Ostschweiz

09. November 2018 05:46; Akt: 09.11.2018 05:46 Print

Das ist der meistgehasste Selecta-Automat

von Julia Ullrich - Selecta-Automaten geraten häufig ins Visier von Vandalen. Besonders oft wird im Rheintal zugeschlagen. Nicht immer wird im Anschluss etwas daraus gestohlen.

Das sind die am häufigsten beschädigten Selecta-Automaten der Ostschweiz.

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Zwei 14-Jährige brachen erst kürzlich den Selecta-Automaten am Bahnhof in Au SG mit einer Axt auf und stahlen daraus mehrere Getränke. Lange konnte sie sich an ihrer Beute nicht erfreuen. Ein Passant hatte sie beobachtet und die Polizei verständigt. Diese konnte die Übeltäter schnappen.

«Der Automat in Au ist ständig ganz kaputt oder zumindest beschädigt», so ein Anwohner gegenüber 20 Minuten. Gefühlt einmal im Monat blicke man in eine gesprungene Scheibe, erzählt eine weitere Pendlerin. Dass die Axt-Attacke in Au kein Einzelfall war, bestätigt auch Patrizia von Gunten, Mediensprecherin von Selecta. Au zähle zwar zu den absoluten Spitzenreitern in der Deutschschweiz, sei aber mit sieben Sachbeschädigungen im Jahr 2018 bisher nicht der am meisten betroffene.

Vier von fünf sind im Rheintal

Laut von Gunten gibt es in der ganzen Schweiz rund 3200 Selecta-Automaten im öffentlichen Bereich. Bisher seien rund 200 davon beschädigt worden. «Den ersten Platz in der Ostschweiz teilen sich Sulgen TG und St. Margrethen SG mit jeweils neun Meldungen und sieben bisher ersetzten Scheiben in diesem Jahr», so von Gunten. Danach folgen weitere drei Standorte aus dem St. Galler Rheintal. «Oft sind es eher unauffällige Standorte», sagt die Mediensprecherin.

Auch mit Blick auf die gesamte Schweiz schaffen es Sulgen und St. Margrethen ins Ranking der Top-5-Automaten, die am häufigsten beschädigt wurden: «Sie liegen direkt hinter drei Orten in der Westschweiz», so von Gunten. Platz 1 geht an einen Automaten in Satigny GE. Dort habe es im Jahr 2018 bereits elf Sachbeschädigungen gegeben und acht Mal habe man die Scheibe bereits tauschen müssen, so die Mediensprecherin.

«In jedem Falle eine Anzeige»

Doch warum zerstört man mutwillig Selecta-Automaten? Laut Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, gibt es diverse Motive: «Manche machen nur aus Frust die Automaten kaputt und andere gehen primär auf das Geld, was sich darin befindet.» Dies sei aber von Täter zu Täter verschieden, so Krüsi. Dass es den Tätern um die Lebensmittel gehe, sei eher selten.

Dass so eine Sachbeschädigung aber kein Lausbubenstreich ist, sondern ernsthafte Konsequenzen haben kann, mussten auch die zwei 14-Jährigen aus Au erfahren: Sie haben sich nun vor der Jugendanwaltschaft des Kantons St.Gallen zu verantworten. Und auch bei Selecta toleriert man solche Aktionen nicht: «Eine Anzeige wird in jedem Falle gemacht. Selbst ohne Tatverdächtige geht diese gegen Unbekannt», so von Gunten.