Tot im Schacht

23. Dezember 2011 14:59; Akt: 23.12.2011 18:10 Print

Banker hat seine Frau Andrea A. getötet

von A. Hirschberg - Der 49-jährige Ueli A. hat gestanden. Er hat seine Frau mit Schlägen gegen den Kopf umgebracht. Danach steckte er sie in einen Schacht hinter dem Haus und meldete sie als vermisst.

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Der 49-jährige Banker Ueli A. hat gestanden, seine seit Anfang Dezember vermisste Ehefrau getötet zu haben. Für Staatsanwaltschaft und Polizei besteht kein Zweifel mehr, dass es sich bei der Leiche um die 43-jährige Andrea A. handelt. Sie war am Mittwoch in einem Schacht hinter dem Haus der Familie in Untereggen SG gefunden worden. Die Frau ist offenbar von ihrem Mann erschlagen worden. «Die Frau wies Schlageinwirkungen am Kopf auf», schreibt die Kantonspolizei St. Gallen in ihrer Medienmitteilung.

Hintergrund der grausamen Tat sind vermutlich eheliche Probleme: Sowohl der Mann als auch die Frau hatten andere Partner, wohnten aber noch gemeinsam im Einfamilienhaus. Laut Nachbarn wollte Andrea A., dass ihr Ehemann auszieht. Dieser soll sich aber geweigert haben. Er wollte weiterhin bei seiner Familie wohnen. Das Ehepaar hat drei Kinder im Alter von 7, 10 und 12 Jahren.

Die Nachbarn erzählen sich auch, dass Ueli A. ein aufbrausender Mensch sei, der schnell laut werde, wenn ihm etwas nicht passe. Immer wieder habe es Streit zwischen den Ehepartnern gegeben - laut Nachbarn auch am Abend des Verschwindens von Andrea A.

Ehemann und Angehörige suchten nach der Vermissten

Um die Tat zu vertuschen hat der Geständige offenbar ein ganzes Lügenkonstrukt aufgebaut. Gegenüber der Polizei hatte er angegeben, seine Ehefrau am Freitagabend, 2. Dezember, letztmals gesehen zu haben. Am nächsten Morgen habe er festgestellt, dass sie nicht mehr da sei.

Den ganzen Samstag suchten der Ehemann und weitere Familienangehörige nach der Vermissten. Dabei fanden sie das Auto von Andrea A. unverschlossen im benachbarten Goldach. Heute muss man davon ausgehen, dass Ueli A. dieses in der Tatnacht dort abgestellt hat.

Polizei vermutete bald ein Verbrechen

Am späten Abend wurde der Polizei das Verschwinden gemeldet. Diese suchte in den Tagen darauf in der Umgebung des Wohnortes und des Fundorts des Autos nach der Mutter. Aufgrund der angespannten Familiensituation ging sie schon bald von einem Verbrechen aus. Doch erst als sie sich direkt dem Haus der Familie zuwandte und den überdeckten Schacht fand, bestand Gewissheit: Andrea A. war umgebracht worden.

Unklar ist, ob Banker Ueli A. die Tat im Affekt beging oder die Handlungen schon länger geplant hatte. «Das werden die weiteren Befragungen ergeben», sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen.

Auch zum Schacht, in dem die Leiche aufgefunden wurde, möchte sich die Polizei noch nicht äussern. Wann dieser erstellt wurde und welche Funktion er hat, ist nicht bekannt. Dorfbewohner rätselten bereits am Donnerstag, ob Ueli A. den Schacht für seine Frau gegraben hatte.