Rätselhafte Hügel

25. April 2018 15:47; Akt: 25.04.2018 15:47 Print

«Bodensee-Stonehenge» ist von Menschen gemacht

Seit 2015 wird über den Ursprung einer Reihe von rund 100 Steinhügeln im Bodensee gerätselt. Nun wurden die Forschungsergebnisse ausgewertet.

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Als 2015 eine Tiefenvermessung des Bodensees ausgewertet wurde, entdeckten die Forscher in der Zone zwischen Romanshorn TG und Bottighofen TG eine Reihe von über 100 Steinhügeln mit Durchmessern von 15 bis 30 Metern. Sie liegen drei bis fünf Meter unter dem Wasserspiegel und verlaufen in teilweise regelmässigen Abständen parallel zum Ufer.

Seit der Entdeckung wurde über den Ursprung gerätselt. Zur Auswahl standen verschiedene Theorien. So könnte es sich um glaziale Ablagerungen des Bodenseegletschers vor rund 18'000 Jahren handeln.

Wie in Stonehenge

Die Steine könnten aber auch durch den Menschen entlang einer früheren Uferlinie oder sogar im Wasser aufgeschüttet worden sein. Spekuliert wurde weiter, die Steinstrukturen seien ein grosses astronomisches System – wie in Stonehenge, in Südengland.

Unter der Leitung des Amtes für Archäologie des Kantons Thurgau fanden mehrere Tauchgänge statt. Dabei wurden die Steinhaufen fotografiert und es wurden Hölzer geborgen, die sich darin verkeilt hatten.

Mit Georadargerät ausgemessen

Wissenschaftler untersuchten die Steinhügel vom Forschungsschiff «Kormoran» aus mit einem unter Wasser funktionierenden Georadargerät. Mit hochfrequenten elektromagnetischen Impulsen könne man damit die im Seeuntergrund versteckten Schichtgrenzen im Umfeld der Steinstrukturen erfassen, teilte der Thurgauer Informationsdienst am Mittwoch mit.

Die so gewonnenen Bilder lieferten neue Erkenntnisse zur Entstehung der Anhäufungen. Dazu gehört, dass die bis zu 40 Zentimeter grossen Steine auf den nacheiszeitlichen Seeablagerungen aufliegen. Sie sind damit nicht durch einen Gletscher entstanden, sondern müssen von Menschenhand errichtet worden sein.

Sache der Archäologen

Die Hügelreihe könnte in der Nähe der Haldenkante der möglicherweise damals noch im Trockenen liegenden Uferlinie gebaut worden sein. Damit sei klar, dass weitere Fragen von Archäologen und nicht mehr von Geologen geklärt werden müssten, heisst es.

Die geborgenen Hölzer aus einem der Hügel wurden inzwischen mit der Radiokarbon-Datierungsmethode untersucht. Sie stammen aus der Jungsteinzeit zwischen 3600 bis 3300 v. Chr. Allerdings könnten sie auch aus einer benachbarten Pfahlbausiedlung angeschwemmt worden sein und keinen Zusammenhang mit den Steinhügeln haben.

Das Amt für Archäologie des Kantons Thurgau plant im nächsten Winter, mit einer Unterwassergrabung einen der Hügel genauer zu untersuchen. Die bisherigen Ergebnisse seien nur ein Etappenziel auf dem Weg, eine Lösung des Rätsels zu finden.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andi am 25.04.2018 16:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Je älter der Bau

    Umso grösser die Steine. Bis jetzt konnte mir niemand plausibel erklären, wie 800t schwere Steinblöcke zugeschnitten, transportiert und angehoben wurden. Ist mit heutigen Mitteln richtig schwierig, aber vor 10000 Jahren offenbar kein Problem.

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  • Streichler am 25.04.2018 16:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Also ein richtiges Original

    Ich habe gehört, das original Stonehenge ist auch von Menschen gemacht!

  • Hermi am 25.04.2018 15:59 Report Diesen Beitrag melden

    Na sowas ...

    von Meschen gemacht! Ist ja unglaublich, von wem denn sonst?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Diver am 26.04.2018 17:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nice trim

    An die Taucher im Bild: saubere Tarierung, sehr gut! :-)

  • Hundini am 26.04.2018 15:56 Report Diesen Beitrag melden

    alles möglich

    Auf den Hügeln konnte man vielleicht mal wohnen, ohne dass man bei einer Überschwemmung Probleme bekam. Hügelgräber sind auch möglich. Jemand hat die Steine dort für den späteren Verkauf deponiert, aber nie mehr abgeholt. Es waren mal künstliche Inseln für die damaligen Badegäste. usw.

  • Indianer Jones am 26.04.2018 05:53 Report Diesen Beitrag melden

    Heiligtum

    Hab mal gelesen im Bodensee gäbe es Geothermische Aktivitäte, möglicherweise betrachteten die Urvölker diesen See als Heilig? Und daher diese Steindolmen?

    • Gabi am 26.04.2018 15:58 Report Diesen Beitrag melden

      Heilig

      Ja genau, wenn man etwas für heilig hält, dann baut man sofort einen Steinhaufen. Scheint plausibel.

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  • Ernst am 26.04.2018 02:12 Report Diesen Beitrag melden

    Haeufchen

    Ein paar Steinaufschuettungen mit Steinen von bis zu 40 Centimeter Durchmesser als Stonehenge zu betiteln ist schon etwas uebertrieben

    • OstCHer am 26.04.2018 11:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ernst

      Es sind ca 100 in schöner linearer Linie ! Nicht nur ein paar ...

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  • wild am 25.04.2018 22:14 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht Intresant

    Wer Interessiert das schon vielleicht ein par Forscher und was nützt das nebst vielen Kosten?

    • Andreas A. am 26.04.2018 08:19 Report Diesen Beitrag melden

      Interessant

      Was interessiert Sie denn? Arbeit, Essen und Schlafen bis man eines Tages nicht mehr aufwacht?

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