schweiz. Hier habe sie sich zuerst in Aadorf TG niedergelassen, seit einem Jahr nun lebe sie in Frauenfeld.

* Name der Redaktion bekannt.

(20 Minuten)