Bodensee

11. April 2019 15:45; Akt: 11.04.2019 15:45 Print

Das Rätsel ist noch immer nicht gelöst

Im Bodensee vor Güttingen TG befinden sich Überreste uralter Siedlungen. Um das Geheimnis zu lüften, sind Forscher derzeit wieder im Einsatz.

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Seit etwa zwei Monaten finden im Flachwasserbereich vor Güttingen erneut Untersuchungen durch das Amt für Archäologie Thurgau statt. Bereits 2008 wurde damit begonnen. Auf der etwa 240 Meter vom Ufer entfernten inselartigen Untiefe befindet sich eine massive Holzkonstruktion, der sagenumwobene Mäuseturm (siehe Box). Umstellt ist die Konstruktion in einem Quadrat von 15 mal 15 Metern mit Pfählen, die mittels dendrochronologischer Analyse ins 12. Jahrhundert n. Chr. datiert werden konnten. Im Mittelalter stand hier also eine Turmanlage, wie sie ähnlich in den Hafenanlagen von Arbon oder Rorschach-Heideländle einmal bestanden.

Bei den taucharchäologischen Untersuchungen von 2017 und 2018 kamen zum grossen Erstaunen der Forscher zusätzlich die Reste einer spätbronzezeitlichen Pfahlbausiedlung zum Vorschein. Untersuchte Pfähle weiter draussen im See datieren von der Römerzeit. Beide Pfahlfeldbereiche werden dieses Jahr weiter untersucht, um ihre Dimension abschätzen zu können.

Starke Erosionsspuren

Die neusten Funde bei der Untiefe des Mäuseturms lassen vermuten, dass Teile der Konstruktion römisch sein könnten. Der mittelalterliche Mäuseturm hätte in dem Fall einen römischen Vorgänger. «Die in diesem Jahr geborgen Hölzer werden zurzeit untersucht und liefern bald neue Erkenntnisse», heisst es am Donnerstag in einer Mitteilung.

Das geborgene Fundmaterial der Tauchgrabungen und auch die Pfähle zeigen starke Erosionsspuren. Deshalb wurden die Arbeiten auch dieses Jahr fortgesetzt. So können die Holzkonstruktionen dokumentiert, beprobt und weiteres Fundmaterial geborgen werden, bevor die Fundstelle verloren geht.

Die Taucharchäologen haben die aufwendige Infrastruktur, die eine Tauchgrabung benötigt, am Hafen von Güttingen und auf dem Arbeitsfloss, das vor Ort verankert ist, eingerichtet. Noch bis Ende April werden die Untersuchungen fortgesetzt.

Informationsveranstaltung

Informationen zu den laufenden Arbeiten sind beim Hafen Güttingen angebracht oder auf der Homepage des Amtes für Archäologie nachzulesen (www.archäologie.tg.ch).

Für Neugierige findet am Gründonnerstag, 18. April, ab 15 Uhr, eine Informationsveranstaltung statt. Gezeigt und erklärt werden die Abläufe der Tauchgrabung, die Beprobung und Analyse der Hölzer sowie das neuste Fundmaterial.

Bei guter Witterung können das Arbeitsfloss und die Fundstelle im See vom Boot aus besichtig werden.

(20M)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • 50+ am 11.04.2019 16:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    danke

    interessante Geschichte, bitte dran bleiben

  • Rolf am 11.04.2019 17:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rätsel gelöst

    Jetzt wissen wirs der Klimawandel hat im 12. Jahrhundert angefangen.

  • Vreni am 11.04.2019 19:01 Report Diesen Beitrag melden

    Fall ist klar

    Influencer, die mit ihrem stupiden Lebensinhalt mangels inexistentem Beitrag an die Gesellschaft sang und klanglos in der Masse untergegangen sind.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kater Carlo am 11.04.2019 19:07 Report Diesen Beitrag melden

    Teures Hobby

    Nach denn Sandbäseler haben jetzt auch die Unterwasser- Bäseler wieder eine Herkules- Aufgabe!

  • Vreni am 11.04.2019 19:01 Report Diesen Beitrag melden

    Fall ist klar

    Influencer, die mit ihrem stupiden Lebensinhalt mangels inexistentem Beitrag an die Gesellschaft sang und klanglos in der Masse untergegangen sind.

  • Rolf am 11.04.2019 17:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rätsel gelöst

    Jetzt wissen wirs der Klimawandel hat im 12. Jahrhundert angefangen.

  • 50+ am 11.04.2019 16:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    danke

    interessante Geschichte, bitte dran bleiben

  • Erklärer am 11.04.2019 16:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schnauf

    War da schon klimawandel und im see verschwunden! Was es wohl ausgelöst hat? Wir nehmen an die motorsägen der pfahlbauer und das tiefe ausschnaufen des CO2 weil sie immer zu fuss ohne auto und flieger gehen mussten!

    • Neumann am 11.04.2019 17:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Erklärer

      Gut erklärt, Erklärer. Sprechen Sie doch mal beim BR in Bern vor, die haben das noch nicht gecheckt. Darum wollen sie bald überall ausser Autobahn Tempo 30, für den Anfang...

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