Kreuzlingen TG

08. August 2019 15:59; Akt: 08.08.2019 16:31 Print

Bewaffneter Mann versteckte sich vor Polizei

Am Mittwoch nahm die Polizei in Kreuzlingen TG einen 42-Jährigen fest. Der bewaffnete Mann hatte sich zuvor in seiner Wohnung verschanzt.

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Eine Anwohnerin meldete am Mittwoch kurz vor 14 Uhr, dass ein Mann auf einem Balkon an der Konstanzerstrasse in Kreuzlingen TG am Randalieren und am Herumschreien sei. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte der Kantonspolizei Thurgau hatte sich der Mann in seine Wohnung zurückgezogen.

Die Verhandlungsgruppe der Kantonspolizei Thurgau wurde beigezogen und konnte mit dem Mann in Kontakt treten. Weil er im Besitz von mehreren grösseren Messern war und die Gefahr bestand, dass er sich etwas antun könnte, intervenierte die Spezialeinheit der Kantonspolizei Thurgau. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilt, konnte der 42-jährige Schweizer nach 20 Uhr festgenommen werden.

Anwohner wurden evakuiert

Laut Mediensprecher Matthias Graf sind solche Einsätze keine Seltenheit: «Es kommt immer wieder vor, dass Personen randalieren. Meist ist es aber nicht so heftig wie beim Vorfall vom Mittwoch.» Die Gründe, die einen Menschen zu einer solchen Aktion bewegen, können unterschiedlich sein. Nebst psychischen Störungen sind laut Graf auch Alkohol- und Drogeneinwirkung meist die Auslöser für den Radau. «Der Grossteil solcher Fälle geht zum Glück glimpflich aus.»

Um Anwohner und Randalierer zu schützen, werden unterschiedliche Massnahmen getroffen. Im Falle des 42-Jährigen hat man am Nachmittag mehrere Anwohner vorsorglich evakuiert. «Es war einfach grauenvoll», sagt P.H.* Die 81-Jährige vernahm die Schimpftiraden bereits am Mittwochvormittag. «Als es nicht mehr zum Aushalten war, habe ich mich in der Wohnung eingeschlossen», erzählt sie. Von etwa 15 Uhr bis 21 Uhr mussten die Anwohner nach eigenen Angaben vor dem Haus ausharren. «Ich durfte nicht mal mehr hoch, mir Schuhe holen. Ich stand die ganze Zeit barfuss da», schimpft H. Laut mehreren Anwohnern war es nicht das erste Mal, dass der 42-Jährige auffällig war.

Eine Evakuierung ist aber nicht immer nötig: «Ob man die umliegenden Bewohner hinausbegleitet, muss je nach Situation beurteilt werden», erklärt Graf. Doch ab und an müsse man auch eingreifen, um den Randalierer vor sich selbst zu schützen. So musste am Mittwoch eine Spezialeinheit eingreifen, da man davon ausgegangen sei, dass sich der Mann etwas antun wolle. Da der Mann psychisch auffällig war, wurde er im Anschluss in ärztliche Obhut gebracht. Die Messer wurden polizeilich sichergestellt.

«Wakanda Forever»

Unlängst spielten sich ähnliche Szenen in einem Bordell in Bad Ragaz SG ab: Eine dunkelhäutige Frau schrie laut herum und warf dutzende Flaschen und Teile des Hausrats aus dem Fenster. «Sie hätte mit einer der Kisten fast einen meiner Gäste erschlagen. Der Harass hat ihn nur um Millimeter verfehlt», sagte S.K.*, die im unteren Stock der Liegenschaft eine Kontaktbar führt.

Hier sieht man, wie die Frau im Bordell randaliert. (Video: Leser-Reporter)

Mehrere Videos kursierten daraufhin auf Social Media. Darin ist zu hören, wie die Frau «Wakanda Forever» schreit. «Wakanda» ist ein fiktives afrikanisches Königreich aus dem Marvel-Film «Black Panther». Der Gruss «Wakanda Forever» drückt im Film die Solidarität zwischen den Landsleuten aus. Man verschränkt dabei die Arme vor der Brust. Das tut auch die Frau aus dem Bordell, nachdem sie diesen Gruss ausgesprochen hat.

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Die Kantonspolizei St. Gallen bestätigte auf Anfrage den Einsatz. «Die Frau wurde daraufhin in ärztliche Behandlung übergeben», sagte Mediensprecher Florian Schneider.

(juu)