St. Gallen

16. Januar 2020 18:31; Akt: 16.01.2020 18:31 Print

Rehkitze sterben erst nach qualvollem Todeskampf

Der Dachverband RevierJagd St. Gallen will die Rehkitzrettung mit Drohnen fördern. Erste Pilotprojekte verliefen sehr erfolgreich. Für die nötigen finanziellen Mittel wurde ein Crowdfunding lanciert.

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«Jedes Jahr sterben im Kanton St. Gallen weit über hundert Rehkitze einen qualvollen Tod, da sie in den Messern der Mähmaschine hängen bleiben», so Peter Weigelt, der Präsident des Verbandes RevierJagd St. Gallen. Dies liege daran, dass die Jungtiere anfangs keine Fluchtinstinkte besitzen und aufrgund dessen ihre Mütter die Jungen im hohen Gras vor Füchsen und weiteren Raubtieren versteckt werden. So seien sie den grossen und schnellen Mähmaschinen ausgeliefert. Die Rehkitze verenden meist erst nach einem qualvollen Todeskampf mit abgetrennten Läufen und schweren Schnittverletzungen. Die Jägerschaft bemühe sich seit jeher in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft möglichst viele Rehkitze zu retten. Trotz der grossen Bemühungen könne man jeweils nicht alle Jungtiere finden, schreibt die RevierJagd St. Gallen in einer Medienmitteilung. Mit neuen Technologien wie den Drohnen mit Wärmebildkameras, biete sich nun eine neue Möglichkeit die Suchaktionen nach den Jungtieren erheblich zu verbessern. Vor dem Mähen werden die jeweiligen Wiesen abgeflogen und erst bei «Kitz freiem Areal» wird losgefahren. Mit dem Ziel in der Setzsaison 2020 möglichst viele Drohnen in der Rehkitzrettung in Einsatz zu bringen, werden im Frühling Drohnenpiloten und die Jagdgesellschaft für die optimale Nutzung der Technologien ausgebildet. Über eine Crowdfunding-Aktion sammelt der Verband eine Starthilfe für das Beschaffen von zehn Drohnen mit Wärmebildkameras. Eine komplette Drohnenausrüstung kostet rund 6000 Franken. Der Kanton St. Gallen verfüge über 140 Jagdreviere, wovon 120 davon relevant für die Rettungsaktion seien. In der Setzzeit möchte man pro Drohne zwei Teams einsetzten und so in rund der 30 Jagdrevieren die Kitzrettung aus der Luft fördern.

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«Jedes Jahr sterben im Kanton St. Gallen weit über hundert Rehkitze einen qualvollen Tod, da sie in den Messern der Mähmaschine hängen bleiben», so Peter Weigelt, Präsident des Verbandes RevierJagd St. Gallen. Dies liege daran, dass die Jungtiere anfangs keine Fluchtinstinkte besitzen und deshalb die Mütter ihre Jungen im hohen Gras vor Füchsen und weiteren Raubtieren verstecken würden. So seien sie den grossen und schnellen Mähmaschinen ausgeliefert.

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Die Rehkitze verenden meist erst nach einem qualvollen Todeskampf mit abgetrennten Läufen und schweren Schnittverletzungen. Die Jägerschaft bemühe sich seit jeher in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft möglichst viele Rehkitze zu retten. Trotz der grossen Bemühungen könne man jeweils nicht alle Jungtiere finden, schreibt die RevierJagd St. Gallen in einer Medienmitteilung.

Peter Weigelt erklärt den Drohneneinsatz für die Rettungsaktion der Rehkitze. (Video: RevierJagd St. Gallen)

Mit Drohnen sollen Rehkitze gerettet werden

Dank neuster Technologie mit Drohnen und Wärmebildkameras, biete sich nun eine neue Möglichkeit die Suchaktionen nach den Jungtieren erheblich zu verbessern. Vor dem Mähen werde die jeweiligen Wiesen abgeflogen und erst bei «kitz-freiem Areal» würde man losfahren. Durch Pilotprojekte in den letzten drei Jahren wurde der Erfolg der Methode bestätigt und nun wolle man den Drohneneinsatz in der Kitzrettung flächendecken ausrollen.

Finanzielle Mittel werden benötigt

Über eine Crowdfunding-Aktion sammelt der Verband eine Starthilfe für das Beschaffen von zehn Drohnen mit Wärmebildkameras. Eine komplette Drohnenausrüstung kostet rund 6000 Franken.

Mit dem Ziel, in der Saison 2020 möglichst viele Drohnen in der Rehkitzrettung in Einsatz zu bringen, sollen im Frühling Drohnenpiloten und Jäger für die optimale Nutzung der Technologien ausgebildet werden. Der ehrenamtliche Einsatz der Jäger und Jägerinnen belaufe sich auf über hundert Einsatzstunden.

(gab)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Capt. Phil am 16.01.2020 18:47 Report Diesen Beitrag melden

    Geprüfter Drohnenpilot

    Ich mache das das schon seit 6 Jahren! Unentgeltlich! Für befreundete Bauern aber auch für solche die mich kontaktieren. Seit meinen Einsätzen hatten wir nie wieder Kitzschnitt! Da ich im Besitz einer Pilotenlizenz bin, darf ich auch höher fliegen als andere, darf den Flugfunk benützen und kann jederzeit bei Skyguide einen Flugplan einreichen. Dieser wird in der Regel bewilligt! Ich darf auch in NO FLY Zonen fliegen! Wenn es Skyguide bewilligt! UND: Meine Drohne hat einen Transponder! Somit sieht mich die Flugsicherung! SO GEHT DROHNEN FLIEGEN!

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  • oliver am 16.01.2020 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    will nicht jeder

    und trotzdem gibt es zurückgeblibene Bauern die dieses Angebot nicht nutzen wollen...

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  • Sila am 16.01.2020 18:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tipp!

    Ein tolles Projekt! Aber das Spenden ist zu kompliziert, fügt eine unkomplizierte Twint - Option hinzu und ihr habt das Geld schnell zusammen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Corinne am 17.01.2020 15:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trotzdem geschossen

    Und nachher werden sie trotzdem geschossen wegen Überbestand.

    • T.S. am 17.01.2020 15:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Corinne

      Frage ist es besser wenn dem Kitz alle Läufe (Beine) durch die Scheibenmäher abgetrennt werden oder wenn einfach eine klaffende Wunde am Bauch entsteht wo die Därme herauskommen das Kitz vor Schmerzen schreit und die Geiss daneben klagt. Danach muss der Jäger das Kitz erlösen und in den Kadaver entsorgen. Oder ist es vielleicht besser wenn es dann eventuell im Herbst mit einem gezielten Schuss erlegt wird und danach verwertet werden kann und zum Beispiel in einem Restaurant gegessen wird.

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  • Jonas am 17.01.2020 10:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Voll von Ignoranten

    Lebe seit 15 Jahren im Kanton Thurgau. Vor 2 Jahren bot ich unserem lokalen Jagdaufseher an, unentgeltlich mit meiner Drohne Felder und Wiesen nach Wild abzusuchen bevor sie gemäht werden, dieser zeigte jedoch kein Interesse daran. Dem selben Jagdaufseher meldete ich 2 Vorfälle eines wildernden Hundes im Wald und wer der Besitzer dieses Hundes ist. Darauf bekam ich die lapidare Antwort, er werde sich nicht beim Hundebesitzer melden sondern abwarten. Angesichts der vielen Meldungen aus der Presse und eigener Erlebnisse hat dieser Kanton ein massives Tierschutzproblem.

  • peter laufmann am 17.01.2020 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    Die Verursacher werden fürstlich

    subventioniert, doch die betroffenen müssen auf Geld hoffen. Täterschutz zum erbrechen.

  • Werni Bachmeli am 17.01.2020 09:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rehkitz

    Ist doch wieder eine zusätzliche Geldeinnahme durch die Subventionen für unsere gewieften Raffgierigen Bauern. Alles klar ?

  • Mona am 17.01.2020 09:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bauern beobachten ihr Feld

    Die Rehmutter kommt ein paar mal pro Tag um ihre(meistens zwei oder sogar drei) Kitze zu säugen.Wenn der Bauer die Möglichkeit hat sein Feld zu beobachten,sich die Zeit nimmt mit dem Feldstecher die Rehgeiss zu beobachten,könnten sicher Kitze gerettet werden.Am Tag des Mähens die Kitze mit Handschuhen an den Rand des Feldes bringen und einen Harass darüber stülpen.Auf einer kleinen Fläche der Wiese das hohe Gras stehen lassen und dann die Kitze wieder ins hohe Gras legen.Nach einiger Zeit kommt die Rehmutter zurück und holt sie ab.Habs selber erlebt.

    • Nötzli am 17.01.2020 10:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mona

      Och endlich meldet auch Mona sich mit den Ratschlägen wieder welche bei Wild beim Wild nachgelesen werden können. Diese Typs kennt jeder Jäger seit Jahrzehnten welcher Kitz sucht. Aber trotzdem Gruss an den Typen in Idemini.

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