Oberneunforn TG

07. Oktober 2019 04:58; Akt: 07.10.2019 04:58 Print

Erschossen und Leiche mit Beton in See versenkt

Ein 27-Jähriger wurde tot aus dem Barchetsee geborgen. Er wurde erschossen und seine Leiche mit Betonelementen beschwert. Die Tat passierte 2007, noch immer bittet die Polizei um Hinweise.

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Aus dem Barchetsee wurde am 13. Dezember 2007 ein Mann tot geborgen. Der Barchetsee ist ein Weiher in einem Naturschutzgebiet auf der Strecke zwischen Oberneunforn TG und Gisenhard ZH. Er liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Oberneunforn und ist ein beliebtes Ausflugsziel für Spaziergänger. Das 27-jähriger Opfer. Es handelt sich um einen im Kanton Schaffhausen wohnhaften Ägypter mit befristeter Aufenthaltsgenehmigung. Seine Leiche war beschwert mit einem Betonelement. Es handelt sich um eine Platte von 85 Zentimeter Länge, 16 Zentimeter Breite, einer Tiefe von 9,5 Zentimetern und einem Gewicht von rund 30 Kilogramm. Auffällig ist eine mit einem dicken schwarzen Filzstift überdeckte Stelle auf einer Längsseite sowie daneben eine Handnotiz «2 Stk». Elemente dieser Art finden beispielsweise im Garten- oder Strassenbau Verwendung. Herkunftsabklärungen bei entsprechenden Fachbetrieben verliefen ergebnislos. Unterwegs war der Ägypter mit einem älteren, schwarzen Fiat Punto 75 mit Schaffhauser Kontrollschildern und auffälligen rot-gelben Flammenmustern auf beiden Seiten. Er dürfte Kontakt ins Drogenmilieu gehabt haben. Ungeklärtes Tötungsdelikt, Fall 2: In der Nacht auf den 13. Juli 1997 wurden der 62-jährige Ernst Wittwer und seine 64-jährige Frau in ihrem Haus in Landschlacht überfallen und brutal zusammengeschlagen. Ernst Wittwer starb an den Folgen der Gewalteinwirkungen. Es gibt bislang keine konkreten Hinweise auf die Täter, Fall 3: In einem Ferienhaus in Arbon wurden am 4. Juli 1993 um 9.30 Uhr eine Frau und ihre Tochter mit Schussverletzungen tot aufgefunden. Beide Frauen waren gefesselt. Mutter und Tochter Heunisch hatten sich seit ca. einer Woche in einem Ferienhaus, 200 Meter westlich des Strandbades Arbon, unmittelbar am Ufer des Bodensee gelegen, aufgehalten.

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Nebst Fahndungen und vermissten Personen hat die Kantonspolizei Thurgau auf ihrer Website auch ungeklärte und nicht verjährte Tötungsdelikte aufgeführt. «Wir machen das schon seit über zehn Jahren so, dass wir die Fälle veröffentlichen», sagt Daniel Meili, Sprecher der Kantonspolizei Thurgau. Man wolle so der Bevölkerung die Möglichkeit geben, sich doch noch zu melden, wenn man Hinweise hat. «Solange die Taten ungeklärt sind und die Chance besteht, sie zu klären, wollen wir uns keine Möglichkeit verbauen», so Meili.

Er räumt allerdings ein, dass nach zahlreichen Jahren nicht mehr viele Hinweise eingehen. «Die Ermittlungen zu den aufgeführten Fällen laufen nicht mehr mit Hochdruck. Sobald aber neue Erkenntnisse oder Hinweise eingehen, wird wieder aktiv daran gearbeitet.»

10'000 Franken Belohnung

Ein Fall aus dem Jahr 2007 sticht bei den drei aufgelisteten Tötungsdelikten besonders ins Auge. Am 13. Dezember wurde ein 27-jähriger Ägypter aus dem Barchetsee bei Oberneunforn TG geborgen. Dies nach einem Hinweis eines Spaziergängers. Das Opfer wies mehrere Schusswunden auf. Diese sind offiziell auch die Todesursache. Die Leiche dürfte laut der Kapo TG nur wenige Tage im Wasser gelegen haben.

Der Körper war beschwert mit einem 30 Kilo schweren Betonelement. Elemente dieser Art finden beispielsweise im Garten- oder Strassenbau Verwendung. Herkunftsabklärungen bei entsprechenden Fachbetrieben verliefen jedoch ergebnislos. Offen ist, wo der Ägypter erschossen wurde.

Lebend gesehen wurde der im Kanton Schaffhausen wohnhaft gewesene Mann letztmals am 10. Dezember 2007 in der Stadt Schaffhausen. Trotz intensiver Ermittlungen konnte das Tötungsdelikt nicht geklärt werden. Für sachdienliche Hinweise zur Klärung des Verbrechens ist eine Belohnung von 10'000 Franken ausgesetzt.

Im Schlaf überrascht

Das zweite der drei aufgelisteten ungeklärten Tötungsdelikte ereignete sich 1997 in Landschlacht. In der Nacht auf den 13. Juli wurden der 62-jährige Ernst Wittwer und seine 64-jährige Frau in ihrem Haus in Landschlacht überfallen und brutal zusammengeschlagen. Ernst Wittwer starb an den Folgen der Gewalteinwirkungen. Die Frau wurde leicht verletzt. Die Eheleute wurden im Schlaf von maskierten Unbekannten überrascht. Die Opfer wurden gefesselt und geknebelt.

Ein weiteres Ehepaar, das im Haus zu Besuch war und dort übernachtete, hörte von allem nichts und wurde erst durch die Polizei geweckt.

Wie die Polizei damals mitteilte, wird ein Raubüberfall weitgehend ausgeschlossen. Im Haus wurde zwar einiges durchsucht, aber praktisch nichts entwendet.

Doppelmord in Ferienhaus

In einem Ferienhaus in Arbon wurden am 4. Juli 1993 um 9.30 Uhr Martha Heunisch (56) und ihre Tochter Yvonne (31) mit Schussverletzungen tot aufgefunden. Beide Frauen waren gefesselt. Mutter und Tochter hatten sich seit etwa einer Woche in einem Ferienhaus, 200 Meter westlich des Strandbades Arbon, unmittelbar am Ufer des Bodensee gelegen, aufgehalten.

Die Täter flüchteten anschliessend vermutlich mit dem Auto der Tochter. Dieses wurde später in Romanshorn TG gefunden. Mit Kreditkarten der Opfer wurde nach ihrem Tod noch dreimal Geld abgehoben.

(taw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andy Seeland am 07.10.2019 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    Mal überlegen werte Polizei

    Wenn Aufnahmen von Straftätern erst nach Monaten veröffentlicht werden, und erst noch verpixelt, wenn Straftäter am gleichen Tage wieder auf freiem Fuss sind und die Opfer belästigen können ungestraft, wenn Zeugen bei der Polizei wie Täter behandelt werden, wenn Verteidigung vom eigenen Leben und Hab und Gut zu Verurteilung führt, dann muss sich die Polizei nicht verwundern dass die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung langsam ausläuft. Selber schuld , der Bevölkerung sind seit Jahren auch die Hände gebunden

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  • Gärtner am 07.10.2019 06:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja, verjährt ja!

    Einfach tragisch, gewisse Sachen bleiben für immer ungeklärt. Aber morde verjähren ja in der Schweiz! Das ist noch tragischer.

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  • Juris am 07.10.2019 07:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Niemals vergessen

    Eine weibliche Leiche im Tiefkühlschrank eines Einfamilienhauses in Kehrsatz Bern, bewegt noch immer viele Gemüter in und um Bern. Der ungelöste Fall soll zwar verjährt sein, indessen Mord kann nie verjähren. Der Ablauf des Tatherganges ist ziemlich bekannt, es fehlen noch ein paar Mosaiksteinchen. Die Menschen hoffen, dieser Fall könnte noch gelöst werden. Im Interesse einer Täterschaft liegt dies natürlich nicht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Reto Aeschbacher am 07.10.2019 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    Überlegen

    Zuerst überlegen, dann schreiben! Die Polizei macht KEINE Gesetze, sondern muss diese ebenso einhalten! Es ist in Gesetzen niedergeschrieben wann, wie, etc ein Bild eines Täters veröffentlicht werden darf! Die Polizei ist VERPFLICHTET sämtliche belastenden UND entlastenden Beweise zu sammeln!! Man glaubt es kaum aber der Polizei sind ebenso oftmals die Hände gebunden. Dank der schweizer Politik, die die Gesetze bestimmt. Zu sagen bleibt noch: Wir haben in der Schweiz das Privileg der direkten Demokratie. Es liegt in den Händen des Volkes Gesetze zu ändern. Man braucht bloss das Mehr!

  • der techniker am 07.10.2019 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    wieviele Kilometer hat der Wagen drauf?

    was war das für Beton, schnelltrocknender? ich finde auch die Streifen auf dem schicken Wagen toll, wo kriegt man die? waren da Stricke im Einsatz? welche Marke

  • Wolfang Sturm83 am 07.10.2019 13:37 Report Diesen Beitrag melden

    Lieber Salzsäure

    Ich würde Salzsäure verwenden. Hinterlässt keine Spuren und somit ist auch die Entsorgung hinfällig.

  • Andy Landsee am 07.10.2019 13:04 Report Diesen Beitrag melden

    Mal überlegen werter Andy Seeland

    In der Schweiz haben wir Gesetze und stellen Sie sich vor, auch die Polizei muss sich darsn halten. Ricjten Sie ihre Forderung doch an die Politik. Übrigens finden bald Wahlen statt, da haben sie Geöegenheit Einfluss zu nehmen.

  • Was war verd' nochmal letzten Freitag? am 07.10.2019 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Alzheimer Zeichen XY

    Wer weiss noch, ob am 13.12. vor 12 Jahren ein roter Subaru vor irgendeinem Schrebergarten parkte oder ein ca. 180cm grosser Mann mit Kapuzenmantel (schwarz) am Bhf. Hintertupfingen am Kaugummi Automaten hantierte!?