Kanton St. Gallen

02. August 2016 11:19; Akt: 02.08.2016 11:22 Print

Bande trotz Einreisesperre auf Diebestour

Die Kantonspolizei St. Gallen hat mit der Staatsanwaltschaft eine mutmassliche kosovarische Einbrecherbande ermittelt. Sachschaden und Deliktsgut betragen über eine halbe Million.

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Die Akteure konnten anhand von Spuren identifiziert werden. (Symbolbild Kapo SG)

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Die Gruppe war in wechselnder Zusammensetzung zwischen Mai 2013 und Juli 2014 aktiv. Die Beschuldigten brachen vorwiegend in Geschäftsräume ein und entwendeten Tresore, wie die Kantonspolizei am Dienstag mitteilte.

Im Mai 2013 verzeichnete die Kantonspolizei St. Gallen einen markanten Anstieg von Einbrüchen in der Region Fürstenland. Anhand von gesicherten Spuren wurde festgestellt, dass eine in wechselnder Formation agierende Gruppe, Einbrüche in Geschäftsräume verübte und Tresore entwendete. Sie ging dabei äusserst professionell vor. Im August 2013 riss die Einbruchserie vorläufig ab, wurde aber im November / Dezember 2013 wieder fortgesetzt. Danach folgte erneut eine längere Pause, bevor die Einbrüche im Juni / Juli 2014 wieder erneut anfingen.

Trotz Einreisesperre wieder in der Schweiz

Den Ermittlern gelang es, die verschiedenen mutmasslichen Akteure anhand von Spuren zu identifizieren. Die Spuren konnten mehreren aus dem Kosovo stammenden Männern zugeordnet werden, die bereits in den Jahren 2006 / 2007 wegen gleichgelagerten Delikten in Erscheinung getreten waren. Damals konnten einer grösseren Täter-Gruppierung über 200 gewerbs- und bandenmässige Einbruchdiebstähle nachgewiesen werden. Alle damals involvierten Personen erhielten mehrjährige Freiheitsstrafen. Sie wurden Mitte 2012 ausgeschafft und mit einer Einreisesperre belegt.

Ende Juli 2014 konnten drei Männer festgenommen werden. Es handelte sich dabei um zwei 34-Jährige und einen 35-jährigen Mann, alle aus dem Kosovo stammend. Zudem wurde im November 2014 ein weiterer, mutmasslicher Beteiligter, ein 34-jähriger Kosovare, in Dänemark festgenommen und in die Schweiz überführt. Das zuständige Zwangsmassnahmengericht ordnete bei allen Festgenommenen auf Antrag der Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft an.

78 Tatbestände

Unter der Leitung der Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen führte die Kantonspolizei St. Gallen in den folgenden Jahren ein aufwendiges Ermittlungsverfahren durch. Dabei konnten den Beschuldigten diverse Einbrüche im St. Galler Fürstenland und dem angrenzenden Thurgau nachgewiesen werden. Zudem verstiessen sie jeweils gegen das Ausländergesetz, da sie sich illegal in der Schweiz aufhielten. Sie werden ebenfalls verdächtigt, einen Raub und diverse Verstösse gegen das Strassenverkehrsgesetz begangen zu haben. Insgesamt konnten den Beschuldigten 78 Tatbestände nachgewiesen werden, bei denen sich das erbeutete Deliktsgut und der angerichtete Sachschaden auf mehr als eine halbe Million Franken belaufen.

Drei Beschuldigte befinden sich zur Zeit immer noch in Haft und werden voraussichtlich durch die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen zur Anklage gebracht. Drei weitere Kosovaren werden noch gesucht und sind zur Verhaftung ausgeschrieben.

(taw)