Openair Frauenfeld

14. Juli 2014 06:32; Akt: 14.07.2014 11:44 Print

Das friedliche Ende einer grossen Schlammschlacht

Nach vier Tagen im Schlamm traten die Openair-Helden von Frauenfeld am Sonntag die Heimreise an. Ihre Dreckspur zog sich durch die halbe Schweiz.

Mit Hochdruck gereinigt: Ein Leser-Reporter filmte beim Bahnhof Frauenfeld.
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155'000 Eintritte zählten die Veranstalter des diesjährigen Openair Frauenfeld - ein Rekord. Allein am Samstagabend waren es 46'000, die durch den Schlamm auf der Grossen Allmend wateten. Ein Grossteil von ihnen trat am Sonntag die Heimreise an. Selbst in den Bahnhöfen von Zürich, Bern, Luzern oder St. Gallen waren ihre Spuren noch zu sehen.

Sowohl bei der SBB als auch bei der Frauenfeld-Wil-Bahn standen mehrere Putzequipen im Dauereinsatz. Auf dem Bahnhof Frauenfeld wurden die Openair-Gänger mit Hochdruckreinigern vom Schmutz befreit, bevor sie den Zug bestiegen. 17 Sonderzüge verkehrten laut SBB-Sprecher Reto Schärli ab Frauenfeld. «Dass die Openair-Besucher den Schlamm in die öffentlichen Verkehrsmittel tragen, ist nicht zu vermeiden», so Schärli. Nach den starken Regenfällen habe man nichts anderes erwartet. Der Zusatzaufwand werde auch nicht weiter verrechnet: «Das Openair kann ja nichts dafür, dass die Besucher wegen des Wetters schmutzige Schuhe haben.»

«Es war trotz des Regens ein gutes Openair», lautet die Bilanz von Salomé (19), Melinda (22) und Amela (19) aus Lausanne. «Natürlich war es nass, aber die Veranstalter haben gut reagiert.» Mit tonnenweise Holzschnitzel haben diese versucht, das Gelände begehbar zu halten. Bauchef Jörg Müller rechnet mit einem Mehraufwand von bis zu 5000 Mannstunden, um das Gelände wieder in den ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen.

Hohe No-Show-Quote

Ein Dämpfer für die Veranstalter ist der geringere Absatz bei der Festival-Gastronomie. Laut Festival-Sprecher Joachim Bodmer wird mit einem Minus von 20 Prozent gegenüber dem Budget gerechnet. «Das ist auf das kühle Wetter zurückzuführen und auf die Tatsache, dass 2000-3000 Besucher nicht gekommen sind, obwohl sie ein Ticket gekauft hatten.» Eine solche No-Show-Quote habe es noch nie gegeben in Frauenfeld.

Das kühle Wetter hatte aber sein Gutes, wie Bodmer betont. «Der Anlass verlief ausgesprochen friedlich, es gab keine Hitzköpfe.» Die Thurgauer Polizei bestätigt: «Es wurden keine Gewalt- oder Sexualdelikte angezeigt», sagt Mediensprecher Andy Theler. Auch Vandalenakte waren kaum zu verzeichnen. Der grösste Zwischenfall war, als zwei Toi-Toi-WCs in Flammen aufgingen.

Auf dem Festival-Polizeiposten wurden bis gestern Mittag knapp 40 Diebstähle angezeigt, deutlich weniger als 2013. Meist wurden Wertsachen aus Zelten gestohlen. Elf Personen wurden festgenommen, die meisten wegen Drogenhandels.

Die Sanität Thurgau zählte 925 Konsultationen (Vorjahr 1150). 213 Personen mussten ärztlich behandelt werden, etwa gleich
viele wie 213, fast alle wegen Alkohol- und Drogenvergiftungen.

(eli)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marc am 14.07.2014 10:21 Report Diesen Beitrag melden

    Helden?

    Ist man jetzt schon ein Held wenn man ein Kommerz-Open-Air besucht?

  • heretic am 14.07.2014 08:03 Report Diesen Beitrag melden

    bedenklich

    ich habe gestern den beitrag auf teletop gesehen, wie es nach dem openair auf dem zeltplatz aussah und wie die chaoten alles zerstörten. als wir früher ans openair gingen, wurde alles was wir mitbrachten auch wieder mit nach hause genommen auch wenn alles voll dreck war. was haben wir heute für eine degenerierte generation? nur weil ein openair viel kostet muss man sich doch nicht benehmen wie ein schwein.

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  • Paul Egloff am 14.07.2014 08:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Luxus oder?

    Reste auf dem Open Air Platz: Habt Ihr die Bilder gesehen mit den Bergen an Luxusabfall wie Zelte, Schlafsäcke, Matratzen..... Sind wir so verwöhnt? Geht es uns zu gut?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nadine am 14.07.2014 16:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht so toll

    Leider fand ich dieses OA nicht so toll... Der Regen war nicht mal das schlimmste....ich fand...die Organisation echt schrecklich... letztes Jahr war alles super und vorletztes Jahr auch... aber dieses Jahr haben die Organisatoren an den falschen Ecken gespart...Einige Acts waren echt gut... aber das ist transparent wenn man die Organisation anschaut....sorry...

  • Meier Albert am 14.07.2014 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    Wer bezahlt dies?

    Es geht nicht darum ob die SBB hier ein Schuld trägt. Natürlich nicht. Aber werbe zahlt diesen Mehraufwand? Wieder die Allgemeinheit oder die, die das verursachen?

  • Maren am 14.07.2014 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    Abzocke

    In den letzten Jahren sind Open-Airs sowieso ein No-Go: Nur noch kommerz. Abzocke wos nur geht, Bier für 6.-, Getränkelimite beim Einlass usw. sowie schlecht organisiert. Ich meide Open-Airs in der Schweiz immer je mehr. Geht mal nach Holland, Portugal etc.!

    • Reto Busser am 15.07.2014 21:26 Report Diesen Beitrag melden

      Abzocke pur!

      "Bier für 6.-" Kein Vergleich zu den 9 Franken für eine 1,5 Liter Flasche normales Mineralwasser im Freibad der Stadt Frauenfeld.

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  • Tobias Jordan am 14.07.2014 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Zurück in der Zivilisation

    Bin nach dem Openair durch den zivilisierten Flughafen Zürich gelaufen. Da waren schon einige Augenpaare auf uns gerichtet :P Aber war trotzdem ganz lustig :D

  • marcel am 14.07.2014 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    kein wunder steigen die SBB Tickets..

    und wieder zahlt die Allgemeinheit den dreck den die Besucher des openairs in die züge tragen würden......