Chicky und Secret

14. März 2014 07:10; Akt: 14.03.2014 09:09 Print

Bei den Connyland-Delfinen in der Karibik

von Daniela Ebinger - Chicky und Secret schwimmen seit rund drei Monaten in einer Bucht in Jamaika. Ein Besuch vor Ort zeigt: Die Connyland-Delfine haben neue Freunde gefunden.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Mit rotweissen Kübeln schreitet das Trainingsteam zur Lagune. Es ist windig in der Naturbucht in Montego Bay und der Himmel bedeckt, die Wassertemperaturen im Karibischen Meer sind jedoch angenehm. Delfin Secret streckt neugierig den Kopf aus dem Wasser und schwimmt mit Pepe ziemlich nahe an den Strand. Weiter hinten ist die Rückenflosse von Chicky kurz zu sehen. Oder war es Rose? Chicky und Secret sind die zwei Delfine vom Connyland in Lipperswil TG. Seit mehr als drei Monaten sind sie in der Lagune auf Jamaika die neuen Gefährten von Rose und Pepe.

Trainer Dennis Kissling steigt ins Kanu und paddelt zu einer der Plattformen in der zum Meer hin abgetrennten Bucht hinaus. Secret begleitet das Boot ganz nahe und quietscht dabei. Mit etwas mehr Abstand folgt ihm Rose. Nadja Gasser blickt ihnen nach. «Es geht ihnen gut», sagt die Schweizer Besitzerin der Connyland-Delfine. Sie paddelt auf die zweite Plattform. Chicky schwimmt neben dem Kanu her. Nur Pepe ist nicht sofort zur Stelle. Doch kaum steigt die zweite Crew auf die Plattform, taucht auch der 14-jährige Delfin auf. Eine kurze, herzliche Begrüssung begleitet von lauten Rufen der Delfine und prüfenden Augen der Trainerin folgt.

Aus für Delfine nach 40 Jahren

«Chicky und Secret haben den Wechsel absolut ohne Komplikationen überstanden», sagt Gasser. Vom Connyland bis zur Lagune auf Jamaika waren die zwei Delfine im November 23 Stunden unterwegs. Mit an Bord des Frachtfliegers war Kissling sowie ein spezialisierter Tierarzt für Meeressäuger aus Amerika und ein zweiköpfiges Trainerteam aus Jamaika. Gasser war bereits vorausgeflogen. Im Connyland drohte Inzucht: Chicky (27) ist die Mutter des bald 3-jährigen Secret. In Jamaika können sich die Delfine in geschützter Obhut fortpflanzen. Auch hier sind sie eine Attraktion für Menschen. Die Gäste des Hotels Half Moon haben die Möglichkeit, unter Aufsicht und genauer Instruktion mit den freundlichen Tieren zu schwimmen.

Chicky legt sich im Wasser auf den Rücken, schwadert mit den Brustflossen, den sogenannten Flippern, schwimmt ein wenig von der Plattform weg und kehrt nach dem Pfiff der Trillerpfeife ihrer Trainerin zurück. Schnatternd verlangt sie ihr Frühstück. Pepe tut es ihr gleich. Pepe und Rose haben sich mit Hilfe der Trainer offensichtlich ziemlich gut an die beiden Schweizer Delfine gewöhnt. Chicky und Secret mussten vergangenen Herbst den Freizeitpark in Lipperswil verlassen. Zuvor waren auf mysteriöse Weise zwei Delfine im Connyland gestorben. Tierschützer erhoben darauf massive Vorwürfe und das Parlament beschloss ein Importverbot für Meeressäuger. Nach über 40 Jahren musste der Freizeitpark die Delfinhaltung aufgeben.

«Nicht alles funktioniert reibungslos»

Chicky und Pepe warten auf ihr Kommando. Sie schiessen los, tauchen ab und springen elegant in die Luft. Noch ein Sprung und noch einer, schön synchron. Chicky taucht direkt vor der Plattform auf und übergibt Kissling, was sie am Grund gefunden hat. Es ist eine Zahnbürste. «Zum Glück sind sich unsere Tiere gewohnt, alles, was sie finden, uns zu bringen», sagt der Trainer, lobt Chicky und gibt ihr einen Fisch. Secret hat hingegen nur Schabernack im Sinn und schlägt immer wieder mit der Schwanzflosse seinen Trainer nass. Seelenruhig wiederholt Kissling seinen Befehl. Es klappt.

«Nicht immer funktioniert alles reibungslos, sie haben manchmal auch Unsinn im Kopf und suchen immer mal wieder die Grenzen», sagt Kissling. Für einige Übungen mussten die Trainer die Signale für ihre Delfine umstellen. Dennis Kissling erzählt, wie sich Secret und nach kurzem auch Chicky ziemlich schnell daran gewöhnt haben. «Es war für Nadja und mich einfacher, die zwei Tiere umzugewöhnen, als das ganze Team auf Jamaika auf den Kopf zu stellen.» Auch Kissling muss sich an einige neue Gegebenheiten gewöhnen, denn er wird auf der Insel bei den Delfinen bleiben. Nicht alles funktioniert hier so reibungslos und zügig wie in der Schweiz. Doch Chicky und Secret haben nun mit ihren neuen Kumpanen ihren Spass und Frieden.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stella am 14.03.2014 08:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Beste

    Auf dem offenen Meer wären diese Delfine doch kaum überlebens fähig, somit ist dies wohl die beste Lösung für alle !

    einklappen einklappen
  • Toni am 14.03.2014 07:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön

    das sind ja tolle Neuigkeiten!

  • Dani am 14.03.2014 07:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freude

    herlich ich freue mich so die Delfine.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jamaica Queen am 16.03.2014 09:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arme gefangene Delfine

    Leider ist dieses Plätzchen in Montego Bay nur halb so schön.Auch ist es nicht so gross wie dargestellt.ganz schlimm finde ich aber,dass täglich Jetskis und andere motorisierte Sachen mit Touris dort vorbei flitzen um die Delfine zu sehen.Zeitweise ist der Lärm und der Gestank immens.Klar das als Touristenattraktion der Andrang hoch ist.

    • ebinger am 16.03.2014 16:45 Report Diesen Beitrag melden

      Arme Mensche die über Dinge urteilen

      Weiss nicht wo du warst.... aber das ist nicht dort wo die Delfine sind.... Es haben nur hoteleigene Gäste zutritt und es handelt sich dabei um eine gehobenere Anlage.

    einklappen einklappen
  • Giorgio am 15.03.2014 11:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Also....

    ....... Lebewesen, welche es gerne schön und warm mögen, in der Schweiz festzuhalten, fand ich schon lange unschön.

  • Cecilia am 15.03.2014 10:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Delfine gehören in den Ozean!

    Jeder eingesperrte und zur Unterhaltung von Menschen missbrauchter Delfin ist einer zu viel! Stopt endlich diesen Wahnsinn und unterstützt diese Industrie nicht mehr mit euren Besuchen! In Taiji Japan werden jährlich hunderte von Delfinen abgeschlachtet oder Familien auseinander gerissen in dem junge Tiere gefangen genommen werden und dann ihr Leben in Gefangenschaft verbringen müssen. An die Redaktion: es wäre schön wenn ihr auch mal die Kehrseite zeigen würdet.

  • Alaska am 15.03.2014 10:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Realität ??

    Diese Aufnahmen kann man problemlos manipulieren, wie Fotos in einem Ferienprospekt. Zudem ist dies ein Bruchteil vom wirklichen Leben der Delfine ..... die Realität können wir aus den Fotos nicht lesen. Zudem, springende Delfine sehen in der Luft sehen alle gleich aus ........

  • qw am 15.03.2014 08:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jaja

    so oder so sind die ja immer noch gefangen!