Keine Gnade mit Meister Petz

06. August 2013 12:56; Akt: 06.08.2013 13:31 Print

Bündner wollen Bären schon in Italien schiessen

Die Bündner Regierung fordert, dass Problembären schon vor dem Einwandern in die Schweiz geschossen werden. Auch in der Schweiz soll schneller zur Flinte gegriffen werden können.

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Problembären sollen schon in Italien geschossen werden, noch bevor sie nach Graubünden einwandern. Das fordert die Bündner Regierung. Sie hat den Bund aufgefordert, sich dafür bei den italienischen Behörden einzusetzen.

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Soll man die Bären schon in Italien abschiessen dürfen?
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Als Problembären gelten Bären, welche keine Scheu vor dem Menschen zeigen und sich wiederholt in Siedlungen blicken lassen. Diese Bären würden die Akzeptanz des Grossraubtieres bei der Bevölkerung erheblich belasten, teilte die Bündner Exekutive am Dienstag mit.

Darum sollen Problembären bereits «in einem frühen Stadium in ihrem ursprünglichen Territorium» erlegt werden. Die «florierende Bären-Population» im italienischen Trentino lasse solche Schritte durchaus zu, so die Regierung in Chur. Die Forderung nach einem frühzeitigen Abschuss in Italien ist das Resultat einer Standortbestimmung, die Graubünden zum Thema Bär vorgenommen hat.

Auch im Inland soll schneller auf Meister Petz geschossen werden können. Die Regierung fordert vom Bund, für einen einfacheren Vollzug von bewilligten Abschüssen zu sorgen. Die entsprechenden Konzepte des Bundes sollen nicht mehr durch «willkürliche Ergreifung von Rechtsmitteln» behindert werden.

Bund soll zahlen

Schliesslich fordern die Bündner von Bern mehr Geld. Damit soll der Mehraufwand entschädigt werden, welcher der Landwirtschaft und der kantonalen Verwaltung durch die Anwesenheit von Grossraubtieren entsteht.

Handlungsbedarf hat die Regierung aber nicht nur in Italien und auf Bundesebene entdeckt, sondern auch vor der eigenen Haustüre. Beim erstmaligen Auftreten eines Bären in einer Region habe die Bevölkerung einen hohen Informationsbedarf. Um diesen zu decken, wurden Informationen zum Umgang mit Bären unter dem Link www.baer.gr.ch zusammengefasst.

Weiter wurden mit der Standortbestimmung Massnahmen definiert, um die Prävention vor Problembären zu verbessern und eine stärkere Überwachung der eingewanderten Grossraubtiere zu ermöglichen.

Graubünden wurde in den letzten acht Jahren von insgesamt acht Bären aufgesucht. M13, der letzte Bär, wurde im Februar aus Sicherheitsgründen von der Wildhut abgeschossen.

(aeg/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anna am 06.08.2013 13:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Peinlich

    Da geht es doch nur wieder um so ein Männerding! Uhga Ahga Bär geschossen, ich bin grosse Mann und Jäger!:/ Man kann den Bären auch betäuben und in den Park nach Bulgarien bringen! Schon komisch, dass die Italiener sich nicht in die Hosen machen, die Schweizer aber schon! Wie bei allem halt....

  • Martina am 06.08.2013 13:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respekt ist das Schlagwort

    Lernt mal mit Tieren zusammenzuleben! Schliesslich waren die ja auch vor uns Menschen da! Was würden wir Menschen machen, wenn es umgekehrt wäre und Tiere Menschen abschiessen dürften? Die Schweiz hat wohl wichtigere Probleme als 1 oder 2 Bär(en), der/die 1mal im Jahr unsere Berge aufsucht/aufsuchen...

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  • Silvio am 06.08.2013 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    Soweit kommt es noch

    Ich hoffe Italien wird sich nicht darauf einlassen. Wieso sollen sie einen Bär für die Bündner auf ihren eigenen Territorium abschiessen. Soweit kommt es noch das Zwergenkanton den Italienern vorschreiben will, was sie auf ihren Grund und Boden zu tun haben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • J. Meyer am 06.08.2013 21:37 Report Diesen Beitrag melden

    Wofür mehr Geld?

    "Schliesslich fordern die Bündner von Bern mehr Geld. Damit soll der Mehraufwand entschädigt werden, welcher der Landwirtschaft und der kantonalen Verwaltung durch die Anwesenheit von Grossraubtieren entsteht." Kann mir einer mal verraten, welchen Mehraufwand ein Bär verursacht? Die gerissenen Schafe vielleicht? Die Anzahl solche Schafe sind weit geringer, als all jene Hirtentiere, die in diesen Bergen verunfallen oder sonstwie umkommen. Ein Hirtenhund vielleicht? Nun ja, der kostet vielleicht etwas, verhindert aber auch. Ich weiss nicht, ob diese komische Logik daher kommt, das man Schafe hat

  • peter am 06.08.2013 16:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein kuscheltier!!!

    viele städter vergessen gerne das meister petz hei kuscheltier ist und die bevölkerung und deren existenz im wallis bedroht. aber wenn ich die kommentare lese muss ich feststellen dass viele leute den bezug zur realität etwas verlieren.. so ein bär braucht platz und dass haben wir nicht (mehr)!

  • Dimitri Fehr am 06.08.2013 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Bär ist schon länger hier als der Mensch

    Bei dem Thema krieg ich nen riesen Hals. Ich bin weiss Gott kein WWF-ler, Peta-Aktivist usw. Aber diese schiess-geilen, sabbernden Tatergreis-Jäger gehen mir sowas von auf den Sack. Das Tier war vor uns Menschen hier, und statt einem Zusammenleben beizutragen, indem man sich Gedanken macht, wie das möglich wäre, schiesst man diese wunderschönen Geschöpfe ab. Es soll von mir aus eine staatliche Schaf/Geissen/Whatever-Versicherung geben, welche den geschädigten Bauern Zäune und Tiere ersetzt, welche einem Bär oder Wolf zum Opfer gefallen sind. Mein Steuergeld dürft ihr gerne so verwenden!

    • Dimitri Fehr am 06.08.2013 16:21 Report Diesen Beitrag melden

      Joker

      we stopped watching for monsters under the bed, when we realised they're inside of us.

    einklappen einklappen
  • Robert De Biasio am 06.08.2013 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Wo suchen

    Wo wollen sie suchen wenn es nichts zu finden gibt!!!

  • Marc am 06.08.2013 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Bünder und Walliser

    Sowohl bei den Bündern wie bei den Wallisern steht der Profit immer im Vordergund. Statt Massnahmen zu ergreifen (bsp. bärensichere Abfalleimer, Schutzhunde) um ein Zusammenleben mit Bären und Wölfen zu ermöglichen, wird lieber zuerst erschossen. Ist einfacher und billiger. Und für mich Grund in beiden Kantonen keine Ferien mehr zu verbringen. Und kommt mir jetzt nicht mit der kleinen Schweiz, in anderen Ländern spazieren Bären sogar durch die Stadt und werden trotzdem nicht erschossen, höchstens betäubt und ausserhalb wieder freigelassen.