Rheintal

26. Mai 2010 10:01; Akt: 26.05.2010 11:27 Print

Ehefrau mit Küchenmesser erstochen

Weil er 2006 seine Ehefrau mit mehreren Messerstichen getötet haben soll, hat sich ein 56- jähriger Türke vor dem Kreisgericht Rheintal verantworten müssen.

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Die Anklage fordert eine Freiheitsstrafe von zehneinhalb Jahren wegen vorsätzlicher Tötung.

Dem Angeschuldigten, der seit 1988 in der Schweiz lebt, wird vorgeworfen, am 17. Juli 2006 kurz nach Mittag in Au im St. Galler Rheintal bei einer Parkbank seine damals 42-jährige Ehefrau mit einem Küchenmesser getötet zu haben.

Die Ehe stand von Beginn weg unter keinem guten Stern. Im Dezember 2001, eine Woche nach ihrem ersten Treffen, heirateten die beiden. Die Ehe war in der Türkei arrangiert worden. Für den Angeschuldigten war es bereits die dritte Heirat. Die Frau stammte ebenfalls aus der Türkei und brachte zwei Töchter mit in die Ehe.

Sie hatte Mühe, sich in der Schweiz zu akklimatisieren. Mehrmals reiste sie in die Türkei zurück. Zwischen den Eheleuten kam es immer häufiger zu Streitereien. Meist ging es um Geldprobleme. Anfang Juli 2006 suchte die Ehefrau des Angeklagten ihren Hausarzt auf. Sie hatte blaue Flecken und eine Verbrennung an der Wange.

Aus Wohnung weggewiesen

Auf Anraten des Arztes entschied sie sich, die Polizei einzuschalten. Wegen häuslicher Gewalt wurde der Mann aus der Wohnung gewiesen. Daraufhin zog er zu seinem Bruder nach Höchst A.

Von der Polizei wurden Eheschutzmassnahmen verfügt, die Wegweisung verlängert und die Pistole des Mannes sichergestellt. Mehrmals unternahmen die Eheleute den Versuch, sich zu versöhnen. So auch am Vorabend des Tötungsdelikts. Dabei soll die Ehefrau gesagt haben, dass sie sich scheiden lassen und eine eigene Wohnung nehmen will.

Die Kontrolle verloren

Am nächsten Tag kam es zum verhängnisvollen Treffen bei der Parkbank in Au SG. Augenzeugen für die Tat gibt es keine. Der Angeschuldigte erklärte, er habe im Laufe des Gesprächs völlig die Kontrolle über sich verloren.

Die Tatwaffe, ein Küchenmesser, hatte er vorher aus dem Auto mitgenommen und in die Seitentasche seiner Hose gesteckt. Das Opfer wies viele Stichverletzungen am Hals, im Gesicht und an den Händen auf. Nach der Tat liess sich der Mann widerstandslos festnehmen.

Nach der Untersuchungshaft von 46 Tagen trat der Türke den vorzeitigen Strafvollzug an. Das Urteil des Kreisgerichts Rheintal, das den Fall im Werkhof in Thal verhandelt hat, steht aus.

(sda)