Abstimmung

28. November 2010 18:34; Akt: 29.11.2010 07:46 Print

Bis 2050: Stadt St.Gallen will Atom-Ausstieg

Aus für den Atomstrom: Das St.Galler Stimmvolk sagt Ja zum Gegenvorschlag. Ab 2050 soll kein Strom aus Atomkraftwerken mehr genutzt werden.

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Mit 13'142 zu 9297 Stimmen ist heute, Sonntag zwar die SP-Initiative «Stadt ohne Atomstrom» vor dem St. Galler Stimmvolk abgeblitzt – der Gegenvorschlag des Stadtparlaments wurde aber mit 58,6 Prozent Ja-Stimmen klar angenommen. «Ich bin sehr glücklich mit dem Ergebnis», so Stadtrat Fredy Brunner. Das Ziel sei nun, im Rahmen des Energiekonzeptes bis 2050 «unter Wahrung der Versorgungssicherheit» den Anteil des Atomstroms auf Null zu reduzieren.

Bedauert wird dies vom überparteilichen Komitee 2xNein zum Atomstrom-Ausstieg: «Wir sind skeptisch, ob bis 2050 Atomstrom vollends durch andere Energien ersetzt werden kann», so Projektleiter Sven Bradke.

Mit der heutigen Annahme des 159-Millionen-Franken Kredits für ein Erdwärme-Kraftwerk in St. Gallen ist die Stadt einem Atom-Ausstieg aber bereits näher gekommen. 82,9 Prozent der Stimmbürger sprachen sich für den Kredit aus. Damit sei ein grosser Schritt in der Entwicklung der städtischen Energiepolitik gemacht, so Brunner.

Über eine ähnliche Vorlage entschied gestern auch das Stimmvolk der Stadt Bern. Dort wurde ebenfalls ein Gegenvorschlag zur Initiative angenommen. Dieser sieht den Atom-Ausstieg bis ins Jahr 2039 vor.

(tob)