Walter und Altherr

07. Dezember 2011 19:13; Akt: 07.12.2011 19:13 Print

Die Ostschweiz feiert ihre Ratspräsidenten

In Wängi TG und Trogen AR stiegen am Mittwoch Empfänge für die neugewählten Präsidenten von National- und Ständerat. Verwandte und Freunde von Hansjörg Walter und Hans Altherr liessen sich durch Regen und Kälte nicht vom Feiern abhalten.

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Der neue Nationalratspräsident Hansjörg Walter (SVP) ist am Mittwoch in seinem Heimatkanton Thurgau und in seinem Wohnort Wängi feierlich empfangen worden. Trotz Regen und Kälte feierten mehrere hundert Frauen, Männer und Kinder «ihren» höchsten Schweizer. Der Extrazug aus Bern mit Hansjörg Walter, seiner Familie, Bundesrätin Simonetta Sommaruga und zahlreichen Bundesparlamentariern jedwelcher politischer Couleur kam kurz nach 14 Uhr in der Thurgauer Hauptstadt Frauenfeld an.

Die Jugendmusik Kreuzlingen spielte auf, und Kinder und Jugendliche schwangen die Fahnen der 80 politischen Thurgauer Gemeinden. Der Thurgauer Grossratspräsident Peter Kummer nannte Hansjörg Walter «einer aus unseren Reihen». Keine noch so teure Image-Kampagne des Kantons vermöge Art und Wesen der Thurgauerinnen und Thurgauer besser zu vermitteln wie Hansjörg Walter, der vielen Menschen ein Vorbild sei.

«Mit Saft und Kraft»

Nach der Ansprache Kummers wurden der Nationalratspräsident und die Ehrengäste in Kutschen zum Marktplatz in Frauenfeld gefahren. In einem Festzelt sprachen der Thurgauer Regierungspräsident Kaspar Schläpfer und SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga zur gut gelaunten Festgemeinde. Kaspar Schläpfer sagte, der Thurgau bringe immer wieder Bauern hervor, die in der Schweiz bedeutende Funktionen ausübten. Hansjörg Walter setze diese Tradition fort. Mit Saft und Kraft aus dem Thurgau: so handle Hansjörg Walter. Der Politiker und Landwirt aus Wängi sei nun ein Jahr lang quasi der inoffizielle Botschafter des Kantons Thurgau in Bern.

Simonetta Sommaruga sagte mit Blick auf die bevorstehenden Bundesratswahlen und zur in diesem Zusammenhang oft genannten Konkordanz, Konkordanz heisse, mit dem Herzen miteinander verbunden zu sein. Das sei in der Politik - «seien wir ehrlich» - manchmal vielleicht doch etwas viel verlangt. «Bei Hansjörg Walter fällt es uns aber leicht», sagte sie. Sommaruga nannte Hansjörg Walter einen herzlichen Menschen und Politiker. Er gehe auf andere zu, könne zuhören und begegne auch politisch Andersdenkenden mit Respekt. Das zeichne ihn aus. Mit diesen Eigenschaften sei er ein sehr guter Repräsentant der Schweiz.

Nach dem offiziellen Festakt begaben sich Gäste und Besucher nach draussen auf den Marktplatz. Dort wurden ihnen Thurgauer Spezialitäten, Speisen und Tranksame, offeriert. Hansjörg Walter sagte gegenüber der SDA, der Empfang sei für ihn ein emotionaler Moment. Er hatte im Zelt vor den Gästen keine politische Rede gehalten, sondern sich einfach bedankt.

Der Beinahe-Bundesrat

Am späten Nachmittag ging die Reise der Gäste aus Bern mit einem Extrazug der Frauenfeld-Wil-Bahn nach Wängi, dem Wohnort Hansjörg Walters. In der Dammbühlhalle gab es nach einer Ansprache des Gemeindeammanns ein offizielles Festbankett.

Hansjörg Walter wurde am Montag mit einem Glanzresultat zum «höchsten Schweizer» gewählt. Er ist der elfte Thurgauer, der den Nationalrat präsidiert. Der amtierende Schweizer Bauernpräsident ist 60 Jahre alt und seit 1999 Mitglied des Nationalrats. 2008 wurde er als Sprengkandidat wider Willen um ein Haar in den Bundesrat gewählt; es fehlte eine Stimme.

Stolze Appenzeller

Der neue Ständeratspräsident Hans Altherr wurde in seinem Wohnort Trogen auf dem Landsgemeindeplatz festlich empfangen. In St. Gallen stieg der Ausserrhoder FDP-Politiker, begleitet von Gästen aus Politik und Armee, auf einen Extrazug der Appenzeller Bahn um. Beim Zwischenhalt nahm Altherr Gratulationen der St.Galler Regierungspräsidentin und neuen Ständerätin Karin Keller-Sutter entgegen.

Beim Festakt in der Kirche Trogen würdigte Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf den Ständeratspräsidenten als «echten Liberalen» und als «offenen, kritischen Geist», der still, aber wirkungsvoll politisiere. 2012 werde für die Schweiz kein einfaches Jahr werden, sagte Widmer-Schlumpf. Viele Fragen seien offen. Sie überreichte Altherr eine symbolische Baustellenlampe - damit im Ständerat nie das Licht ausgehe. Der Ausserrhoder Landammann Hans Diem überbrachte die Glückwünsche der Kantonsregierung.

Hans Altherr war am Montag einstimmig (mit 41 Stimmen) zum Präsidenten der kleinen Kammer gewählt worden. Altherr ist der fünfte Appenzell Ausserrhoder, der den Ständerat präsidiert.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • franz am 07.12.2011 21:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist der Aufschrei "des Steuerzahlers"

    Dass sich ausgerechnet ein Vertreter der Partei, die bei jedem Rappen, der an Steuergeld ausgegeben wird teilweise auf öffentliche Kosten feiern lässt ist schon ein bisschen fragwürdig. Erstaunlich allerdings nicht wirklich.

Die neusten Leser-Kommentare

  • franz am 07.12.2011 21:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist der Aufschrei "des Steuerzahlers"

    Dass sich ausgerechnet ein Vertreter der Partei, die bei jedem Rappen, der an Steuergeld ausgegeben wird teilweise auf öffentliche Kosten feiern lässt ist schon ein bisschen fragwürdig. Erstaunlich allerdings nicht wirklich.