Geldwäscherei

21. Dezember 2011 22:58; Akt: 21.12.2011 22:03 Print

Bericht der SGKB stösst auf Skepsis

Die St. Galler Kantonalbank wehrt sich gegen die Geldwäscherei-Vorwürfe an die Adresse ihrer Tochter Hyposwiss. Fachleute sind erstaunt.

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Die St. Galler Kantonalbank wehrt sich gegen Vorwürfe an Hyposwiss.

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«Keine Geldwäscherei – haltlose Vorwürfe», überschrieb am Mittwoch die St. Galler Kantonalbank (SGKB) ihre Mitteilung. Ihre Tochtergesellschaft Hypo­swiss Privatbank AG habe laut einer unabhängigen Prüfung keine Geldwäscherei betrieben und alle entsprechenden Meldepflichten eingehalten, so die SGKB.

Anlass für die Prüfung sind Vorwürfe des russischen Oli­garchen Oleg Deripaska. Er beschuldigt die Hyposwiss, einem Widersacher geholfen zu haben, über eine Milliarde Franken abzuzweigen und zu waschen. Deripaska kündigte juristische Schritte an: Der Hyposwiss drohen Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe (20 Minuten berichtete).

Am Mittwoch nun versuchte die SGKB die Vorwürfe des Russen zu entkräften. Ihr Bericht stösst bei Fachleuten jedoch auf Verwunderung. Peter Cosandey, ehemaliger Zürcher Bezirksanwalt und Geldwäscherei-Experte, bemängelt, dass die Revisionsfirma PricewaterhouseCoopers (PwC) mit der Untersuchung betraut wurde. Die Firma prüft auch sonst die Bücher der SGKB. «In solchen Fällen ist es üblich, eine Drittfirma beizuziehen», so Cosandey. Auch sei nichts bekannt über den genauen Auftrag an die Revisoren. Bei der SGKB betont man, die Untersuchung sei freiwillig erfolgt. Eines möglichen Interessenkonflikts seitens der Revisoren sei man sich bewusst gewesen. «Um so sorgfältiger werden sie ihre Arbeit gemacht haben», so SGKB-Sprecher Simon Netzle.

(eli)

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