Wienacht AR

13. Dezember 2019 04:53; Akt: 13.12.2019 08:38 Print

Das Christkind sucht einen Nachfolger

Der 80-jährige Willi Würzer aus Wienacht AR beantwortet Briefe an das Christkind. Der Aufwand ist beträchtlich. Gerne würde er etwas kürzer treten.

Zu Besuch beim Christkind in Wienacht. (Video: mig)
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Jeder Brief, auf dem eine Adresse zu finden ist, wird beantwortet. Das ist die Devise von Willi Würzer aus Wienacht AR. Der ehemalige Posthalter ist seit 35 Jahren das personifizierte Christkind. Bis zu 200 Briefe erhält Würzer jedes Jahr. Doch nicht nur aus der Schweiz, sondern auch viele aus dem Ausland.

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Alleine in diesem Jahr waren es laut dem Christkind aus Wienacht bis jetzt gegen 40 aus dem Ausland. «Die Briefe kommen aus aller Welt, etwa aus Ländern im Osten wie Russland oder Ukraine, aber auch aus asiatischen Ländern wie Taiwan oder China», so der 80-Jährige. Er vermutet, dass seine Adresse im Internet zu finden ist. Wobei Adresse nicht ganz richtig ist. Es reicht, wenn auf dem Brief steht «An das Christkind, 9405 Wienacht» und ausreichend frankiert ist.

Wandel der Zeit

Die Verfasser sind meist Kinder. Aber auch Erwachsene wenden sich an das Christkind. Die Wünsche sind vielfältig. «Die Mehrheit der Kinder wünscht sich Materielles. In den letzten Jahren immer mehr elektronische Geräte wie Laptops oder Handys.» Früher seien noch Holzspielzeuge hoch im Kurs gewesen. Einige Kinder würden sich aber auch wünschen, dass Mami und Papi wieder weniger streiten. Andere aber auch Frieden auf der ganzen Welt, so der 80-Jährige.

Die Wünsche kann Würzer nicht erfüllen. Aber jeder Absender bekommt eine persönliche Antwort. Das Christkind schickt jedem eine Weihnachtsgeschichte zurück mit persönlicher Widmung und Unterschrift. «Ich will den Kindern so eine Freude machen», sagt er und strahlt dabei. Die Couverts und den Inhalt schmückt er weihnachtlich mit Aufklebern. Finanziert wird alles vom lokalen Verkehrsverein. Auch sonst hat Würzer Unterstützung. Etwa beim Schreiben der Geschichten oder von der Post, die alle Briefe zu ihm nach Hause bringt. Im Dorf wissen alle Bescheid, was der frühere Posthalter jetzt macht.

Seit 35 Jahren beantwortet Willi Würzer hunderte Briefe

Wunsch nach mehr Zeit

Obwohl der 80-Jährige immer noch grosse Freude hat an dem, was er macht, denkt er langsam aber sicher ans Aufhören, wie «SRF Regionaljournal Ostschweiz» berichtete. «Ich beantworte die Briefe jetzt seit 35 Jahren. Nun möchte ich mehr Zeit für mich haben.» Die Stunden Aufwand pro Jahr hat Würzer nicht gezählt.

Besondere Fähigkeiten dazu braucht es nicht: «Meine Nachfolge braucht vor allem etwas: Zeit.» Eigentlich war die Nachfolge schon gefunden. Doch es wollte nicht klappen. Die Frau merkte, dass der Aufwand für sie als Mutter von drei kleinen Kindern und anderen Verpflichtungen zu hoch war. Und so kam es, dass auch dieses Jahr wieder Würzer für strahlende Gesichter von Kindern aus aller Welt sorgt.

(mig)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Die Nachdenkliche am 13.12.2019 06:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herzlichen Dank

    Oh ich danke Ihnen von ganzem Herzen, dass Sie Ihre Zeit & Geduld schenken. Wünsche Ihnen frohe Festtage & alles gute für die Zukunft

  • Dina am 13.12.2019 06:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das würde ich sofort machen!

    Aber ich wohne nicht in Wiehnacht. Was nun? Wo kann man sich melden?

    einklappen einklappen
  • Typhoeus am 13.12.2019 06:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wünsche

    Die schönsten natürlichen Instinkte der Menschen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Naturkind am 14.12.2019 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    aus aller Welt

    Oh so schön, eine solche Aufgabe würde ich auch gerne übernehmen. 35 Jahre ist eine lange Zeit um Weihnachtspost zu beantworten, wunderbar, dass Sie Herr Würzer diese Zeit aufgebracht haben. Eine Frage habe ich trotzdem. Wenn Ihnen Kinder aus aller Welt schreiben, dann bestimmt auch in verschiedenen Sprachen. Wie beantworten Sie diese und wie verstehen Sie jeweils was die Kinder geschrieben habe? Einen wohlverdienten Ruhestand und Frohe, besinnliche Festtage nach Wienacht Herr Würzer, möge eine gute Nachfolge für Sie gefunden werden.

  • Yves am 13.12.2019 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    TV Werbung der Post?

    Macht nicht die Post gerade Werbung dafür das kein Brief unbeantwortet bleibt? Dann hat die Post hier aber günstige Arbeitskräfte gefunden! Vielen Dank aber an die freiwilligen mit Herz.

  • etwa so am 13.12.2019 10:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In Weisstannen Gemeinde Mels

    Steht auch keine einzige weisse Tanne mehr.

  • wie was wo am 13.12.2019 09:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was hat jetzt eine Gemeinde

    mit Namen Wien Nacht zu tun? Es geht bei Weihnacht um die geweihte Nacht und hat weder mit Wien noch mit Wie nacht zu tun, verstehe das ganz und gar nicht und erkenne such keinen Zusammenhang. Das gibts doch auch eine Stadt Bethtlehem in Bern, was läuft da ab?

    • Silvester Ohnestall am 13.12.2019 11:48 Report Diesen Beitrag melden

      Silvester oder Stallone

      Schon mal von Dialekt gehört? Wienacht sagt man hier, nicht Weihnacht. Oder zum besser verstehen: Wiänacht Prost beim glühenden Wein saufen

    einklappen einklappen
  • Andy Sch am 13.12.2019 09:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jobinserat starten

    Cooler Job... Nicht abwertend gemeint, sondern man kann mit etwas Zeit Kinderaugen zum strahlen bringen. Es wäre doch schade, wenn es das Christkind nicht mehr gäbe! Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit, dass es mehrere Personen gemeinsam weiterleben lassen?