Umbau Spital Altstätten

07. September 2018 14:52; Akt: 07.09.2018 14:52 Print

Planung gestoppt – trotz Baubewilligung und Kredit

Die Planung und der Baustart für die Erneuerung und Erweiterung des Spitals Altstätten SG werden vorläufig gestoppt. Dasselbe gilt fürs Spital in Wattwil SG.

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Der Verwaltungsrat der Spitalverbunde des Kantons St. Gallen fordert bezüglich Erneuerung und Ausbau des Spitals Altstätten eine «Denkpause». (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller) (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)

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Den Planungsstopp beim Spital Altstätten hat der Verwaltungsrat der Spitalverbunde des Kantons St. Gallen entschieden. Hintergrund ist die mögliche Schliessung von Spitälern. Im Communiqué vom Freitag ist von einer «Denkpause» die Rede.

Der Spitalverwaltungsrat wolle verhindern, dass Gelder ausgegeben würden, die sich nicht mit der zukünftigen Strategie deckten. Es sei davon auszugehen, dass «auch für den Spitalstandort Altstätten Anpassungen beim Leistungsangebot möglich sind».

«Denkpause» auch für Wattwil

Die Planungsarbeiten und der Baustart fürs 85-Millionen-Projekt werden deshalb bis auf weiteres vertagt. Im Bauprojekt Altstätten sei noch keine definitive Entscheidung gefällt worden, heisst es. Eine gleiche «Denkpause» hatte der Verwaltungsrat vor einer Woche bereits fürs Spital Wattwil verkündet.

Baubewilligung erteilt

Der Stadtrat von Altstätten erteilte inzwischen die Baubewilligung für das Projekt, nachdem Rekurse das Vorhaben verzögert hatten. Die Baubewilligung dürfte demnächst rechtskräftig werden. Dies nahm der Verwaltungsrat der Spitalverbunde zum Anlass für einen vorläufigen Stopp des Projekts.

Der Verwaltungsrat hatte im vergangenen Mai der Regierung und dem Kantonsrat vorgeschlagen, aus Kostengründen die Bettenstationen in den fünf Regionalspitälern Flawil, Wattwil, Walenstadt, Altstätten und Rorschach zu schliessen. Patienten sollen nur noch in St. Gallen, Wil, Uznach und Grabs stationär behandelt werden.

Proteste in den Regionen

Dieser Paukenschlag führte zu Protesten in den betroffenen Regionen und zu einer hitzigen Spitaldebatte in der Juni-Session des Kantonsrats. Die SP etwa kritisierte den Spitalverwaltungsrat heftig und verlangte die Prüfung von Alternativen.

Die St. Galler Stimmberechtigten hatten Ende 2014 Kredite von 805 Millionen Franken für die Erneuerung und den Ausbau der Spitäler gutgeheissen. Die Zustimmung zum Generationenprojekt betrug über 70 Prozent. Durch die vom Verwaltungsrat verordneten «Denkpausen» ist jetzt ein Teil dieser Investitionen wieder infrage gestellt.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ein Rheintaler am 07.09.2018 20:02 Report Diesen Beitrag melden

    Man kann nicht alles haben

    St.Gallen möchte auch eine Medizinische Universität werden und investiert dazu rund eine Milliarde Franken in das Kantonsspital St.Gallen. Irgendwo muss dann halt gespart werden. Ob das Volk das will interessiert die Politiker wie immer nicht.

  • töggi am 07.09.2018 15:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    geldverschwendung

    krass der neubau wurde erst im frühjahr eröffnet und der alte teil ist jetz komplett ausgeräumt. und die denken einfach so über die schliessung nach. dieser Verwaltungsrat sollte sämtliche kosten selber übernehmen

  • Fred Knall am 07.09.2018 18:32 Report Diesen Beitrag melden

    Volkswirtschaftlicher Nonsens

    Die Urteilsfähigkeit der damaligen Stimmbürger ist in Frage gestellt. Offenbar wurden diese vor der Abstimmung, oder auch die Abstimmung selber, derart manipuliert, dass dies nun als volkswirtschaftlicher Nonsens bezeichnet werden muss. Die zuständige Politik versucht nun händeringend gegenüber dem Stimmbürger dies zu begründen. Es geht hier im ein Milliarden-Budget. Stellen sie sich vor, Sanierung und Neubauten, in diesem Volumen dieses Kantons, in einer geographischen Distanz rund alle 30-40 Kilometer. Wohlgemerkt nicht erwähnt sind die Spitäler in aller nächster Kantons-Nachbarschaft.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Medizinstudent am 07.09.2018 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir wollen keine schliessungen..

    Die grossen Spitäler sind wie Fabriken. Wir brauchen die Spitäler in Wattwil und Altstätten.

  • E.H. am 07.09.2018 22:34 Report Diesen Beitrag melden

    Absolut richtiger Entscheid

    Absolut richtiger Entscheid. Wir können uns diese einzigartige Spitaldichte einfach nicht mehr leisten. Gewisse Spitäler sind nun mal überflüssig. Das sollte die SP auch mal realisieren. Oder ist die SP für höhere Krankenkassenprämien? Unternimmt darum der SP-Bundesrat nichts?

  • Snax am 07.09.2018 22:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin sehr u zufrieden

    Es kann nicht sein, dass wir immer mehr Menschen haben, aber immer weniger Spitäler. Es kann nicht sein, das wir immer mehr Menschen haben, aber die Praxen von Zahn - und Hausärzten immer weniger präsent sind. Ab Freitagmittag Wochenende. Ich selbst bin in der glücklichen Lage gesund zu sein. Aber auch ich werde einmal alt. Und obwohl ich hoffe das es so weitergeht, kann man nie sagen wie es wird.

  • Ein Rheintaler am 07.09.2018 20:02 Report Diesen Beitrag melden

    Man kann nicht alles haben

    St.Gallen möchte auch eine Medizinische Universität werden und investiert dazu rund eine Milliarde Franken in das Kantonsspital St.Gallen. Irgendwo muss dann halt gespart werden. Ob das Volk das will interessiert die Politiker wie immer nicht.

  • Fred Knall am 07.09.2018 18:32 Report Diesen Beitrag melden

    Volkswirtschaftlicher Nonsens

    Die Urteilsfähigkeit der damaligen Stimmbürger ist in Frage gestellt. Offenbar wurden diese vor der Abstimmung, oder auch die Abstimmung selber, derart manipuliert, dass dies nun als volkswirtschaftlicher Nonsens bezeichnet werden muss. Die zuständige Politik versucht nun händeringend gegenüber dem Stimmbürger dies zu begründen. Es geht hier im ein Milliarden-Budget. Stellen sie sich vor, Sanierung und Neubauten, in diesem Volumen dieses Kantons, in einer geographischen Distanz rund alle 30-40 Kilometer. Wohlgemerkt nicht erwähnt sind die Spitäler in aller nächster Kantons-Nachbarschaft.