Anzeige gegen Kunstturntrainer

17. August 2019 03:36; Akt: 17.08.2019 07:11 Print

«Warum sollte ich so was Schlimmes erfinden?»

Die Vorwürfe gegen einen Kunstturntrainer wiegen schwer. Nun erzählt das mutmassliche Opfer, das den 40-Jährigen angezeigt hat, was passiert ist.

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Eineinhalb Jahre lang habe sie geschwiegen. Ihr Trainer habe sie davor gewarnt, an die Öffentlichkeit zu gehen - sie könne ihm wie auch sich schaden. Doch um ihre Turner-Kolleginnen zu schützen, hat eine 17-Jährige nun das Schweigen gebrochen. Sie war es, die den Cheftrainer der Kunstturnerinnen des Regionalen Leistungszentrum Ostschweiz (RLZO) in Wil angezeigt hatte. Der 40-Jährige sitzt daher seit Dienstag
wegen des Verdachts auf sexuelle Handlungen mit Minderjährigen in Haft. Es gilt jedoch die Unschuldsvermutung.

Im «Tagblatt» erzählt sie, was vorgefallen sein soll: Es habe zunächst schleichend angefangen. Er habe sie an ihrer Hüfte berührt, dreckige Witze gemacht und von Liebe gesprochen. «Woher sollte ich wissen, wie er das meint? Ich habe ihm vertraut wie einem Vater», erzählt sie. 2017 habe er die damals 15-Jährige schliesslich nach Hause gelockt und soll sie mit Alkohol gefügig gemacht haben.

Mutmassliches Opfer alleine

Diesen Freitag habe sie im Kunstturnzentrum den Eltern ihrer Kolleginnen und Kollegen davon erzählt. Doch viele würden ihr nicht glauben. Das mutmassliche Opfer meint gar: «Sie hassen mich.» Doch «warum sollte ich so etwas Schlimmes erfinden?», fragt sie gemäss der Zeitung. Sie fühle sich alleine gelassen. «Niemand ist auf meiner Seite.»

Ihr sei im Vorfeld bewusst gewesen, dass sie dem Betrieb am Trainingszentrum vermutlich schaden würde, sollte sie ihr Schweigen brechen. «Das wollte ich nicht.» Trotzdem aber bereue sie nicht, den Schritt getan zu haben.

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