Graubünden

02. März 2014 05:25; Akt: 02.03.2014 05:30 Print

Ein einziger Blitzkasten brachte 6,7 Millionen ein

Die Strecke durch den San Bernardino ist für die Bündner Polizei eine Goldgrube. Ein Radarkasten auf der A13 hat 2013 Millionen eingebracht. Der Blitzer wird aber bald entfernt.

storybild

Der Blitzer bei San Vittorio und die Radarfalle im San Bernardino-Tunnel sollen zusammen 10.4 Millionen eigebracht haben. (Archivbild) (Bild: Keystone/Jean-christophe Bott)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Immer wieder wird über die Einnahmen durch Blechpolizisten spekuliert, nun hat eine Befragung von 19 Kantonen und sechs grösseren Städten durch die «SonntagsZeitung» gezeigt: von den Kantonen die ihre Zahlen öffentlich machten, Blitz es am häufigsten in Basel.

Geht es aber um die Einnahmen, dürften die beiden fest installierten Geräte der Bündner alle Schweizer Rekorde brechen. Zusammen nahmen die Standorte San Vittore und San-Bernardino-Tunnel letztes Jahr 10,4 Millionen ein. Damit gehören sie sogar international zur Spitze. Allein der Blitzer von San Vittore brachte 6,7 Millionen Franken – doppelt so viel wie alle zwölf stationären Blitzer der Kantonspolizei Zürich zusammen.

700 fuhren viel zu schnell

Der Rekordblitzer ist ausgesprochen gut angeschrieben. Trotzdem fotografiert er im Schnitt 142 Autos täglich. 700 Autofahrer fuhren auf der 80er-Strecke letztes Jahr über 121. Das sind «grobe Verkehrsregelverletzungen» mit Anzeigen, mehreren Tausend Franken Busse und Ausweisentzug. Darunter sind viele Raser aus dem Ausland, die im Rechtshilfeverfahren angeklagt werden.

Zwischen 2006 und 2012 stiegen die Busseneinnahmen der Bündner von 3 auf über 10 Millionen Franken. Ein Grossteil davon dürfte von San Vittore kommen. Der Erfolg des Radars überfordert sogar die Finanzplaner in Chur. 2012 veranschlagten sie für Bussen fast 4 Millionen Franken zu wenig, dies berichtet die «SonntagsZeitung».

Blitzer wird bald abmontiert

Geldgier kann man den Bündnern dennoch kaum unterstellen, denn ausgerechnet der wohl einträglichste Blitzer der Schweiz wird Ende 2014 demontiert. Der Grund: Die Fahrbahn wird erweitert, die Gefahrenstelle fällt weg. Einen Ersatz soll es nicht geben.

(ale)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bündner-Fan am 02.03.2014 06:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bündner widerlegen Raubrittertum

    Respekt! Kompliment! Wer freiwillig auf so eine einträgliche Einnahmequelle verzichtet und das mit dem Wegfall der Gefahrenquelle begründet, der hat ein mega dickes Lob verdient!!!

  • Martin am 02.03.2014 05:52 Report Diesen Beitrag melden

    12 stationäre in ZH?

    Das glaubt ihr doch selber nicht! Schreibt mal, wie viele es in Luzern gibt... Da hat es beinahe alle 100 m einen!

    einklappen einklappen
  • Engadiner am 02.03.2014 06:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Prioritäten / Geldmacherei

    Abzockerei sondergleichen. Wenn man weiss wo der Kasten steht. Keine Fussgänger weit und breit. Ebenfalls wird oft auf den Strecken über die Pässe wo man überholen kann kontrolliert. In den Dörfern sieht man leider selten Kontrollen. Aus meiner Sicht sollte man 90/10 einführen. 90% innerorts und 10% ausserorts den Radar aufstellen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • ärger18 am 04.03.2014 07:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verkehrssicherheit

    was hat das mit verkehrssicherheit zu tun. NICHTS!!!

  • Marco am 03.03.2014 11:00 Report Diesen Beitrag melden

    Stossstangenkleber oder Busse

    Hält man sich an die Verkehrsregeln, dann klebt einem der Hintermann an der Stossstange und der nervt sich sowie ich mich über ihn. Fährt man zu schnell risikert man ab und zu eine Busse. Richtig angenehm ist deshalb beides nicht, egal wie man sich im Verkehr bezüglich der Geschwindigkeit verhält. Empfinde jedenfalls ich so.

  • Stefu G. am 03.03.2014 07:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das fehlende Geld liegt auf der Straße

    Das fehlende Geld für Straßen Sanierungen!!

  • ich am 03.03.2014 00:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Paradox

    Da wird immer geschrien vonwegen Kuscheljustiz ec. Aber sobald man selbst derjenige ist, der ein Gesetz gebrochen hat, wird die Strafe als Abzockerei bezeichnet. Haltet euch an Regeln und gesetze, dann werdet ihr auch nicht "abgezockt"

  • Petra Huber am 02.03.2014 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was studiert die Produktionsfirma  

    Abzocke und doch ein notwendiges Übel. Der Standort sollte aber wirklich der Sicherheit dienen und nicht dem Einnahmen Ziel. Aber warum müssen die Radarkästen so eine Landschaftverschandelung sein? Hat die Produktionsfirma kein Auge fürs Design? Diese Leute haben keine Ahnung. Strassenlampen werden ja auch der Landschaft angepasst.