Mit geleasten Autos

26. November 2019 15:13; Akt: 26.11.2019 15:41 Print

Schweizer Raser bremsen in Deutschland Polizei aus

Zwei Schweizer mit geleasten Autos lieferten sich in Deutschland ein Rennen und bremsten dabei die Polizei aus. Nun mussten sie sich vor Gericht verantworten.

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In einer Samstagnacht Ende März diesen Jahres lieferten sich zwei Schweizer im benachbarten Singen (D) ein Autorennen mit geleasten Luxusautos, wie der «Südkurier» berichtet. Nachdem die Männer im Alter von damals 21 und 23 Jahren bei einem Fast-Food-Lokal gegessen hatten, rasten sie mit einem BMW M3 und einem BMW M4 von Singen aus über die Autobahn.

Kürzlich mussten sie sich dafür vor dem Amtsgericht Singen wegen «Teilnahme an einem verbotenen Kraftfahrzeugsrennen» verantworten. Erwischt wurden sie, weil sie zwei Mal die hinter ihnen fahrenden Polizisten ausbremsten. Gemäss Polizeiangaben hätten sie einmal auf etwa 60 und einmal auf etwa 90 Stundenkilometer abgebremst, um danach nebeneinander voll aufs Gaspedal drücken zu können. «Wir sind nicht hinterhergekommen», äusserte sich ein Polizist vor Gericht. Dies, obwohl der Streifenwagen bereits mit einem Tempo zwischen 225 und 230 Stundenkilometern gefahren sei. Laut der Staatsanwaltschaft ist ein Beschleunigungsrennen auch dann strafbar, wenn es auf der Strecke kein Tempolimit gibt.

Einen der beiden Männer konnte die Polizei vor Ort anhalten. Sie beschlagnahmten Fahrausweis sowie Fahrzeug. Der andere Fahrer konnte an der Grenze gefasst werden.

Verhandlung wäre nicht zwingend gewesen

Zur Verhandlung hätte es gar nicht kommen müssen. Die Beschuldigten stimmten dem Strafbefehl über 80 Tagessätze à 50 Euro und einem Fahrverbot von sechs Monaten aber nicht zu, denn das Urteil hätte auch in der Schweiz Konsequenzen für sie haben könne. Der jüngere der beiden Beschuldigten ist Kurierfahrer, für ihn hätte das wohl den Jobverlust bedeutet.

Die beiden Anwälte der Beschuldigten stützten sich vor Gericht darauf, dass bei dem Vorfall niemand verletzt oder gefährdet worden sei. Morgens um ein Uhr habe fast kein Autofahrer die Autobahn benutzt. Dass es ein geplantes Rennen gewesen sei, könne zudem nicht nachgewiesen werden, da es nie zu einer Absprache kam. Der Staatsanwalt und die Richterin sahen das zweimalige gemeinsame Abbremsen und Gasgeben als Absprache an, wie es im «Südkurier» heisst.

Durch Verhandlung höhere Strafe erhalten

Das Urteil des Amtsgericht Singen fiel nun härter aus, als noch in den Strafbefehlen. Die Richterin erhöhte den Tagessatz von 50 auf 100 Euro. Die Geldstrafe wurde also von 4000 auf 8000 Euro verdoppelt. Zu der Geldstrafe hinzu kommt ein Fahrverbot in Deutschland für vier Monate.

Zudem drohen ihnen Konsequenzen in der Schweiz. Wie Hanspeter Sigg, Leiter des Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamtes St. Gallen, erklärt, wird jemandem der Fahrausweis in der Schweiz entzogen, wenn im Ausland ein Fahrverbot verfügt wurde und die Widerhandlung als mittelschwer oder schwer eingestuft wird (siehe Box). Die Strafe wird dabei individuell ermittelt.

Das Urteil des Amtsgericht ist noch nicht rechtskräftig.

(del)