Schwarzenbach SG

09. Juli 2014 12:16; Akt: 09.07.2014 15:55 Print

Bauernfamilie kämpft für ein neues Wohnhaus

Seit Jahren will eine Bauernfamilie in Schwarzenbach ein neues Wohnhaus in der Landwirtschaftszone bauen. Der WWF bekämpft das Projekt. Der Fall ist am Bundesgericht hängig.

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Kühe vor einem Laufstall: Innovative Landwirte würden durch eine Flut von Bestimmungen behindert, findet der Bauernverband. (Bild: Keystone/Xavier Gehrig)

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Die Familie Ammann hält auf ihrem 25 Hektar grossen Landwirtschaftsbetrieb in Schwarzenbach 50 Milchkühe und betreibt eine Kälbermast. 2008 erhielt die Familie eine Bewilligung für den Bau eines neuen Laufstalls in der Landwirtschaftszone.

Laut dem Urteil des St. Galler Verwaltungsgerichts vom März 2014 hatten die Behörden die Bauernfamilie bereits damals darauf hingewiesen, dass ein Baugesuch für ein Wohnhaus beim Stall hinegen nicht bewilligt würde.

Trotzdem reichten die Bauern ein Jahr später ein Baugesuch für ein Betriebsleiterhaus neben dem Laufstall ein. Nach anfänglicher Ablehnung bewilligte der Gemeinderat von Jonschwil das Baugesuch im Jahr 2012 schliesslich doch. Der WWF Appenzell/St. Gallen nutzte sein Verbandsbeschwerderecht und reichte Einsprache ein.

Bauland verkauft

Die Familie Ammann machte geltend, das bestehende Wohnhaus sei für die Betreuung der Kühe zu weit vom Stall entfernt. Der Bauer müsse alle vier bis fünf Stunden nach den Tieren sehen. Da mit der Geburt von bis zu 50 Kälbern pro Jahr zu rechnen sei, müsse der Bauer auch nachts in den Stall.

Weil die Familie sämtliche 16 Einfamilienhausparzellen des ihr gehörenden und in der Zwischenzeit umgezonten Baulandes verkauft hatte, gebe es innerhalb der Bauzone zudem keinen Platz mehr für ein neues Bauernhaus.

Das St. Galler Baudepartement und das Verwaltungsgericht schützten die Einsprache des WWF und argumentierten, das neue Wohnhaus sei nicht zonenkonform. Die Bauernfamilie habe von Anfang an gewusst, dass sie keine Baubewilligung für ein Wohnhaus neben dem neuen Laufstall bekomme.

Öffentliches Interesse

Das öffentliche Interesse an der Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet sei grösser als das Interesse der Bauernfamilie. Ein Wohnhaus neben dem Stall sei aus betrieblicher Sicht nicht nötig. Das bestehende Wohnhaus sei lediglich 450 Meter vom Stall entfernt. Hätten die Bauern auf der ihr gehörenden Parzelle ein Haus für sich selbst gebaut statt alles Bauland zu verkaufen, würde die Distanz sogar nur 160 Meter ebtragen. Nun muss das Bundesgericht über den Fall befinden.

Für den St. Galler Bauernverband zeigt der Kampf der Familie Ammann exemplarisch, wie innovative Schweizer Bauern durch das dichte Regelwerk behindert würden. Er hat für Mittwoch zu einer Pressekonferenz geladen.

(sda)