Engelburg SG

14. Februar 2020 05:04; Akt: 14.02.2020 05:04 Print

Bewohner in Angst, weil sie Gegenüber nicht erkennen

In Engelburg SG ärgern sich Bewohner eines Quartiers über die Strassenbeleuchtung. Stehe man darunter, würden die Lampen blenden, doch sei man weiter weg, brauche es eine Taschenlampe.

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Einwohner des Quartiers Chapf in Engelburg haben genug. Mit einer Petition wenden sie sich an Boris Tschirky, Gemeindepräsident von Gaiserwald SG. Es geht um ihre Strassenbeleuchtung, wie das «St. Galler Tagblatt» berichtet. Der Ärger begann bereits im Jahr 2017: Damals stellte die Gemeinde im Quartier neu – moderne und energiesparende LED-Lampen auf.

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«Diesen Schritt finden wir absolut zeitgemäss», so Philipp Köppel, Präsident der SVP Gaiserwald, der die Petition eingereicht hat. Allerdings stört er sich am Lichtkegel der modernen Lampen: Die Ausleuchtung der Strasse und des Trottoirs sei seither deutlich schlechter als zuvor. Er sieht ein erhöhtes Risiko für Unfälle.

Licht blendet

Wie es im Artikel weiter heisst, werde das Problem bei einem abendlichen Spaziergang durchs Quartier ersichtlich. Die Lampen würden sehr stark leuchten – wer unter einer stehe, werde fast geblendet. Tatsächlich gebe es aber Abschnitte auf der Strasse und dem Trottoir, an denen es sehr finster sei. Die Rede ist gar von einer Taschenlampe, die jeweils abends und am Morgen nötig sei. Bewohner hätten auch Angst auf der Strasse, wenn sie spät am Abend nach Hause kommen, weil sie entgegenkommende Personen nicht mehr erkennen.

Gemeindepräsident Tschirky zeigt Verständnis für das Anliegen. Es sei offensichtlich, dass der Lichtkegel der Strassenlampen weniger gross sei als früher, meint er. Das Thema werde nächste Woche im Gemeinderat besprochen. Grundsätzlich dürfte es zwei Varianten geben: Man montiere entweder mehr oder andere Lampen.

Strassenlampe Thema am Bundesgericht

Im Dezember 2017 wurde bekannt, dass sich gar das Bundesgericht mit einer Ostschweizer Strassenlampe befassen musste. Urte Furrer aus Zuzwil war eine Strassenlaterne während Jahren ein Dorn im Auge. Diese stand direkt vor ihrer Terrasse und beleuchte ihr ganzes Wohnzimmer. Was im ersten Moment vielleicht lustig klinge, raube ihr den Frieden, sagt sie damals.

Vor alle möglichen Instanzen ging die damals 74-Jährige, um die Strassenlaterne umplatzieren zu lassen. Über 10'000 Franken liess sie sich ihren Widerstand kosten. Das Bundesgericht kam zum Schluss, dass Massnahmen für die Verbesserung des Problems geprüft werden sollten. Eine Umplatzierung erachtete es nicht als nötig.

Die Gemeinde ergriff daraufhin Massnahmen: Das Licht wurde gedämpft. So wohnt Urte Furrer auch heute noch in der gleichen Wohnung, jedoch mit deutlich weniger grellem Licht im Wohnzimmer.

(mig)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Landfrau am 14.02.2020 07:48 Report Diesen Beitrag melden

    Nacht taghell

    Lustig, dass die Umfrage keinen Knopf hat "Die Beleuchtung ist zu grell". Die Lichtverschmutzung schadet Pflanzen und Tieren und sollte auch langsam zum Thema werden.

  • LED CEO am 14.02.2020 06:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht noch mehr Geld versenken

    Mal beim Hersteller nach einer anderen Optik nachfragen. Wäre die einfachste, kostengünstigste und effizienteste Lösung.

  • WosSindDie am 14.02.2020 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    Beleuchtungsspezialisten ?

    Es wird oft zuviel, falsch und unnötig beleuchtet! Das gilt auch bei gewissen Autos, die eine Bremsbeleuchtung haben, die dermassen blenden, dass man die Umgebung kaum wahrnehmen kann und sich die Augen davor schützen muss. Auch in gewissen Restaurants wird das Licht als Scheinwerfer benutzt, dabei wäre indirektes Licht angebrachter! Auch in der Umgebung gibt es viel Lichtemmission, man muss sich mal achten!

Die neusten Leser-Kommentare

  • PROLLTRASH am 14.02.2020 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lol

    dafür sind die lampen energiesparend. seid doch froh. ich habe nicht so gewählt. die mehrheit aber schon. anstatt am schluss zu jammern lieber am anfang richtig wählen. ihr wisst ja mittlerweile dass die politik solche sachen falsch umsetzt.

  • PROLLTRASH am 14.02.2020 12:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lol

    hallo ihr freunde des lichts! probleme wo keine sind...

  • Evomen am 14.02.2020 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gugus

    Das beim Nahe stehen Blenden und das von weiter weg nichts sehen, heisst LED So ca. der grösst Mist den in den letzten 30 Jahren erfunden wurde. Viel zu teuer und hält nicht länger als eine Glühbirne.

  • Claude am 14.02.2020 11:45 Report Diesen Beitrag melden

    Merkwürdig

    Ich bin Engelburger und mir ist nicht einmal aufgefallen, dass sich etwas geändert hat:-)

  • Alfmann am 14.02.2020 11:29 Report Diesen Beitrag melden

    Weiss oder Gelb

    Fragt die Stadt Bern: Die wollen die neuen grellen LED gegen gelbliche mit weniger Blau-Anteil umrüsten. So kann man die Wirtschaft auch ankurbeln...

    • Petra Wyler am 14.02.2020 12:29 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht Wirtschaft ankurbeln

      Sondern viel mehr Steuergelder verschleudern.

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