Kriminalstatistik 2019

23. März 2020 17:19; Akt: 24.03.2020 09:19 Print

Deutlich mehr Gewalttaten im Kanton St. Gallen

Die Zahl der polizeilich erfassten Straftaten ist im Kanton St. Gallen im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. Stark zugenommen haben aber die Gewaltdelikte.

Stefan Kühne, Leiter der Kriminalpolizei St. Gallen, informiert über die Kriminalstatistik 2019 (Video: zvg).
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Total wurden 2019 in St. Gallen rund 25'000 Straftaten erfasst, wie aus der am Montag veröffentlichten Kriminalstatistik der Kantonspolizei hervorgeht. Ausschlaggebend für den Rückgang um 6 Prozent waren vor allem die Drogendelikte (-1462). Die Polizei führt dies auf den straffreien Einzug von Kleinmengen an Drogen zurück.

Deutlich mehr Gewalttaten im Kanton St. Gallen

Massiv zugenommen haben die schweren Gewalttaten (Tötungsdelikte, Körperverletzungen, Raub und Vergewaltigungen). Die Statistik weist hier gegenüber dem Vorjahr einen Sprung von 69 auf 115 Taten aus. Sämtliche Tötungsdelikte und Tötungsversuche wurden aufgeklärt. Insgesamt konnte die Polizei 60 Prozent der Straftaten klären.

1231 Cyber-Delikte

Erste Jahreszahlen legte das im Herbst 2018 gebildete «Kompetenzzentrum Cybercrime» der Polizei und der Staatsanwaltschaft vor: Von den total erfassten 1231 Cyber-Delikten waren die Mehrheit (923 Fälle) Vermögensdelikte wie Internet-Betrüge. Hinzu kamen 174 Sexualdelikte, vorwiegend Internet-Pornografie, sowie Beschimpfungen und üble Nachrede.

Die Polizei vermutet bei den Cyber-Delikten eine hohe Dunkelziffer, weil nur ein kleiner Teil der Straftaten angezeigt würden. Die Zahlen zeigten, wie eminent wichtig die permanente Weiterentwicklung der Strafverfolgungsbehörden sei - speziell im Bereich Cyberdelikte, heisst es.

Weniger Gewalt im Kanton TG, mehr Straftaten im Kanton AR

2019 hat die Zahl der Straftaten im Thurgau leicht abgenommen. Es gab weniger Gewalt-, aber deutlich mehr Betrugsdelikte. Gemäss der am Montag veröffentlichten Kriminalstatistik wurden 9419 Straftaten registriert, das ist gegenüber 2018 eine Abnahme um 4 Prozent.

Die Häufigkeitszahl, die Anzahl Straftaten pro 1000 Einwohner, sank von 35,7 auf 34. Schweizweit liegt die Häufigkeitszahl deutlich höher, bei 50,6 Straftaten pro 1000 Einwohner. Leicht gesunken ist die Aufklärungsquote: Knapp 42 Prozent der Delikte wurden aufgeklärt.

Die Zahl der Gewalttaten ging um 2 Prozent auf 974 zurück. Bei der schweren Gewalt konnten beide versuchten Tötungsdelikte aufgeklärt werden. Die Zahl der schweren Körperverletzungen stieg von 9 auf 12, auch diese Delikte wurden alle aufgeklärt.

Die Kriminalstatistik der Ausserrhoder Kantonspolizei weist für das vergangene Jahr 2139 Straftaten aus. Das sind 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Zwei von drei Delikten konnte die Polizei aufklären.

(rc/sda)