Thusis GR

21. Dezember 2017 14:08; Akt: 22.12.2017 11:43 Print

Lehrling (16) setzte Landi-Filiale in Vollbrand

Ein 16-jähriger Lehrling hat gestanden, ein Feuer in seinem Lehrbetrieb gelegt zu haben. Er wurde in einer geschlossenen Einrichtung untergebracht.

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150 Feuerwehrleute mussten am letzten Donnerstagvormittag ausrücken, um einen Brand in einer Landi-Filiale in Thusis GR zu löschen. Nun hat die Polizei einen 16-jährigen Lehrling festgenommen, der dafür verantwortlich sein soll.

Wie die Kantonspolizei Graubünden schreibt, ist der Jugendliche geständig. Er habe aus einem Gestell einen Behälter mit einer brennbaren Flüssigkeit genommen, davon etwas am Boden ausgeleert und anschliessend mit einem Feuerzeug angezündet. Was den Jugendlichen zu dieser Tat veranlasst hat, ist noch unklar und Gegenstand der Ermittlung, schreibt die Polizei.

Strafverfahren wegen Brandstiftung

Schon kurz nach dem Brand habe es Hinweise gegeben, dass das Feuer vorsätzlich gelegt worden sei. Die umfangreichen Ermittlungen hätten zum 16-Jährigen geführt. Er ist seit Sommer 2017 in der Landi in Thusis GR angestellt. Der Jugendliche absolviert eine Lehre als als Detailhandelsfachmann. Er werde vorsorglich in einer geschlossenen Einrichtung untergebracht. Gegen ihn ist ein Jugendstrafverfahren wegen Brandstiftung eröffnet worden.

Die Kantonspolizei schreibt weiter, dass bei der Untersuchung besonders die persönlichen Verhältnisse des Jugendlichen im Hinblick auf die in Betracht fallenden Massnahmen und Strafen abzuklären sind. Hierfür müssten allenfalls auch psychiatrische Gutachten eingeholt werden. Als Sanktionen fallen gemäss Jugendstrafgesetz ambulante oder stationäre Massnahmen oder Strafen, wie Arbeitsleistung, Busse oder Freiheitsentzug bis zu vier Jahren, in Betracht.

Beim Brand entstand gemäss ersten Schätzungen ein Sachschaden in Höhe von rund 8 Millionen Franken. Zwei Personen mussten wegen Verdachts auf Rauchvergiftungen mit der Ambulanz ins Spital transportiert werden.

Landi-Chef ist «bestürzt und sprachlos»

Joachim Kirchler, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Landi Graubünden AG sagt gegenüber 20 Minuten: «Ich bin zutiefst bestürzt und sprachlos.» Es sei unvorstellbar, was das Feuer hätte anrichten können, wenn die Mitarbeitenden nicht umgehend das Gebäude - unter Lebensgefahr - evakuiert hätten. «Ich danke ihnen zutiefst für ihre mutige Hilfe und bin froh, dass niemand zu Schaden gekommen ist. Auch den Einsatzkräften danke ich nochmals für ihre hochprofessionelle Arbeit.»

Den Eltern des Jugendlichen wünscht Kirchler «viel Kraft in dieser schweren Zeit». Ob der 16-Jährige seine Lehrstelle behalten darf, kann Kirchler noch nicht sagen.«Wir werden nun in den nächsten Wochen die neue Ausgangslage analysieren. Dabei schliessen wir auch rechtliche Schritte nicht aus.»


(jen/the)