Kindsraub

16. November 2010 07:36; Akt: 16.11.2010 08:24 Print

Baby-Kidnapper gestoppt

Um das Sorgerecht zu erpressen, nahm ein abgewiesener Asylbewerber in der Kinderabteilung des Kantonsspitals Münsterlingen sein Baby als Geisel.

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Ein 19-jähriger Nigerianer brachte am Montagnachmittag um 15.30 Uhr in der Kinderabteilung des Kantonsspitals Münsterlingen seinen zweimonatigen Säugling in seine Gewalt, um Gespräche wegen einer im Raum stehenden Fremdplatzierung des Kindes zu erzwingen.

Der Asylbewerber lebte mit der Mutter des Kindes in einer Thurgauer Gemeinde. Das Kind wurde wegen ungünstigen Familienverhältnissen seit Geburt im Spital Münsterlingen betreut. Die zuständige Vormundschaftsbehörde wollte der Mutter am Montag eine Behandlung in einer Mutter-Kind-Therapieeinrichtung vorschlagen.

Im Büro überrumpelt

Während die Mutter das Spital für das Gespräch verlassen hatte, blieb der ebenfalls anwesende Nigerianer beim Kind. Nach Aufforderung der Ärzte, ihnen das Kind zu übergeben, drohte er, das Kind oder sich selbst mit einer Schere zu verletzen.

Die Kantonspolizei Thurgau, die wegen dem bereits im Vorfeld als schwierig eingeschätzten Gespräch vorsorglich beigezogen worden war, überwältigte ihn um 18.30 Uhr gezielt, als für das Kind kein Risiko bestand. Verhaftet wurde er in dem Büro, wo ein Gespräch mit ihm geplant war. Sowohl er als auch das Kind blieben dabei unverletzt.

Das Bezirksamt Kreuzlingen hat eine Strafuntersuchung eröffnet und stellt Antrag auf Untersuchungshaft.

(oku)