Vorsicht Riesen-Bärenklau

20. Juni 2017 05:48; Akt: 20.06.2017 10:00 Print

Eingeschleppte Pflanze löst üble Verätzungen aus

Der Riesen-Bärenklau breitet sich in der Ostschweiz stark aus. Derzeit wird vor ihm auf Facebook gewarnt, denn er verursacht, gepaart mit Sonnenlicht, üble Hautverbrennungen.

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«Achtung, Achtung! Mütter, Väter und Famlien mit Kindern, aufgepasst. Es wuchert wieder der Bärenklau in diversen Gärten», heisst es in der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Uzwil, wenn». Es sei höchste Vorsicht geboten. Auch auf anderen Facebook-Sites wird derzeit vor dem Neophyten (siehe Box) gewarnt.

Nicht ohne Grund, denn im Gegensatz zum in Europa heimischen Wiesen-Bärenklau verursacht der Riesen-Bärenklau beim Berühren schwerste Verbrennungen, erklärt Franziska Perl, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Amt für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons St. Gallen. «Der Saft der Pflanze enthält phototoxische Furancumarine. In Kombination mit gleichzeitiger oder nachfolgender Sonneneinstrahlung führt das zu den starken Verbrennungen», so Perl. Dabei könne die Blasenbildung derart stark sein, dass sogar Narben zurückbleiben.

Mehrere Anfragen pro Jahr

Wie Katharina Hofer, Oberärztin bei der Notfallgiftberatungsstelle Tox Info Suisse, sagt, gab es 2017 bereits vier Anfragen bezüglich dem Riesen-Bärenklau. 2016 waren es 13, ein Jahr davor 25. «Die Anzahl variiert von Jahr zu Jahr stark, was witterungsbedingt sein dürfte», so Hofer.

Wer mit der Pflanze in Kontakt komme, solle die betroffene Stelle sofort mit Wasser und Seife waschen. «Danach ist es ratsam, die Sonne für etwa zwei Tage zu meiden», sagt Hofer. Sind die Verbrennungen ausgeprägt (starke Hautrötung und Juckreiz, Schwellung oder Blasenbildung), sollte man zum Arzt.

Auch Tiere können betroffen sein. Hier rät Hofer ebenfalls, die betroffene Stelle mit Seife zu waschen. Dadurch, dass Tiere durch Fell geschützt sind, seien sie am Körper etwas weniger anfällig – das gelte allerdings nicht für Körperteile wie etwa die Schnauze.

Effiziente Ausbreitung

Laut Perl kommt die Pflanze im ganzen Kanton St. Gallen vor. Und wie bei Neophyten üblich ist eine schnelle, flächenhafte Ausbreitung ohne Gegenmassnahme absehbar. Hinzu kommt, dass eine einzelner Riesen-Bärenklau-Pflanze mehrere 10'000 Samen bildet, die im Boden etwa sieben Jahre keimfähig bleiben. Die Ausbreitung kann durch Wind, Gewässer oder Tiere erfolgen.

Wer den Riesen-Bärenklau bei sich im Garten entdeckt, soll gemäss Perl den Wurzelstock etwa 20 Zentimeter unter der Erdoberfläche in zwei Teile trennen. «Dann kann die Pflanze nicht mehr ausschlagen.» Wird sie nur an der Oberfläche abgeschnitten, treibt die Pflanze wieder aus und bildet neue Blüten.

(taw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Blueyonder am 20.06.2017 06:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erinnerungen

    Da kommen Erinnerungen an mein Zivildienst für das Amt für Natur und Umwelt Graubünden hoch. Wieviel wir von denen samt Wurzel ausgegraben und ausgerissen haben. Ein Knochenjob aber es war die Erfahrung wert..

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  • Gemini am 20.06.2017 06:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Warnung!

    die Pflanze gibts bei uns schon mehr als 20Jahre. Die ist immer wiedermal anzutreffen, weiss aktuell auch wo ein paar stehen. Aber schön das wiedermal jemand davor warnt. Da gibts auch noch die Ambrosia die leider öffters in Schreber Gärten anzutreffen ist.

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  • Pascal am 20.06.2017 06:32 Report Diesen Beitrag melden

    Eingeschleppte Pflanzen

    Die List der Folgen ist lang, siehe Box oben. Beim Bärenklau sieht mans ja ein, aber alles andere wird trotzdem eingeschleppt weil scheint ja nix zu machen. Schade, es gibt genug Einheimische Pflanzen welche sich gut im Garten machen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • wilfried strassnig am 20.06.2017 19:29 Report Diesen Beitrag melden

    Bärenklau

    Ich kenne die Beseitigung in Schutzkleidung und vollkommener Umhüllung der Pflanze. Danach den Wurzelstock lockern und die Pflanze entfernen.

  • Snooker am 20.06.2017 18:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wissen viele nicht

    Auch viele Wohnzimmer Pflanzen sind giftig.

  • Faules Schwein am 20.06.2017 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    Das liest man gerne

    Besten Dank 20 min für den interessanten und lehreichen Hinweis, solche Berichte machen Freude. Güsse

  • domi am 20.06.2017 17:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    total ätzend

    Meine Grossmutter der Alzheimer hat hätte wegen diese Pflanze fast an einem Auge, Blind werden können... Total ätzende Wirkung!!! Auch meine 3 Jährige Tochter hatte überall Verbrennungen am Körper nach dem kontakt mit dieser Pflanze. Ist schlimmer als Jawelwasser...

  • Jwanovic am 20.06.2017 17:17 Report Diesen Beitrag melden

    Bärenklau bekämpfen

    Ausreissen nützt nichts. Im Internet ist ein Beitrag wie Riesen Bärenklau bekämpft werden kann. Mit dem Pickel Spitz 10 cm ausgraben und mit der Breitseite abschlagen. Am Besten noch vor der Blütenzeit.