Ostschweiz

14. Februar 2019 05:49; Akt: 14.02.2019 09:07 Print

Dieses Trio macht einen auf dicke Hose

Drei junge St. Galler verschenken Luxusartikel über Social-Media-Gewinnspiele. Ihr angeblicher Reichtum soll aus dem Online-Handel stammen.

Hier machen die drei St. Galler, die sich selbst als «Kaiser», «Sultan» und «König» bezeichnen, eine Ansage zum nächsten Gewinnspiel. (Video: privat)
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«Da uns einige Leute angeschrieben haben und meinten, dass wir zu viel Geld ausgeben, kamen wir auf die Idee mit den Gewinnspielen», sagt einer der drei Männer bei seiner Anfrage an 20 Minuten. Die drei nennen sich KSK, was für Kaiser, Sultan und König steht. Auf ihren privaten Social-Media-Accounts geben sie Einblick in ihren pompösen Lifestyle. So leeren die drei in Clubs teuren Vodka über ihre Luxusuhren und halten dies auf Video fest. Zudem posieren sie mit Luxussportwagen, die, wie sich herausstellt, nicht ihnen gehören.

Seit einigen Tagen betreiben die Männer im Alter von 19, 21 und 24 Jahren einen gemeinsamen Instagram-Account, auf dem sie wöchentlich Gewinnspiele veranstalten. «Letzte Woche verlosten wir unter anderem ein Iphone XS und dieses Mal wird etwas von MCM verschenkt», sagt der 19-Jährige. Sie wollten damit beweisen, dass sie nicht so arrogant seien, wie sie sich in den sozialen Netzwerken präsentierten, sagen die drei.

Woher stammt das Geld?

Zwei der Männer geben an, Unternehmer zu sein: «Wir leiten seit gut einem Jahr einen Online-Shop und verkaufen Sachen über Wish und Ebay.» Dieser Shop ist aber weder über die offiziellen Namen der Besitzer noch über die Google-Suche auffindbar. Ihre Erklärung: «Der Online-Shop ist aus der Schweiz nicht zugänglich. Wir haben die Schweiz nicht berücksichtigt aufgrund der strengen Zollauflagen.» Laut eigenen Angaben verkaufen die Selfmade-Unternehmer dort Elektronik, Schmuck, Beleuchtungen und mehr.

Via Instagram bietet der «Sultan» zudem einige Rolex-Uhren an. Die abgebildeten Uhren dürften jedoch gefälscht sein, wie Experten gegenüber 20 Minuten bestätigen. «Alle Uhren sollten echt sein», entgegnet der 19-Jährige und fügt eilig an: «Wenn nicht, wurde ich über den Tisch gezogen.» Später heisst es dann plötzlich, dass die Uhren gar nicht ihm gehörten. Stattdessen soll der «Kaiser» der Eigentümer sein. «Er ist im Gold- und Schmuckhandel tätig», lautet die Erklärung. Kurz darauf wird das Instagram-Profil auf privat gestellt.

«Mit Drogen nichts zu tun»

«Wir sind keine Millionärskinder. Wir haben alles selbst erarbeitet», betont «Sultan». Aufschluss darüber könnten ihre Promo-Videos für die Gewinnspiele geben. Darin sitzen die drei in bester Gangster-Manier an einem Tisch, vor sich Drogendealer-Utensilien wie Waage, Streifen und Mühle. Damit konfrontiert, bestreitet die Gruppe, überhaupt etwas mit Drogen zu tun zu haben: «Niemand von uns verkauft oder konsumiert illegale Substanzen.» Die Aufnahmen seien im Keller eines Freundes gemacht worden: «Da er Epilepsie hat, konsumiert er legales CBD-Cannabis.»


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