Zu wenig Lohn

07. Juli 2014 13:42; Akt: 07.07.2014 13:42 Print

Der Stadtpolizei laufen die Leute davon

Immer mehr Stadtpolizisten kündigen aus finanziellen Gründen. Diese Sorge äussert die GPK an der Rechnungssitzung des Stadt- Parlaments. Die Stadt will nun handeln.

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Polizisten der Stadtpolizei sollen künftig mehr verdienen. (Bild: Keystone)

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Die Löhne der St.Galler Stadtpolizisten beschäftigen die Stadtregierung. Wie das «Tagblatt» schreibt, hat sich die Geschäftsprüfungskommission (GPK) erkundigt, wieso es im vergangenen Jahr zu so vielen Kündigungen im städtischen Polizeikorps gekommen ist.

Die Stadt beschäftigt rund 250 Polizisten. Neun hatten im letzten Jahr ihren Dienst gekündigt. Die Abgangsgründe sind laut dem «Tagblatt» vielfältig: Zwei Polizistinnen wurden Mütter, zwei Mitarbeiter verliessen das Korps aus gesundheitlichen Gründen, einer ging in Pension und die restlichen vier wechselten in andere Polizeikorps. Hier hakt die GPK nach: Deren Präsident Michael Hugentobler vermutet, dass finanzielle Anreize die Polizisten zu einem Wechsel bewogen haben könnten.

Handlungsbedarf erkennbar

Wie Stadtrat Nino Cozzio sagt, herrscht tatsächlich ein Lohnunterschied zwischen den Kantons- und Stadtpolizisten. Die Lohnschere weite sich aber nicht ins Unendliche. Nach etwa zehn Dienstjahren gleiche sich die Lohnkurve zwischen Stadt und Kanton wieder an. Dennoch erkennt der Stadtrat Handlungsbedarf. «Nach den Sommerferien werden wir konkrete Beschlüsse fassen», verspricht Cozzio. Es sei davon auszugehen, dass die Löhne angehoben werden. Denn eine Anpassung müsse sein. «Es funktioniert wie in der Privatwirtschaft: sind die Löhne am anderen Ort viel attraktiver, gehen die guten Leute weg.»

Job bei Stadtpolizei interessant

Wie GPK-Präsident Michael Hugentobler sagt, würde die vollständige Lohnanpassung etwa 800 000 Franken kosten. Cozzio warnt unterdessen davor, das Lohnthema zu dramatisieren. Es gebe genug Gründe, bei der Stadtpolizei zu arbeiten. Die Arbeit im urbanen Raum sei spannend und abwechslungsreich – «vielleicht sogar interessanter als auf dem Land.»

(jeh)