Sonnenbräu

11. Juli 2014 15:13; Akt: 11.07.2014 15:13 Print

Büezer-Bier startet durch

von Jeremias Büchel - Im Mai lancierte die Rheintaler Brauerei Sonnenbräu ein Büezer-Bier. Mit Erfolg: Bereits dreimal war der Gerstensaft ausverkauft.

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Pünktlich zum Tag der Arbeit am 1. Mai brachte die Brauerei Sonnenbräu aus Rebstein SG ihr Büezer-Bier auf den Markt. Die Arbeiter scheinen darauf abzufahren: In den ersten drei Monaten nach der Lancierung war der Gerstensaft bereits dreimal vergriffen.

Braumeister Steffen Pawlak ist selber überrascht: «Bereits nach fünf Tagen waren wir das erste Mal ausverkauft.» Und so ging es weiter: Zehn Tage später waren wieder keine «Büezer» mehr an Lager und auch einen Monat nach Lancierung waren die braunen Bügelflaschen nicht mehr lieferbar. Nach zwei Wochen hatte man zwar noch Bier im Kessel, aber weder Flaschen noch Harasse zur Verfügung. Schnell mussten die Lieferanten nachproduzieren und das Bier abgefüllt werden.

«Wir waren optimistisch, dass das Büezer gut ankommen wird. Vom Run auf das Bier waren wir aber überrascht», so die 29-jährige Geschäftsführerin Claudia Graf. «Alle wollten das neue Bier probieren.» Auch die Grossverteiler und Gastronomie wollten von Anfang an Büezer im Angebot haben. «Das ist nicht selbstverständlich, meist reagieren Grosskunden eher abwartend», so Graf.

Bier mit Bagger geöffnet

40 000 Flaschen gingen allein in den ersten fünf Tagen nach Verkaufsstart über die Laden- und Bartheken. «Wir hatten mit dem Büezerfest mit Freibier und Landjäger einen fulminanten Start», so Braumeister Pawlak. Und Dank der prominenten Unterstützung von Paul Accola, der mit einem Bagger das erste Bier öffnete, einen tollen Werbeeffekt.

Natürlich haben der bodenständige Name und die urchige Flasche ihren Beitrag zum Erfolg gebracht. Darauf hat man auch bewusst gesetzt. «Wir wollten ein neues Feierabendbier für Jedermann kreieren», so Graf. Innovationen sind für kleine Brauereien nötig, um am Markt gegen die Grossen zu bestehen, sind sich Graf und Pawlak einig. Auch Aktionen wie das Bieröffnen mittels Bagger von Skilegende Accola sind für Regionalbrauereien wichtig. «Sonst haben wir als kleiner Player gegen die Grossen kein Brot. Zumal wir kein nennenswertes Werbebudget für grosse Kampagnen haben», meint Geschäftsführerin Graf. Ein weiterer Grund für den problemlosen Weiterbestand der Kleinbrauerei ist die regionale Verwurzelung des Familienbetriebs und die Markentreue der Rheintaler. «Bier braucht Heimat» ist denn auch der süffige Slogan der Sonnenbräu.

Frauen mögen Büezer

Auch geschmacklich scheint das Bier zu überzeugen. «Das Büezer-Bier ist mild, nicht bitter und schmeckt leicht malzig. Das scheint gerade bei den Damen gut anzukommen», so Braumeister Pawlak stolz.

Damit das Bier nicht mehr so schnell ausgeht, werden jetzt Massnahmen getroffen. «Wir planen, zwei neue Combitanks anzuschaffen», so Graf. «Es kann ja nicht sein, dass uns nochmals das Bier ausgeht.» Somit werden Büezer-Trinker nicht mehr auf dem Trockenen sitzen. Und auch weitere Innovationen sind geplant, aber noch nicht spruchreif.

Dass demnächst Mundartrocker Gölä Werbung für das Büezer machen wird, ist unwahrscheinlich: «Wir hatten gar nicht den Mut, ihn anzufragen. Vielleicht schreibe ich ihm nun doch mal einen Brief», schmunzelt Graf.