Au SG

16. Oktober 2018 19:37; Akt: 16.10.2018 19:37 Print

BMW-Lenker rast mit 212 km/h und Teenies auf A13

Ein heute 45-jähriger Österreicher war im Juli 2017 mit 212 km/h auf der A13 unterwegs. Auf der Rückbank sassen zwei Jugendliche. Nun muss er sich vor Gericht verantworten.

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Die Kantonspolizei St. Gallen führte am Samstag, dem 15. Juli 2017, zwischen 16.30 Uhr und 20.30 Uhr an verschiedenen Orten im Kanton Geschwindigkeitsmessungen durch. Dabei wurden sechs Personen mit teils sehr hohen Geschwindigkeiten gemessen. Darunter war auch der heute 45-jährige Österreicher. Der Mann fällt unter die Kategorie Raser (siehe Box) und muss sich nun am Mittwoch vor dem Kreisgericht Rheintal verantworten.

Abgekürztes Verfahren

Wie es in der Anklageschrift heisst, war er an besagtem Tag gegen 20.02 Uhr mit seinem BMW i8 mit Elektromotor auf der Autobahn A13 bei Au SG unterwegs. Er fuhr von St. Gallen in Fahrtrichtung Chur, die Fahrbahn war trocken, das Verkehrsaufkommen auf diesem Streckenabschnitt mässig. Bei erlaubten 120 km/h mass ihn die Polizei mit 212 km/h. Nach Abzug der gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsmarge von 5 km/h hat der Beschuldigte die allgemeine Höchstgeschwindigkeit in der Schweiz auf Autobahnen somit um rechtlich relevante 87 km/h überschritten. Was die Sache noch schlimmer machte: Mit im Auto waren zwei damals 13 beziehungsweise 15 Jahre alte Teenager.

Dem Mann wurde noch am Tag der Raserfahrt der Fahrausweis für die Schweiz aberkannt, zudem wurde ein Depositum von 8500 Franken eingezogen und das Auto sichergestellt.

Für die Staatsanwaltschaft hat der Beschuldigte vorsätzlich elementare Verkehrsregeln verletzt und ist dadurch das hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern eingegangen. Der Lenker ist geständig. Gegen den 45-Jährigen wird im abkürzten Verfahren verhandelt, das heisst, die Staatsanwaltschaft und der Verteidiger haben sich über das Strafmass geeinigt. Der Urteilsvorschlag sieht wegen qualifizierter grober Verletzung der Verkehrsregeln eine bedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten vor.

Sein Auto hat der Lenker bereits zurückerhalten.

Kein Rekord

Ein Rekord war die Fahrt des Österreichers indes nicht. Am 7. Januar 2013 wurde ein 25-jähriger Autofahrer auf der A1 in Richtung Wil mit 222 km/h gemessen. Der Sportwagen war einer Polizeipatrouille bereits im Bereich der Ausfahrt Winkeln aufgefallen. Bei der folgenden Nachfahrmessung wurde eine Spitzengeschwindigkeit von 222 km/h festgestellt. Nachdem das Fahrzeug die Autobahn in Wil verlassen hatte, wurde es zur Kontrolle angehalten.

(taw)