Hoffnungsschimmer

21. Juni 2011 19:49; Akt: 21.06.2011 20:37 Print

Ein Museum will das «Autöffli» retten

von Felix Burch - Sebastian Küttels Auto-Töffli wird eventuell doch nicht verschrottet. Ein Töffmuseum möchte es in seine Sammlung aufnehmen. Die Jugendanwaltschaft ist noch zurückhaltend.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Geschichte von Sebastian Küttel und seinem Töffli-Auto zieht immer weitere Kreise. Der 17-jährige Mechanikerlehrling gab alleine am Dienstagmittag vier TV-Interviews, ausländische Medien berichten über den Daniel Düsentrieb der Schweiz.

Was mit Küttels Gefährt passiert, ist weiter unklar. Allerdings könnte sich jetzt eine Lösung abzeichnen. Marcel Büchler vom Töffmuseum Lütisburg will das Auto-Töffli unbedingt retten. «Als ich es in der Zeitung sah, war ich sofort begeistert», sagt Büchler gegenüber 20 Minuten Online. Deshalb wird er alles daran setzen, das Fahrzeug zu bekommen. «Es würde prächtig in meine Sammlung passen.» Seine Ausstellung verfügt über 300 Töffs von über 70 Marken. Unter anderem kann ein Mofa mit Seitenwagen bewundert werden.

Die Jugendanwaltschaft zögert

Zur Zeit steht das Auto-Töffli von Küttel bei der Polizei. Über sein Schicksal entscheidet die Staatsanwaltschaft. Stephan Ramseyer, Leitender Jugendstaatsanwalt des Kanton St. Gallen, sagt: «Entweder ziehen wir das Gefährt ein und vernichten es oder wir geben es dem Besitzer zurück.» In der Praxis würden aber nur Fahrzeuge zurückgeben, die so zurückgebaut werden könnten, dass sie vorführungstauglich seien. Dies sei bei Küttels «Autöffli» definitiv nicht der Fall.

«Kann der Teenager aber beweisen, dass seine Eigenkreation in ein Museum kommt, ist nicht ausgeschlossen, dass er es zurückbekommt», so Ramsyer zu 20 Minuten Online. Der Fall sei äusserst aussergewöhnlich, zuerst müsse der Jugendliche angehört werden. Anfang August soll Küttel vorgeladen werden. Dieser findet die Idee mit dem Museum toll. «Ich würde meinen Eigenbau gerne nach Lütisburg verkaufen.»

Wie immer der Fall auch ausgehen wird, die Unterstützung zahlreicher 20-Minuten-Online-User ist Küttel sicher. Heinz Meier zum Beispiel schreibt: «Sensationell. Bekommt Küttel eine Busse, beteilige ich mich mit 100 Franken am Bussgeld. Wer macht mit?» Vier User versicherten darauf, sie würden helfen. Küttel droht eine Busse von bis zu 2000 Franken sowie der Entzug seines Mofa-Ausweises.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dieter Sprenger am 23.06.2011 00:22 Report Diesen Beitrag melden

    Neider sollten sich schämen !

    Ein Bravo an Sebastian und seine Einfallsreiche Arbeit . Unser Land braucht noch mehr solche Kreativen jungen Menschen . Auch wenn das Selbstgebaute Vehikel nicht den gültigen Gesetzen entspricht ist es weit kluger so etwas Herzustellen , anstatt für andere negative Schlagzeilen von jungen Erwachsenen zu sorgen , wie Rumhängen und Schlägereien zu produzieren ! Leider gibt es hier zu Lande mehr private Polizisten als richtige , sowie Bünzlis , welche gerade aus Langeweile darauf warten Jemanden bei der richtigen Polizei zu melden oder anzuzeigen ! Dieser Bünzli sollte sich schämen ...

  • Marco P. am 22.06.2011 15:53 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Jugend forscht...

    Da macht mal ein Junge etwas kreatives statt sich die Birne mit Alkohol und kiffen zu füllen und dann kommt die Polizei und alles ist vorbei! Nicht mal vor tollen Erfindungen macht die Polizei halt und wills gleich verschrotten. Peinlich!

  • Fabian am 23.06.2011 08:29 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz als Aussenseiter

    Meiner Meinung nach sollten wir in unserem Land endlich den Tüv akzeptieren. Ganz Europa hat ein einheitliches Fahrzeugprüfsystem und wir Schweizer haben die MFK. In Deutschland kann ich für 100 EUR Dinge eintragen für die ich hier 10'000 beim DTC liegen lassen müsste. Wo ist das die Relation? Als Töfflibueb darf man sich gar nichts erlauben und beim Auto wird nichts akzeptiert was nicht durch eine Schweizer Institution geprüft wurden. Wenn ich mir in Deutschland Felgen kaufe mit Tüv (damit fahren sich Tausende in DE sicher herum) dann kann ich die hier nur für viel Geld eingetragen bekommen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Drmetalbeast am 20.07.2011 20:34 Report Diesen Beitrag melden

    Grmpf....

    Eine Frechheit das man jemanden gleich den Führerschein entziehen will nur weil er seiner Kreativität freien Lauf lies.

  • Fabian am 23.06.2011 08:29 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz als Aussenseiter

    Meiner Meinung nach sollten wir in unserem Land endlich den Tüv akzeptieren. Ganz Europa hat ein einheitliches Fahrzeugprüfsystem und wir Schweizer haben die MFK. In Deutschland kann ich für 100 EUR Dinge eintragen für die ich hier 10'000 beim DTC liegen lassen müsste. Wo ist das die Relation? Als Töfflibueb darf man sich gar nichts erlauben und beim Auto wird nichts akzeptiert was nicht durch eine Schweizer Institution geprüft wurden. Wenn ich mir in Deutschland Felgen kaufe mit Tüv (damit fahren sich Tausende in DE sicher herum) dann kann ich die hier nur für viel Geld eingetragen bekommen.

  • GhostRider am 23.06.2011 00:32 Report Diesen Beitrag melden

    ... über die Nasenspitze hinaus gedacht

    Offenbar ist dem/r Verpetzer/in sowie der Polizei in deren begrenzten Denkweise wirklich nichts besseres eingefallen, als sich wieder einmal sich in Szene zu setzen - denn das Einzige, was man offensichtlich daraus lernen kann, ist konsequenterweise, sich in Zukunft nicht erwischen zu lassen (!). Hoffentlich lässt sich der begnadete Kontrukteur und Desiger seine sakrale Kreativität nicht durch solche niedrige geistige Kurzsichtigkeit einschränken.

  • Dieter Sprenger am 23.06.2011 00:22 Report Diesen Beitrag melden

    Neider sollten sich schämen !

    Ein Bravo an Sebastian und seine Einfallsreiche Arbeit . Unser Land braucht noch mehr solche Kreativen jungen Menschen . Auch wenn das Selbstgebaute Vehikel nicht den gültigen Gesetzen entspricht ist es weit kluger so etwas Herzustellen , anstatt für andere negative Schlagzeilen von jungen Erwachsenen zu sorgen , wie Rumhängen und Schlägereien zu produzieren ! Leider gibt es hier zu Lande mehr private Polizisten als richtige , sowie Bünzlis , welche gerade aus Langeweile darauf warten Jemanden bei der richtigen Polizei zu melden oder anzuzeigen ! Dieser Bünzli sollte sich schämen ...

  • Alice Wittmann am 22.06.2011 22:35 Report Diesen Beitrag melden

    Autö

    Ich finde, dass die Jugendanwaltschaft den gesunden Menschenverstand walten lassen sollte bei ihrem Urteil. Schliesslich wollte der Jugendliche niemandem einen Schaden zufügen. Wenn die Jugendlichen rumhängen ist es nicht recht und wenn sie kreativ sind auch nicht!?