Ziegen gerissen

16. Juli 2019 17:23; Akt: 16.07.2019 17:23 Print

Bauern werden per SMS vor Wolf gewarnt

Zum ersten Mal wurden Landwirte in Kanton Graubünden per SMS vor einem Wolf gewarnt. Das Grossraubtier hatte zuvor vier Hausziegen gerissen.

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«Samstag in Safien-Neukirch: 4 eingezäunte Hausziegen von Wolf gerissen. 1 Ziege noch vermisst, 2 Kitze lebend gefunden», hiess es am Sonntag in der Warn-SMS des Amts für Jagd und Fischerei Graubünden. Wie die «Südostschweiz» schreibt, wurde zum ersten Mal über diesen Weg versucht, Landwirte und Imker über einen Angriff eines Grossraubtiers zu informieren und zu warnen.

«Grundsätzlich geht eine Meldung raus, wenn ein Nutztier von einem Grossraubtier wie Luchs, Bär, Wolf oder Goldschakal gerissen wird», erklärt Marc Hosig, Leiter Zentrale Dienste beim Amt für Jagd und Fischerei, gegenüber der Zeitung. Nach einer Attacke wird sofort der regionale Wildhüter eingeschaltet. Dieser begibt sich dann an den «Tatort» und klärt ab, um welche Tiere es sich beim Angreifer und der Beute handelt. Danach gehe er ins Büro zurück, um von dort dem Plantahof, ein landwirtschaftliches Kompetenzzentrum des Kantons, vom Vorfall zu berichten. Der Plantahof besitzt sämtliche Informationen darüber, wer in welcher Umgebung Höfe besitzt. Deshalb wird dort entschieden an wen die Warn-SMS geschickt werden muss. «Das ganze geschieht innert kürzester Zeit. Vom Plantahof besteht ein Interesse, dass seine ‹Schützlinge› in den einzelnen Regionen möglichst rasch informiert werden», so Hosig zu 20 Minuten.

Einige Stunden später schon zweiter Fall

Beim ersten Ernstfall am Sonntag habe der Prozess relativ gut geklappt. «Wir sind zufrieden», meint Hosig. Trotzdem könne die Reaktionszeiten der einzelnen Stellen noch verbessert werden. Zudem sollen noch einige Feinabstimmungen gemacht werden: Welche Ortsangaben braucht es tatsächlich? Wer genau muss informiert werden?

Nur einige Stunden später nach dem ersten SMS, wurde schon ein weiteres für einen neuen Fall verschickt: «Sonntag, 14.07.19 in Saifen-Neukirch: Schafriss aus ungeschützter Herde wahrscheinlich durch Luchs. Nicht durch Wolf», heisst es darin. Laut Hosig war die Zeit des Prozesses beim zweiten Anlauf schon deutlich kürzer.

(mwa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ludimutz am 16.07.2019 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön aber gefährlich

    Der Wolf ist wirklich ein schönes Tier. Jedoch ist er im Rudel auch sehr gefährlich und tötet zur "Belustigung". Hoffe nur, dass nie ein Mensch zu Schaden kommt. Denn er ist dem Siedlungsgebiet schon mehr als nahe.

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  • Dr. Dolittle am 16.07.2019 21:39 Report Diesen Beitrag melden

    Handys für die Tierwelt

    Wär ja cool wenn die Rehkitze und Katzen vor den Mähern auch per SMS gewarnt würden, auch Igel und Weinbergschnecken vor den Robomähern, oder so auch Katzen, Igel und Frösche vor herannahenden Autos etc etc

  • Mensch am 16.07.2019 18:53 Report Diesen Beitrag melden

    Aha

    Also sollte man Ihrer Meinung nach alle Tiere, welche dem Menschen gefährlich werden könnten von der Erde ausradieren? Hätte sicherlich keine gravierenden Folgen für das Ökosystem. Übrigens ist die Siedlungsdichte im Apennin höher als bei uns in den Alpen. Dort hat es wesentlich mehr Wölfe und zu einem Zwischenfall Mensche/Wolf kam es trotzdem nie.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bünder am 17.07.2019 21:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arme Bauern

    Sollen die Bauern ihre lieben Schafe halt richtig schützen, ach ja kostet ja alles Geld und ist Arbeit, die Bauern leben nur von subventionen und lassen es sich gut gehen ohne einen Finger zu krümmen, nicht mal die Herden können sie von einem Wolf beschützen, und ausserdem für gerissene Tiere gibts ja auch noch Geld

  • tf aus z am 17.07.2019 02:47 Report Diesen Beitrag melden

    $$££$$

    Wie hoch ist nochmal die Entschädigung für eine gerissene Ziege, die der Bund ausrichtet?

    • Peter am 17.07.2019 08:11 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht hoch genug

      Entschädigt nicht den tatsächlichen Verlust.

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  • Dave am 16.07.2019 23:48 Report Diesen Beitrag melden

    Wolf nein Danke!

    Den Wolf brauchen wir in der Schweiz nicht. Es gibt kein vernünftiges Argument, das dafür spricht, ein wildes Tier, das unsere Haustiere reisst, in unserem Land zu haben.

  • Pit Meier am 16.07.2019 23:09 Report Diesen Beitrag melden

    Bündner

    Es geht auch ohne Wolf in der Schweiz! Und die für den Wolf sind , sorry aber ihr werdet ihn eh nie sehen und wenn dann frisst er euer Wuffi bevor ihr nur piep sagen könnt!

    • Agglozüri am 17.07.2019 00:33 Report Diesen Beitrag melden

      Ist so

      Es ist als "hip" für den Wolf zu sein - besonders in der Stadt - die Schäden tragen ja vor allem die Landwirte in den Gebirgsregionen.

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  • Runser Caroline am 16.07.2019 22:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bauern werden per SMS vor Wilf gewarnt

    Der Wolf ein wunderschönes Tier Auch der Wolf hatt ein recht dort zu leben Wie alle anderen Tiere auch Intressieren würde mich noch wie lange die Bauern Ihre Tiere alleine lassen auf den Weiden Weil Die Bauern über SMS gewarnt werden müssen

    • Pit Meier am 16.07.2019 23:05 Report Diesen Beitrag melden

      Bündner

      Radikal Abschuss wäre eine bessere Lösung! Übrigens der Kayman im Halwilersee ist ein wunder schönes Tier!

    • Geissen Peter am 16.07.2019 23:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Pit Meier

      Wenn die erste rotgrüne Radlerin nachts auf dem Heimweg vom Yoga, von einem Wolfsrudel gerissen wird ändert sich alles, mir tun die Geissen jedenfalls mehr leid, hoffentlich bekommen wir bald ein Movie wie die Geisslein geschrien haben zu sehen !

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