Zernez GR

16. Mai 2019 16:49; Akt: 16.05.2019 16:49 Print

Diese Erfindung soll den Festival-Müll reduzieren

Die After-Bilder der grossen Openairs sorgen immer wieder für Kopfschütteln. Grund: Tausende Zelte bleiben auf der Wiese zurück. Gemietete Zelte aus Karton sollen das verhindern.

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«Karton statt Plastik», lautet die Lösung des holländischen Unternehmens «KarTent». Die Firma entwickelt Zelte aus Karton, die vor allem für Festivals gut geeignet sein sollen. Vom Konzept ist auch Dominique Lauber, Präsident des Burning Mountain Openairs in Zernez GR, überzeugt. Wie die «Südostschweiz» berichtet, ist eine einjährige Versuchsphase zwischen dem Festival und dem holländischen Zelthersteller geplant.

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Dass es längst Zeit für eine Veränderung ist, zeigen etwa Bilder und Videos des letzjährigen Openair Frauenfeld. Obwohl Besucher pro Zelt 20 Franken Depot hinterlegen müssen, das man zurückerstattet bekommt, wenn man das Gelände gemeinsam mit seinem Zelt verlässt, ist der Anreiz für viele dennoch zu gering. Viele Zelte und Gegenstände werden direkt am Campingort liegen gelassen. Ein junger Besucher brachte es damals gegenüber 20 Minuten auf den Punkt: «Warum mitnehmen? Hier liegt eh so viel Müll.»

Drohnen-Video zeigt das Schlachtfeld des OAFF 2018. (Video Marlon und Christian Tanner)

Zelt in Autowaschanlage getestet

Um dem entgegenzuwirken, will das Burning Mountain Festival dieses Jahr auf die Kartonzelte setzen. Und die umweltfreundliche Alternative soll auch Wind und Wetter standhalten: «Natürlich ist das Zelt wasserfest. Wir verwenden einen hochwertigen Karton mit langen Holzfasern», schreibt das Unternehmen KarTent auf seiner Website. Das Zelt sei so entwickelt worden, dass Wasser und Feuchtigkeit kein Problem darstellen.

Hier sieht man, wie das Zelt in einer Autowaschanlage getestet wird. (Video: KarTent/YouTube)

Allerdings ist die Karton-Alternative nicht ganz billig. Das Zelt schlägt beim Festival mit 91.80 Fr. zu Buche. Dafür stehe es laut Website des Burning Mountains bei der Ankunft bereits bezugsfertig parat. Das Zelt soll Platz für zwei Personen und deren Gepäck bieten. Ob es sich auch an grossen Openairs, wie etwa dem in Frauenfeld behaupten kann, bleibt offen.

Unterkunft ist wiederverwendbar

Online kann man die bescheidene Unterkunft bereits ab 34,95 Euro für ein Kind, oder die grössere Ausführung für 54,95 Euro kaufen. Der Händler verspricht, dass das Zelt einfach auf- und abzubauen und dementsprechend wiederverwendbar sei. Wie genau das geht, sehen Sie unten im Video:

Wie Lauber auf Anfrage von 20 Minuten sagt, werden die KarTents nach Gebrauch am Festival entsorgt: «Die Zelte sind ja schon aus recycltem Abfall. Wir geben den Karton also wieder in den Kreislauf.» Sollte der Pilotversuch glücken, sollte einer längerfristigen Zusammenarbeit nichts im Wege stehen, so der Präsident des Festivals.

Das Burning Mountain ist ein Goa-Festival. Es findet vom 20. bis 23. Juni 2019 in Zernez GR statt.


(juu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Elson-7 am 16.05.2019 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nette Idee

    Aber würden die Leute ein wenig Anstand und Respket haben, bräuchte es sowas nicht. Ich gehöre noch zu denn jüngeren Semester. Aber mir wurde beigebracht, dass man seinem Müll wegräumt oder mitnimmt - alles so hinterlässt wie man es angetroffen hat.

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  • Openair Veteran am 16.05.2019 17:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gahts no?

    Einweg ist kein Weg! Aber passt zur Zeit, hauptsache irgendwo steht etwas von Co2 einsparen drauf. Ob es dann so ist, naja man weiss es nicht. Eines ist klar, der Hersteller verdient sicher gut Geld. Für ein Openair genügt ein billiges Zelt welches man immer wieder mit nach Hause nimmt. Aber offensichtlich ist das schon zuviel verlangt von unserer Spassgesellschaft.

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  • L.P. am 16.05.2019 16:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich lach' mich krumm

    Ihr glaubt wohl ans Christchindli. Die Zugedröhnten interessiert das doch nicht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter am 17.05.2019 07:57 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Richtung

    Das Karton-Zelt ist der falsche Ansatz. Die Leute müssen begreifen, dass man nicht einfach alles wegwerfen kann. Ein Depot von mindestens Fr. 100.00 pro Zelt an einem Open-Air wäre sinnvoller.

    • alice am 17.05.2019 16:21 Report Diesen Beitrag melden

      JDEE

      finde ich Gut und die Zelte einsammeln Reinigen lassen und für einen guten Zweck wieder verkaufen?

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  • busa am 17.05.2019 07:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klima

    So eine sauerei nach einem Openair! Sind das die gleichen wie fürs Klima auf die Strasse gehen?

  • kurt am 17.05.2019 07:29 Report Diesen Beitrag melden

    Der Kern der heutigen Probleme

    Nicht die Symptome lindern sondern die Ursache bekämpfen.

  • Desillu am 17.05.2019 07:26 Report Diesen Beitrag melden

    Anderer Weg

    Den Festival-Besuchern mitteilen, dass das Open Air für das nächste Jahr ausgesetzt wird, wenn sie nicht aufräumen. Spass-Entzug nütz anscheinend mehr als Gebühren. Sind eben geistig noch Kinder geblieben.

    • ae am 17.05.2019 07:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Desillu

      20 stutz depot ist auch viel zuwenig, min.500 stutz wären angebracht.

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  • 80er Boy am 17.05.2019 07:25 Report Diesen Beitrag melden

    Problem

    Das Problem sind nicht die Zelte sondern die Zeltbesitzer/innen. Mir wäre es nie im Leben in den Sinn gekommen mein Zelt nach dem Openair stehen zu lassen. Auch wenn es kaputt gegangen wäre.