St. Gallen

04. Dezember 2019 04:53; Akt: 04.12.2019 10:16 Print

Dieses Stück ist voller Spontaneität und Intuition

Im Januar feiert das Komiktheater Premiere seiner Eigenproduktion «Glücksentdecker». Zu den Schauspielern gehören Menschen mit Beeinträchtigung.

Das Komiktheater ist mit seinem Stück «Glücksentdecker» bereit für die Bühne. (Video: del)
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Das Komiktheater ist das einzige professionelle Theater mit Menschen mit Beeinträchtigung in der Ostschweiz. Eine der Schauspielerinnen ist Manuela Baldinger. Sie wohnt selbstständig mit ihrem Lebensgefährten und ihrem Hund in Goldach SG. Für die 40-Jährige ist es etwas ganz Spezielles, beim Komiktheater dabei zu sein: «Schon als Kind wollte ich immer mal ein Clown sein, um den Menschen Freude zu bringen, damit sie für einen Moment ihre Sorgen und Schicksalsschläge vergessen können.» Geprobt und gearbeitet wird jeden Tag. Einen Ausgleich zum Theater schafft unter anderem Gestalterisches, Musik oder Bewegung.

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Die Schauspielerin Manuela Baldinger erzählt vom Theater. (Video: del)

Seit der achten Klasse spielte Baldinger immer wieder Theater. Das Schönste daran sei, wenn die Leute lachten und klatschten. Als Schauspielern trifft sie aber auch immer wieder auf Schwierigkeiten. «Momentan habe ich am meisten Probleme damit, in meine Rolle der Ella zu finden.» Zum Thema Glück, das in der Eigenproduktion «Glücksentdecker» im Zentrum steht,
meint die 40-Jährige: «Gesund sein heisst für mich glücklich sein.» Ein anderer Schauspieler, Silas Obertüfer, definiert Glück wie folgt: «Für mich ist Glück, Schauspieler sein zu dürfen.»

Rollen werden gemeinsam erarbeitet

Wie Olli Hauenstein, der künstlerische Leiter des Theaters, erklärt, werden die Rollen den Schauspielern angepasst: «Wir achten auf die Eigenschaften und Stärken eines Schauspielers und kreieren so ihre Rollen.» Das Stück entsteht also mit aktiver Mitwirkung der Schauspieler.

Komiktheater feiert Premiere

Dass man dabei immer wieder herausgefordert wird, ist für Hauenstein selbstverständlich. «Herausforderungen gibt es in der Kunst immer, egal ob mit oder ohne Handicap», sagt er. So könne es immer passieren, dass jemand seinen Text vergisst oder etwas nicht ganz nach Plan läuft. «Hier gehört zu den Herausforderungen, dass die Darsteller anders denken und andere Vorstellungen haben. Sie leben in einer anderen Welt, und diese beiden Welten müssen sich finden. Das braucht Geduld und Ausdauer und ab und zu auch neue Methoden.» Gefragt seien Spontanität und Intuition.

Zu den schönsten Momenten seiner Arbeit mit den Schauspielern gehöre ihre Motivation: Obwohl es sehr streng sei, kämen sie immer mit Freude, so Hauenstein. Projektkoordinatorin Gee Hauser ergänzt: «Jedes Mal bemerke ich ihre Lust und Freude, auf der Bühne zu stehen. Und bei jedem Auftritt wachsen sie aufs Neue über sich hinaus.» Das Ziel des Stückes: «Gemeinsam Herzen gewinnen.»

(del)

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