Aus Spargründen

13. September 2012 18:37; Akt: 13.09.2012 19:25 Print

EU-Gastarbeiter leben monatelang auf Campings

von Urs-Peter Zwingli - Tausende EU-Bürger suchen Arbeit in der Ostschweiz. Um Geld zu sparen, steigen sie auf Campingplätzen ab.

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Der Holländer Marcel Koning (36) flickt seit 3 Monaten in der Schweiz Autos - und hat diese ganze Zeit auf verschiedenen Campingplätzen gewohnt. (Bild: 20 Minuten/UPZ)

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Jeder EU-Bürger kann sich visumfrei bis zu drei Monate in der Schweiz aufhalten. Einige nutzen die Frist, um vor Ort Arbeit zu suchen – auch in der Ostschweiz: «Wir hatten diesen Sommer gut 20 Gäste aus dem Ausland auf Stellensuche», sagt Margrith Zweifel vom Campingplatz Buchs. «Es waren vor allem Deutsche, Tschechen oder Polen darunter.» Je nach Suchresultat blieben sie mal wenige Tage, mal bis zu drei Monate auf dem Camping.
Mit einem Arbeitsvertrag in die Schweiz gekommen ist der Holländer Marcel Koning (36): In einer Garage in Wängi repariert er Autos. Seit drei Monaten lebt er auf Campings. «Anfangs habe ich in Hotels gewohnt, aber das ist zu teuer», sagt ­Koning. So brachte er seinen Wohnwagen in die Schweiz, den er momentan auf dem Campingplatz Aumühle bei Frauenfeld abgestellt hat. Alle zwei Wochen fährt er für zwei Tage zu Frau und Kind in seine Heimatstadt Den Bosch. «Weil ich hier viel arbeite, schlafe und esse ich eigentlich nur im Wohnwagen. Aber langsam habe ich doch genug vom Camper­leben», so Koning.

Zahlen unbekannt

Wie viele EU-Bürger in der Schweiz in Zelt und Wohnwagen leben, wissen die Be­hörden nicht: «Wie diese Menschen leben, klären wir nicht näher ab, solange sie eine Postadresse haben», sagt Jürg Eberle, Leiter des St. Galler Migrationsamts. Für EU-Bürger in der Schweiz gilt ein Arbeitsvertrag dank der Personenfreizügigkeit auch als Aufenthaltsbewilligung. «2012 haben bisher im Kanton St. Gallen rund 4000 EU-Bürger eine solche Bewilligung erhalten», so Eberle.