Biogas-Anlagen

28. März 2011 23:05; Akt: 28.03.2011 21:37 Print

Betreiber erwarten Kampf um Fleisch

von Simon Städeli - Im Thurgauischen Münchwilen wurde die grösste Biogas-Anlage der Schweiz eingeweiht. Doch die Freude ist getrübt: Schon nächstes Jahr gibt es Konkurrenz.

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Jacques Hunziker vor der Biogas-Anlage in Münchwilen. (Foto: Simon Städeli)

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Rund 24 000 Tonnen Fleischabfälle will die Münchwiler Firma Biorender pro Jahr in Biogas umwandeln. «Das versorgt rund 3000 Haushalte mit Strom», sagt Geschäftsführer Jacques Hunziker. Am Freitag wurde die Anlage eingeweiht. Doch schon bald gibt es grosse Konkurrenz: Im nahe gelegenen Bazenheid baut die Firma TMF nämlich eine noch grössere Bioanlage. «Die Anlage soll Ende 2012 eröffnet werden und circa 60 000 Tonnen Fleisch umsetzen», sagt Geschäftsführer Harald Lüling. Der Kampf um die Fleischabfälle ist also programmiert.

«Wir können unser Fleisch schon irgendwie auftreiben», sagt Hunziker. Auch Verwaltungsratspräsident Andreas Widmer gibt sich kämpferisch: «Die erste Anlage ist sowieso besser als die Kopie, die entsteht.» Zudem äussert er Kritik an der Konkurrenz: «Die TMF will das Fleisch aus der Westschweiz einfahren. Das ist ökologischer Unsinn», so Widmer. TMF-Geschäftsführer Harald Lüling stellt aber klar: «Wir beziehen unsere Fleischabfälle nur aus Schlachthöfen und Sammelstellen in der Ostschweiz.» Zudem habe man längerfristige Verträge unterzeichnet.