Domat/Ems GR

11. April 2019 19:35; Akt: 11.04.2019 20:14 Print

Bekiffter Todesfahrer will nicht ins Gefängnis

P. F., der unter Drogeneinfluss Larissa Caviezel (26) totgefahren hat, wurde zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. Jetzt legte er Berufung ein.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Todesfahrer P. F.* zieht das Urteil von Anfang April weiter. Das Regionalgericht Imboden in Domat/Ems hatte den 41-Jährigen für seine bekiffte Todesfahrt vom 18. Januar 2017 wegen Tötung mit Eventualvorsatz, der qualifizierten groben Verletzung von Verkehrsregeln, mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes und des Fahrens in fahrunfähigem Zustand zu einer unbedingten sechsjährigen Haftstrafe verurteilt.

F. weigere sich aber, seine Strafe abzusitzen, wie «Blick» berichtet. Er habe Berufung gegen das Urteil eingelegt, bestätigte das Regionalgericht Imboden. Nun muss das Kantonsgericht erneut über den Unfall entscheiden.

Mehrere Joints täglich

Mit der dreifachen Menge der erlaubten THC-Konzentration im Blut war F. damals bei Dunkelheit und schlechter Sicht bei einem Überholmanöver frontal mit dem Roller von Larissa Caviezel kollidiert. Die damals 26-Jährige starb noch am Unfallort.

Nach einem Selbstunfall im Jahre 1997 sei F. mehrere Wochen lang im Koma gelegen, sagte der Richter bei der Urteilseröffnung. Danach habe der Beschuldigte regelmässig bis zu sieben Joints pro Tag geraucht. Auch am Vorabend des verhängnisvollen Unfalls hat er wieder gekifft. «Ein Lenker mit einem solchen Defizit hat auf der Strasse nichts zu suchen», meinte der Richter.

F. ist nicht zufrieden, die Opfer-Familie schon

P. F. nimmt mit der Berufung jetzt eine höhere Strafe in Kauf. Vorsätzliche Tötung kann mit bis zu 20 Jahren Gefängnis bestraft werden.

Noch im Vorfeld der Urteilsverkündung hatte der Vater von Larissa, Heinz Caviezel, gegenüber 20 Minuten angekündigt, das Verdikt unabhängig vom Urteil des Gerichts anzuerkennen.

Verkraften würden sie das Ganze nie, sagte der Vater vor einigen Wochen. Trotzdem wolle die Familie einen Schlussstrich ziehen. «Wie werden uns nach dem heutigen Urteil zurückziehen», sagte der Vater.

* Name der Redaktion bekannt

(kle)