Nach Brunner-Rücktritt

10. Januar 2016 19:00; Akt: 10.01.2016 19:01 Print

Die Ostschweiz sucht den Polit-Superstar

von J. Büchel - Nach dem Rücktritt von Toni Brunner als SVP-Parteipräsident ist kein Ostschweizer mehr gross auf der politischen Bühne in Bern vertreten. Nun ruht die Hoffnung auf Karin Keller-Suter.

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Nach dem Rücktritt von Toni Brunner als SVP-Präsident am Samstag verschwindet im April der letzte Ostschweizer vom politischen Parkett der höchsten Etage. Ende letzten Jahres war bereits Eveline Widmer-Schlumpf aus dem Bundesrat ausgeschieden, womit die Ostschweiz bereits eine Leaderfigur verlor.

Auch bei den Wahlen für die Fraktionsspitzen der grossen Parteien ging die Ostschweiz leer aus: Die Wilerin Barbara Gysi verlor die Wahl zum Fraktionspräsidium der SP gegen Roger Nordmann aus dem Kanton Waadt.

Ritter als letzter Vertreter

Für den Ostschweizer Politbeobachter Reto Antenen ist damit klar, dass kurzfristig kein Ostschweizer die Region in führenden politischen Gremien vertreten wird. «Es verbleibt noch der Rheintaler CVP-Nationalrat Markus Ritter, der den Schweizerischen Bauernverband präsidiert», so Antenen. Es wäre aber für die Region wichtig, dass sie mindestens von einer weiteren Person in einem wichtigen politischen Amt vertreten und repräsentiert wird. «Sonst entsteht wieder der Eindruck, die Schweiz höre in Winterthur auf.» Wegen der peripheren Lage müsse sich die Ostschweiz Gehör verschaffen. «Die Welschen am anderen Rand der Schweiz machen das viel besser», so Antenen. Doch der Ostschweiz würden teilweise die entsprechenden Persönlichkeiten fehlen, bedauert Antenen.

Keller-Sutter gilt als gesetzt

Für die freiwerdenden Präsidien der CVP und FDP meldeten sich keine Kandidaten aus der Ostschweiz. Es gibt aber dennoch eine Chance für die Ostschweiz: «Vielleicht gibt Bundesrat Schneider-Ammann nach seinem Jahr als Bundespräsident das Amt ab. Dann wäre Karin Keller-Sutter eine ideale Nachfolgerin», meint Antenen. Keller-Sutter habe als ehemalige St. Galler Regierungsrätin Exekutiverfahrung und als Ständerätin kenne sie den Politikbetrieb in Bern aus dem Eff-Eff. Zudem ist sie als Frau Anfang fünfzig eine ideale Kandidatin für das magistrale Amt.

Mittelfristig habe die Ostschweiz laut Antenen aber noch mehr zu bieten. Zu nennen wäre etwa FDP-Ständerat Andrea Caroni (35), der letzten Herbst erfolgreich vom National- in den den Ständerat wechselte oder FDP-Senkrechtstarter Marcel Dobler (35): Der Digitec-Gründer schaffte aus dem Nichts die Wahl in die grosse Kammer des Parlaments. Bei der CVP könnte Benedikt Würth (47) irgendwann den Sprung aus der St. Galler Regierung nach Bern antreten, möglicherweise direkt aufs grosse Politparkett.

Reimann statt Rösti?

Bei der SVP St. Gallen bedauert man, mit Toni Brunner einen direkten Vertreter in der nationalen Parteileitung zu verlieren. Ob man jemanden aus St. Gallen ins Rennen ums Parteipräsidium schicken werde, weiss Herbert Huser, Präsident der SVP St. Gallen, noch nicht: «Wir haben auch erst von der Vakanz erfahren und müssen die Frage intern erörtern.» Lukas Reimann hätte gute Voraussetzungen, stimmt Huser auf Anfrage zu. «Er ist Präsident der Auns, hat seine Ausbildung abgeschlossen, hat viel politische Erfahrung und ist noch jung.»

Für Huser ist aber nicht matchentscheidend, dass ein Ostschweizer Parteipräsident wird. Albert Rösti, der von der Parteileitung als möglicher Brunner-Nachfolger vorgeschlagen wird, sei eine gute Option. Als Wahlkampfleiter bei den Wahlen für das eidgenössische Parlament habe Rösti einen «Superjob» gemacht.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter am 10.01.2016 17:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schon vergessen?

    Keller-Suter - ist das nicht jene, die einer illegal eingereisten Sozialfall-Familie im Kt.St.Gallen eine Aufenthaltsbewilligung zuschanzte?

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  • Mama am 10.01.2016 19:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die schöne

    Ich mag keller -sutter sehr, schätze sie, aber finde das auch sie, vor der EU auf die Knie gehen würde, und das alles nur wegen einem Ämtli für Brüssel

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  • Stubeli am 10.01.2016 18:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Polit-Superstar

    Karin Keller Sutter bezeichne ich ganz und gar nicht als Polit-Superstar! Ich finde sie allerhöchstens Mediengeil, denn wirklich etwas vernünftiges hat sie bis heute nicht zustande gebracht!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lisa am 11.01.2016 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Brunner vermisst niemand

    Karin Keller-Sutter ist Knallhart. Die Beste Wahl Um die Ostschweiz zu vertreten. Bin dafür. Sie hat Ahnung und weiss genau was und wie sie es tun muss.

  • Schwiizerbueb am 11.01.2016 01:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Als Bundesräte ganz sicher...

    Niemals C. Markwalder oder A. Caroni! Diese beiden haben schon das Format absolut NICHT für dieses hohe Amt in den BR! Es braucht keine Plaudertaschen im Berner Bundeshaus, sondern MACHER, die was drauf haben und nicht immer nur nach Einigkeit "Mitte/Links/Grün" blöken! Da wäre Roger Köppel der beste aus der Vorschlags-Serie, der könnte sich vor allem FÜR den ERHALT der Schweiz einsetzen - und NICHT für dessen Aufgabe und auch NICHT für einen EU-Beitritt, womit die Mitte/Links/Grünen leider immer darauf schielen und ums "verworgen" durchzwängen möchten, um dem Moloch doch noch beizutreten!

  • Heugümper am 10.01.2016 22:42 Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Sie haben ganz vergessen, den aktuellen Genesungsstand des gebrochenen Fusses von Frau Rickli zu erwähnen! Gelegenheit für einen weiteren Blockbuster mit dem Stichwort SUV verpasst!

  • Bernadette Stauffer am 10.01.2016 22:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Polit-Superstar

    Schade das unser Sönneli geht,Toni Brunner,war einsame Spitze!Weiterhin viel Glück und Gesundheit Toni

  • Bernadette Stauffer am 10.01.2016 22:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Polit-Superstar

    Hopp Karin Keller,Sie wären die Beste