Konfliktpotenzial

10. März 2011 17:50; Akt: 10.03.2011 17:59 Print

Biber rücken immer näher an bewohntes Gebiet

von Tobias Bolzern - Hunderte Biber nagen derzeit fleissig im Thurgau. Da die Population stetig zunimmt, rücken die Biberfamilien immer näher an bewohnte Siedlungen. Das sorgt für Konflikte.

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Über 320 Biber sind vor zwei Jahren im Kanton Thurgau gezählt worden. Derzeit werden die Biber im Thurgau neu erfasst. «Es sind viele Tiere dazu gekommen», sagt der Wildbiologe Mathis Müller, der mit freiwilligen Helfern den Bestand der Biber in der Ostschweiz erfasst. Da die Population stetig zunimmt, wird der Lebensraum für die Tiere knapp «und die Biberfamilien rücken immer näher an bewohnte Gebiete heran», sagt Philip Taxböck, Projektleiter der Aktion Hallo Biber Ostschweiz. Dabei würden die Biber immer wieder «spannende» Lebensräume finden: So hat sich etwa eine Familie an der Murg mitten in Frauenfeld eingenistet.

Diese Nähe birgt aber Konfliktpotenzial: «Wir bekommen regelmässig Beschwerden wegen Biberschäden», so Roman Kistler, Amtsleiter der Jagd und Fischereiverwaltung Thurgau. Pro Woche werden ihm bis zu drei Fälle gemeldet. Die häufigsten Schäden seien überschwemmte Felder aufgrund des Dammbaus oder gefällte Apfelbäume auf Bauernbetrieben. Vor Ort versucht Kistler die Betroffenen als Vermittler zu beschwichtigen. «Wir verlegen zum Beispiel Röhren in die Biberdämme, um den Wasserstand wieder zu regulieren», so Kistler. Wenn es nicht anders möglich ist, wurde auch schon ein Biberdamm komplett versetzt.