Zu viele Zebrastreifen

17. März 2009 23:15; Akt: 17.03.2009 20:32 Print

Doppelt so viele Tote auf Zebrastreifen

von Raphael Corneo - Die Strassen im Kanton sind sicherer geworden. Trotzdem: Die tödlichen Unfälle auf Fussgängerstreifen haben sich im letzten Jahr verdoppelt.

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«Wir haben im Kanton zu viele Zebrastreifen», sagt Sepp Hutter, Chef der St. Galler Verkehrspolizei. Dies könne ein Grund sein, wieso sich im letzten Jahr die tödlichen Unfälle auf Fussgängerstreifen verdoppelt haben. Von sechs toten Fussgängern waren vier auf Zebrastreifen verunfallt, wie die gestern präsentierte Unfallstatistik 2008 zeigt. Das Problem: Fussgängerstreifen werden laut Hutter mit Sicherheit gleichgesetzt. «Viele Passanten sind zu wenig aufmerksam und erzwingen ihr Vortrittsrecht», sagt auch Philipp Ronner, Geschäftsführer des TCS St. Gallen. Wie Hutter will aber auch er das Handzeichen oder gar das Vortrittsrecht für Autofahrer nicht wieder einführen. Das führe nur zu mehr Unsicherheit, argumentiert Ronner. «Die Polizei prüft nach jedem Unfall die Sicherheit der Zebrastreifen und lässt wenn nötig bauliche Massnahmen vornehmen», sagt dazu Hutter.

Obwohl auch die Gesamtzahl der Verkehrstoten von 18 auf 23 gestiegen ist, konnte die Polizei gestern für 2008 eine positive Bilanz ziehen. Die Zahl der Unfälle im Kanton nahm um fast vier Prozent ab, jene der Verletzten gar um elf Prozent.