Innovation

05. September 2018 05:40; Akt: 05.09.2018 06:21 Print

Diese Beinprothese besteht aus Plastikmüll

Zwei Ostschweizer Studenten entwickelten ein kostengünstiges Beinprothesensystem für Amputierte in weniger entwickelten Ländern. Nun gewannen sie den nationalen James Dyson Award.

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«Wir wollten unsere Fähigkeiten als Designer nutzen, um etwas Positives zu bewirken», so Fabian Engel (26) aus St. Gallen. Zusammen mit seinem Kollegen Simon Oschwald (26) aus Chur hat er an der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK Industriedesign studiert. Mit ihrer Diplomarbeit «Project Circleg» haben die beiden eine Innovation entwickelt. Das Projekt ist ein neuartiges Beinprothesensystem, das für Menschen mit einer Beinamputation in weniger entwickelten Ländern kreiert wurde.

Damit konnten die beiden jungen Studenten den diesjährigen nationalen James Dyson Award abräumen. Aus 31 eingereichten Schweizer Projekten wurden sie in Zusammenarbeit mit der Swiss Design Association und einer Jury zu den Gewinnern erkoren. Dass ihr Projekt so überzeugte, überraschte die beiden Studenten: «Wir sind beeindruckt von der Qualität der teilnehmenden Projekte und freuen uns deshalb umso mehr, dass unsere Idee als nationaler Gewinner gekürt wurde», so die beiden.

Verwendung von recycelten Abfällen

Aufgrund von Verkehrsunfällen, mangelnder medizinischer Versorgung oder gewalttätigen Konflikten ist in weniger entwickelten Ländern die Nachfrage nach kostengünstigen Beinprothesen sehr hoch. Allerdings fehlte bis anhin ein zufriedenstellendes und kostengünstiges Prothesensystem.

Durch die Verwendung von recycelten Kunststoffabfällen und den bestehenden Produktionsmethoden vor Ort kann die Beinprothese lokal und kostengünstig hergestellt werden: «Das Projekt erfüllt auf einer sozialen, ökonomischen und ökologischen Ebene alle Anforderungen», so Engel. Durch ihren Sieg räumten die beiden Ostschweizer ein Preisgeld von 2600 Franken ab und haben nun die Chance, den internationalen James Dyson Award zu gewinnen. Es sei grossartig, dass sie nun internationale Aufmerksamkeit für ihre Entwicklung bekommen: «Das motiviert uns weiterzumachen.» Die nächsten Schritte der beiden Studenten seien, den Prototyp und das System weiter zu verbessern und sich auf die Implementierung in Kenia zu fokussieren.

(lad)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Erica am 05.09.2018 09:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation...

    ...den beiden jungen Studenten. Endlich wieder einmal ein Bericht der viele Menschen aufrüttelt, an die Ärmsten der Armen auf unserer Welt zu denken. Auch wenn Spenden nicht immer dort ankommen wo sie sollten, die Beinprothesen dieser zwei innovativen Schweizer Jungs tun es bestimmt.

  • Peter, Meier am 05.09.2018 09:03 Report Diesen Beitrag melden

    Haben Sie eine Zulassung vom BAG?

    Ich wunder mich was unser BAG, dazu sagen würde. Da es sehr viele Auflagen und sehr strenge Vorschriften hat, für ein solches Produkt. Für eine Beinprothese für Kinder, wollt Ihr nicht wissen was alles von euch verlangt wird als Produzent, Hersteller, Importeur von Materialien -vom BAG und der Chemikalien Anmeldestelle Schweiz. Kinder nehmen diese Produkte auch mal in den Mund.

  • Heidi Heidnisch am 05.09.2018 07:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grossartig

    Und in dieser Richtung, bezüglich Recycling, ist noch unendlich vieles offen. Soviel wie wiederverwertbarer Müll herumliegt und schwimmt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Maler50 am 05.09.2018 13:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gratuliere

    Gratuliere,eine wirklich gute Idee.

  • LA c am 05.09.2018 10:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genial...

    So a super Sach! Herzlichi Gratulation

  • Erica am 05.09.2018 09:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation...

    ...den beiden jungen Studenten. Endlich wieder einmal ein Bericht der viele Menschen aufrüttelt, an die Ärmsten der Armen auf unserer Welt zu denken. Auch wenn Spenden nicht immer dort ankommen wo sie sollten, die Beinprothesen dieser zwei innovativen Schweizer Jungs tun es bestimmt.

  • Ricola am 05.09.2018 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    Sehe die Innovation nicht

    Nichts gegen die Leistung oder das Vorhaben als solches aber worin liegt die Innovation? Recycling-Kunststoff gibts seit Jahrzehnten und Beinprothesen auch. Nur weil man diese nicht aus frischem sondern aus recycletem Kunststoff macht, ist daran nichts innovativ. Die Preise könnten auch bei neuen Prothesen genau so günstig sein, das wollen nur die Hersteller nicht.

  • Peter, Meier am 05.09.2018 09:03 Report Diesen Beitrag melden

    Haben Sie eine Zulassung vom BAG?

    Ich wunder mich was unser BAG, dazu sagen würde. Da es sehr viele Auflagen und sehr strenge Vorschriften hat, für ein solches Produkt. Für eine Beinprothese für Kinder, wollt Ihr nicht wissen was alles von euch verlangt wird als Produzent, Hersteller, Importeur von Materialien -vom BAG und der Chemikalien Anmeldestelle Schweiz. Kinder nehmen diese Produkte auch mal in den Mund.