Ostwind

09. Februar 2011 18:38; Akt: 09.02.2011 18:39 Print

Bei Verspätungen soll die Bahn zahlen

Pünktlichkeit, Sauberkeit oder Kundeninformation: Der ÖV-Service auf den Ostschweizer Strecken soll präziser bewertet werden. Je nach Ergebnis kann es Boni oder Bussen geben.

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Ein Zug der Südostbahn: Verspätungen können künftig Bussen zur Folge haben. (Bild: zVg)

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Der Pilotversuch des Bundesamtes für Verkehr läuft seit Anfang dieses Jahres. Beteiligt sind die vier Ostwind-Kantone SG, TG, AI und AR sowie vier Westschweizer Kantone. Ziel ist es, schweizweit verbindliche Kriterien für eine Qualitätsmessung im öffentlichen Verkehr festzulegen.

617 000 Franken für ZVV

Als Vorbild dient dabei der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV). Dieser wendet in der Zusammenarbeit mit den SBB seit fünf Jahren ein Bonus-Malus-System an. Werden die vereinbarten Ziele erreicht, bezahlt der ZVV, wenn nicht, erhält er Geld von den SBB. Für 2010 etwa muss die Bahn 617 000 Fr. nach Zürich überweisen. Dies vor allem wegen ungenügender Kundeninformation im Störungsfall.

Laut Andreas Bieniok, Leiter des St.Galler Amtes für öffentlichen Verkehr, sollen in der Ostschweiz nun Methoden zur automatisierten Pünktlichkeitsmessung erprobt werden. Bieniok: «Zu den subjektiven Kriterien wie Kundenzufriedenheit, die wir heute schon ermitteln, sollen neu auch objektive zur Anwendung kommen.

Ob im Ostwind-Gebiet künftig ein Bonus-Malus-System nach Zürcher Vorbild angewandt wird, lässt Bieniok offen. Möglich wäre es. «Wir führen regelmässige Qualitätsgespräche mit unseren Dienstleistern», sagt Bieniok. «Bisher fuhren wir gut damit.»

SBB zufrieden mit Bonus-Malus

Bei den SBB sieht man im Bonus-Malus-System ein „taugliches Instrument zur Qualitätsverbesserung“, wie deren Sprecher Daniele Pallecchi sagt. In Zürich habe man in allen relevanten Bereichen deutliche Verbesserungen erzielt.

(eli)