La Punt GR

26. November 2019 14:25; Akt: 26.11.2019 16:15 Print

Drei Kugeln überlebt und dann von Adler getötet

Bei La Punt GR wurde im Mai dieses Jahres ein toter Bartgeier gefunden. Nun liegen die Untersuchungsergebnisse vor. Er starb offenbar bei einem Kampf mit einem Steinadler.

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Beim 12-jährigen Bartgeier, der im Mai diesen Jahres tot aufgefunden wurde, handelt es sich um das Individuum GT047. Im Jahre 2007 flog dieser männliche Vogel in der Val Tantermozza aus – als einer der ersten wildgeschlüpften Bartgeier in der Schweiz seit dessen Wiederansiedlung. In den Jahren 2012 und 2013 bildete er zusammen mit einem weiblichen Tier das «Paar Val Foraz» und seit 2014 gehörte er zum «Paar Chamuera». In diesem Jahr wurde er von einem anderen Männchen abgelöst, verblieb aber im Tal.

Ende Mai wurde GT047 bei der Burdunbrücke, Val Chamuera tot aufgefunden. Wie alle Totfunde von Steinadlern, Uhus und Bartgeiern wurde auch dieser Vogel von Mitarbeitern des Amts für Jagd und Fischerei und der Stiftung Pro Bartgeier/Vogelwarte Sempach in Chur genau untersucht. Die Analyse ergab, dass er sehr wahrscheinlich Opfer eines Kampfs mit einem Steinadler wurde, wie die Standeskanzlei Graubünden am Dienstag in einer Mitteilung schreibt. Der zehnte Halswirbel war gebrochen und die Halsmuskulatur und die Speiseröhre wiesen scharfe Schnittverletzungen auf, die auf die Einwirkung von scharfen Steinadlerkrallen hinweisen.

Drei Schrotkugeln gefunden

Weil auf dem Röntgenbild drei Schrotkugeln gefunden wurden, erfolgte eine vertiefte Untersuchung durch die Spezialisten des Zentrums für Fisch- und Wildtierkrankheiten (FIWI) der Universität Bern. Es wurde festgestellt, dass der Beschuss schon längere Zeit zurückliegt und die Schrotkugeln den Bartgeier nicht getötet haben. Die eingekapselten Schrote führten nicht zu erhöhten Bleiwerten in Knochen, Leber und Niere. Ort und Zeitpunkt des Beschusses konnte nicht eruiert werden. Auch auf die Täterschaft liegen bisher keine Hinweise vor.

Der Akt versuchter Wilderei bei einer geschützten Vogelart sei in aller Form zu verurteilen, heisst es in der Mitteilung weiter. Er stehe im krassen Gegensatz zur grossen Akzeptanz, die der Bartgeier im Engadin und im angrenzenden Italien geniesse. In diesem grenzüberschreitenden Gebiet befindet sich die grösste Teilpopulation in den Alpen, die alljährlich etwa ein gutes Dutzend Jungvögel zum Ausfliegen bringt. Bisher sind in dieser Teilpopulation 118 Bartgeier ausgeflogen, was einem Anteil von 43 Prozent entspricht. Diese Teilpopulation sei ein wichtiges Standbein bei der Wiederbesiedlung der Alpen durch den Bartgeier.

(taw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Adolf am 26.11.2019 14:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unbegreidlich

    Obwohl dieser Bartgeier, in der Natur normalen Gefahren ausgesetzt ist, was für ein krankes Gehirn versucht so ein schöne Vogel abzuschiessen.

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  • UPP am 26.11.2019 14:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar!

    Welcher Id.... schiesst mit Schrot auf einen Bartgeier?

  • beatle61 am 26.11.2019 15:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kugel zurück

    Bleiverliebte Idioten gibts leider überall.Vom Bündnerland bis Südafrika.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Runser Caroline am 26.11.2019 19:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Drei Kugeln überlebte und dann von Adler getötet

    Ich wünsche dem Wunderschönen Bartgeier einen guten Flug auf seiner letzten Reise .

  • Gvatter Bär am 26.11.2019 19:20 Report Diesen Beitrag melden

    Märchen

    Behaupte, kein Jäger schiesst auf einen Bartgeier auch er erfreut sich an diesem schönen Tier!

  • Mario am 26.11.2019 19:08 Report Diesen Beitrag melden

    Pauschal in die Pfanne

    Wieder einmal die Bündner pauschal beschuldigen... Geier legen weite Strecken zurück. Gut möglich, dass dieser Geier in einem anderen Land beschossen wurde.

    • Flurina am 26.11.2019 20:28 Report Diesen Beitrag melden

      @Mario

      Der schiesswütige Ausländer kehrte danach sicher glücklich in einer der beliebten, Investor-finanzierten Bündner Betonhütten-Herberge ein.

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  • Welt am 26.11.2019 18:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute und schlechte

    So und nun mal ne rand bemerkung, ob wie vor paar tagen im wallis oder nun im bündnerland oder evtl in italien. Ob in bern oder zürich ob deutschland oder frankreich usw. leute es läuft aufvder ganzen welt genau gleich. Gutes und schlechtes, gute und schlechte überall.

  • Realist am 26.11.2019 18:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch bei Wild

    Wie mir ein erfahrener Jäger sagte, weisen viele Wildtiere, welche angefahren oder überfahren werden, alte Schussverletzungen auf. Das sinnlose Schiessen und Verfehlen scheint öfter der Fall zu sein. Zum Titel: drei Kugeln ist reisserisch. Der Schütze stellt sich dabei drei 9 mm Para Patronen vor, nicht drei Schrotkügelchen.

    • DerJäger am 26.11.2019 19:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Realist

      Erzähl doch nicht so einen Blödsinn

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