Bad Ragaz SG

05. April 2019 04:53; Akt: 20.06.2019 14:24 Print

Biber fällen 50 Bäume auf Golfplatz

Im Golfclub Heidiland in Bad Ragaz treiben sich Biber herum. Sie nagen an den Bäumen und fällen diese teilweise. Eine Möglichkeit, die Tiere loszuwerden, gibt es nicht.

Ein Biber auf dem Golfplatz. (Video: privat)
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Am Anfang war es nur einen Verdacht, dass ein Biber auf dem Golfplatz Heidiland in Bad Ragaz SG sein Unwesen treibe. Doch Schnappschüsse von installierten Kameras bestätigten bald, dass ein Biber für die beschädigten Bäume auf dem Areal verantwortlich ist. Wie GRHeute schreibt, stammen die ersten Biberspuren auf dem Golfplatz vom Spätsommer 2017.

Während man letztes Jahr noch davon ausging, dass es sich um ein einzelnes Tier handele, sind es nun laut einem Revierförster sogar zwei Pärchen. Seit dem Erscheinen des ersten Bibers im Golfclub des Grand Resorts sind gegen fünfzig Bäume angenagt beziehungsweise gefällt worden. Es handelt sich dabei vor allem um Weichhölzer, die rund um den See wachsen. Einzelne Bäume wurden auch durch die Mitarbeiter entfernt, da sie für die Besucher hätten gefährlich werden können.

Keine Beschwerden

Dennoch habe sich bisher niemand über die Tiere beschwert, wie Ralph Polligkeit, Präsident des Golfclubs, auf Anfrage sagt. «Es sieht nicht schön aus, das ist klar. Aber man kann nicht viel dagegen machen», so Polligkeit. Die Tiere seien in der Schweiz geschützt, was verhindere, dass man sie einfach so loswerden könne.

Der Golfclub steht denn auch in engem Kontakt mit der Gemeinde und den Wildhütern, um mit der Situation optimal umgehen zu können. «Wir haben bereits an eine Umsiedlung gedacht, was momentan aber nicht möglich ist. Wer Biber auf dem Platz hat, muss einfach lernen, mit ihnen zu leben», sagt Polligkeit.

Die Greenkeeper des Golfclubs seien täglich auf Tour und kontrollierten die Fressschäden an den Bäumen. Sollte ein Baum als gefährlich eingestuft werden, würde man umgehend reagieren. «Bäume, die wir als schützenswert erachten, statten wir mit einer Art Maschendraht aus. So können die Biber diese nicht mehr beschädigen.» So sei ein friedliches Zusammenleben mit den Nagern auf dem Golfplatz möglich.

Biberdamm muss entfernt werden

Auch am Chrebsbach in Kreuzlingen nistete sich ein Biber ein. Das Tier baute am Grobholzrechen mit Ufergehölz einen Damm. Da sein Bauwerk die Hochwassersicherheit gefährdet, muss dieses allerdings entfernt werden, wie die Stadt Kreuzlingen am Mittwoch mitteilte.

Die Bauverwaltung bedauere dies, die Sicherheit habe aber Vorrang. Gemeinsam mit der Jagd- und Fischereiverwaltung sowie «Hallo Biber» werde nun ein alternativer Lebensraum für das Tier gesucht.

(scr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • BRUDER JAKOB am 05.04.2019 05:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ist schon recht so

    Natürlich müssen wir wieder lernen mit wilden Tieren zu leben. Die Tiere mussten es ja schliesslich auch lernen mit uns Menschen!

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  • Tierfreund am 05.04.2019 05:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Biber

    Hochwassersicherheit??? Das is ein Biberdamm und nicht der Hoover. Macht mal halblang. Gut das die Biber geschützt sind, sonst würden die auch schon erschossen wie die Wölfe in der Schweiz.

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  • sina am 05.04.2019 05:59 Report Diesen Beitrag melden

    Alles unbequeme vernichten

    Einfach alles was ein wenig unbequem ist ausrotten? Wie die Schwaene am Sempacher und Vierwaldst.See.Sind wir bequem? der Mensch hat keine Feinde?Die Menschen werden immer bünzliger, nur noch Geld und Machtgier regiert die Welt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Roy am 06.04.2019 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ehrliche Diskusion

    Biber-Pelze geben wunderbare, warme Mäntel und Jacken. Im Zeichen von Klimaschutz und Erderwärmung müssen alle natürlichen Ressourcen genützt werden, das ist Umweltschutz.

  • Naturfreund am 05.04.2019 13:11 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Möglichkeit gibt es.

    Doch. Es gibt eine Möglichkeit, wie der Golfplatz den Biber los wird. Packt eure Schläger und Bälle und zieht samt eurem künstlichen dreimilimeter Rasen weg. So weit wie möglich. Weg vom natürlichen Lebensraum der Natur. Punkt.

    • Rosa am 06.04.2019 09:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Naturfreund

      "Naturschützer" wie Sie sind der Untergang eines harmonischen Umgang von Mensch, Tier und Umwelt. Mit Fundamentalismus und Sektiererei kommen Sie nicht weiter. Wer andere zur Hölle wünscht wird niemals ein Paradies erreichen. Naturfreund = Menschenhasser?

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  • P. Mayer am 05.04.2019 13:03 Report Diesen Beitrag melden

    Untergang der Hochkulturen

    Kein Problem , einfach die Bieber machen lassen. Ist ja eh kein Unterschied, ob nun eine Bieber- oder Wolfsplage herrscht, der Schweizer ist sich schon gewohnt , sich allen unterzuordnen , inklusive den EU-Bürokraten in Brüssel. Schon die alten Griechen und Römer haben ihren Untergang gehabt, und die Schweiz wird ihn auch haben !

    • iron nie am 05.04.2019 13:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @P. Mayer

      Na ja, wenn durch ein paar Biber die Schweiz untergehen sollte war diese auch kaum einr Hochkultur.

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  • r.q am 05.04.2019 13:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    weiter so

    süsse nager. weiter so. die waren vor den bonzen da

    • von i.h am 05.04.2019 13:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @r.q

      Von den "Bonzen" hat ja anscheinend auch niemand reklamiert. Bericht gelesen? Es geht ja nur um die Sicherheit oder fänden Sie einen Baum, bei Ihrem"Bünzlispaziergang" am Bach, auf Ihrem Kopf so toll? Schon dieses Wort "Bonzen" deutet auf etwas Neid Ihrerseits hin oder irre ich da?

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  • biber baber am 05.04.2019 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Förster action

    wenn ich sehe wieviele bäume täglich von menschen gefällt werden ist dies nur ein tropfen auf den heissen stein. schade fällt man soviele bäume, sie würden schatten spenden und den regen Puffern, aber eben...der mensch ist und bleibt der schlauste. auch entlang der Strassen, klar fällt mal ein Blatt auf den teer, aber wenigstens gibts auch schatten etc....ach, der mensch. wir sollten endlich alle etwas langsamer werden und mehr Achtsamkeit der Natur schenken! der verkehr ist unglaublich laut, da würde wald entlang von Autobahnen helfen.