Bütschwil SG

20. Mai 2019 18:09; Akt: 20.05.2019 18:09 Print

Wird dieses Rätsel je gelöst?

In der Thur unterhalb von Bütschwil sterben seit 2015 massenweise Bachforellen. Wieso ist unklar. Durch Untersuchungen konnten nun gewisse Ursachen ausgeschlossen werden.

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«Irgendwann stellt sich uns die Frage, was wir noch machen können», sagt Michael Kugler, Mitarbeiter beim St. Galler Amt für Natur, Jagd und Fischerei, gegenüber dem «St. Galler Tagblatt». Kugler koordiniert die Untersuchung des Forellensterbens in der Thur. Mit ihm arbeitet das Amt für Wasser und Energie, Experten der Universität Bern sowie das Schweizerische Zentrum für Ökotoxikologie der Eawag in Dübendorf. Auch involviert in die Untersuchungen sind zwei Münchner Universitäten, da im deutsch Fluss Iller ähnliche Probleme festgestellt wurden.

Das Problem: In der Thur unterhalb von Bütschwil SG sterben seit 2015 jeden Sommer zahlreiche Bachforellen. Bei den Jungfischen sind jeweils bis zu 80 Prozent betroffen. Die Symptomatik der sterbenden Fische ist immer gleich: Innerhalb weniger Tage färbt sich die Haut der Fische dunkel und sie kommen um. Fachleute stellten bei den toten Tieren Organschäden an Leber und Herz fest, dazu Blutarmut. Durch die Blutarmut kann der Körper keinen Sauerstoff mehr transportieren, was zum Ersticken der Fische führt.

Resultate sind ernüchternd

Nun sind die ersten belegbaren Ergebnisse der monatelangen Untersuchungen zu den Ursachen des Forellensterbens da. Diese sind ernüchternd: «Konkrete Resultate haben wir kaum», wird Kugler zitiert. Immerhin: Zwei mögliche Ursachen konnten ausgeschlossen werden. «Wir sind sicher, dass es nicht das Reovirus ist und auch keine Schwermetalle», so Kugler. Was klar sei, ist, dass die Tiere übermässig gestresst seien. Das habe man in ihren Hormonen nachweisen können.

Ursprünglich wurden drei mögliche Ursachen in Betracht gezogen: Schädliche Chemikalien, die ins Wasser gelangt sind, biologische Faktoren oder eine Schwächung des Immunsystems der Tiere durch gewisse Stoffe. Zweiteres scheint nach momentanen Kenntnissen am wahrscheinlichsten. Dabei kommen diverse Bakterien, Viren, Algen und Toxine in Frage, die von anderen Organismen produziert werden.

Die Situation wird auch diesen Sommer genau beobachtet und dokumentiert. Man hoffe, die Suche so weiter einschränken zu können. Ob das gelingt, und wie lange die Suche nach des Rätsels Lösung noch dauert, ist laut Kugler unklar: «Die Möglichkeiten sind beschränkt.» Wenn die weiteren vertieften Analyseverfahren keine Klarheit bringen, seien die Mittel des Kantons langsam ausgeschöpft und die Suche müsste irgendwann eingestellt werden.

(mwa)