Hüllenlos

09. Februar 2009 18:14; Akt: 10.02.2009 08:35 Print

Es hat sich «ausgeblüttelt» im Alpstein

Schluss mit Nacktwandern im Alpstein: Die Innerrhoder Kantonsregierung verbietet «nacktes Aufhalten in der Öffentlichkeit». Stimmt die Landsgemeinde im April dem neuen Übertretungstrafgesetz zu, wird Nacktwandern endgültig ein Offizialdelikt.

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Nacktwanderer unterwegs in Richtung Fähnerenspitze im Alpstein-Gebirge: In Zukunft verstösst sein Ausflug gegen das Gesetz und er muss mit einer Busse von 200 Franken rechnen - sofern ihn jemand erwischt. (Bild: Amir Mustedanagic)

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Im vergangenen Herbst tauchten erstmals Nackedeis in Wanderstiefeln und mit Rucksäcken en masse im Alpstein auf. Aufregung und Empörung waren entsprechend gross. Jetzt handelt der Kanton: Der Grosse Rat verabschiedete am Montag ein revidiertes Übertretungsstrafgesetz, in dem Littering, Lärm, grober Unfug und anstössiges Verhalten zu Offizialdelikten werden.

«Natursportart widerspricht den grundlegenden Sitten»

«Als Natursportart ist das Nacktwandern auch heute noch in besonderer Weise geeignet, Natur auf unmittelbare Art und Weise zu erleben. Der Verzicht auf unpraktische Kleidung ermöglicht den direkten Kontakt mit Wind, Sonne und Temperatur», argumentieren deutsche Naturisten auf www.nacktwandern.de. Für sie ist Nacktheit keine Provokation.

Die Innerrhoder sehen das allerdings anders: «Nacktwandern widerspricht den grundlegenden Sitten, da auch viele Goofen damit konfrontiert werden», sagte ein Ratsherr. In der nächsten Wandersaison können Nackedeis im Alpstein bereits gebüsst werden, wenn die Landsgemeinde das Gesetz am 26. April gutheisst. Mit 200 Franken wird dann das Nacktwandern mit der höchsten Busse im neuen Ordnungsbussenkatalog bestraft (siehe Infokasten). So einfach unterordnen werden sich die hüllenlosen Alpinisten wohl aber nicht: «Vom Wandern im Alpstein lassen wir uns nicht abhalten», teilten sie schon mal vorsorglich mit (20 Minuten Online berichtete). Nackt sein möge unsittlich sein oder eine Frage des Geschmackes, ein Verbrechen sei es aber nicht, so die Nacktwanderer weiter.

User finden Gesetz übertrieben

Sympathien der 20 Minuten-Online-User scheinen ihnen sicher: Die meisten der User-Kommentare zum Thema sind pro Nacktwanderer und gegen das Gesetz. So schreibt User «MJ»: «Ich finde das lächerlich nur wegen ein paar nackten Leuten so ein Rummel zu machen». Anna Berg fehlt die Verhältnismässigkeit: «Raser werden mit Samthandschuhen angefasst und harmlose Nacktwanderer werden kriminalisiert - das ist super!», formuliert sie ironisch. KS findet: «Man sollte diesen Menschen ihren Spass gönnen.» Schade sei es nur, dass sie nicht auch barfuss gehen.

20 Minuten Online hat vor dem neuen Gesetz den Härtetest gemacht und begleitete mit der Kamera einen langjährigen «Wanderer mit nix» bei 6 Grad auf einer Tour im Alpstein. Lesen Sie morgen den Bericht dazu hier.

(sda/amc)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Iris am 18.11.2011 19:09 Report Diesen Beitrag melden

    Griechin

    Sorry, aber was Sally in 20 Min. schreibt, ist ja wohl hart an der Grenze. Ich bin auch kein Fan vom Nackwandern, aber einen nackten Menschen als eklig zu bezeichnen, ist für mich entwürdigend. Ich bin Pflegefachfrau, aber egal, wie dick, dünn, glatthäutig oder schrumplig jemand ist, nie käme mir in den Sinn zu sagen, ein nackter ist eklig. Ekelt sie sich auch vor ihrem Mann ?

  • Soloman am 26.04.2009 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Geld machen.

    Auch ich huldige der Nacktheit in der Natur. Nur, will ich keine zufälligen Zuschauer haben. Darum ab in einen schönen Bergwald im Berner Oberland. Da kann man blütteln, ohne Zuschauer und bei jedem Wetter. Zuschauer höchstens die grossen Vögel. Die stört es nicht. Bussen bringen Geld, auch dafür!

  • emanuela kreutzer am 12.02.2009 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    "nur abseits von Menschenmassen nackt"

    Von wegen! Das mittlere Bild ist keine 200m von einer Bahnstation, 60m von einem hochfrequentierten Familienrestaurant, 10m von einer Skipiste entfernt geschossen worden. Vermutlich sahen dabei ca. 20 Personen zu!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Iris am 18.11.2011 19:09 Report Diesen Beitrag melden

    Griechin

    Sorry, aber was Sally in 20 Min. schreibt, ist ja wohl hart an der Grenze. Ich bin auch kein Fan vom Nackwandern, aber einen nackten Menschen als eklig zu bezeichnen, ist für mich entwürdigend. Ich bin Pflegefachfrau, aber egal, wie dick, dünn, glatthäutig oder schrumplig jemand ist, nie käme mir in den Sinn zu sagen, ein nackter ist eklig. Ekelt sie sich auch vor ihrem Mann ?

  • Everest65 am 30.06.2009 16:34 Report Diesen Beitrag melden

    Toleranz

    So ist das überall zu beobachten: Wenn mir etwas nicht gefällt an einem anderen, verurteile ich es, auch wenn ich mit dem anderen keinen direkten Kontakt habe. Wie wärs einfach mit wegschauen, wenns mich stört?

  • Ratgeber am 19.06.2009 19:24 Report Diesen Beitrag melden

    leicht bekleidet

    Ich habe nichts gegen Nackt wandern, aber ich denke das aus Rücksicht auf andere Menschen die sich daran stören, könnten die Nacktwanderer vielleicht ein kurzes Röcklein aus Baumwolle mir Gummizug tragen. Dies spürt mann kaum, von unten ist es luftig und man ist "angezogen". ( aus einem -Shirt )

  • Werner Gass am 17.05.2009 00:44 Report Diesen Beitrag melden

    Nackte Wahnsinn - Spiel mit viel Humor

    Nackt wandern: naturnaher Trend oder "de födleblott Wahnsinn"? Irgendwie lustig auf jeden Fall. Puistola, das Gesicht des luftigen Vergnügens und bekannt aus Presse und TV, ist Held eines witzigen Internet-Games. Als Nacktwanderer macht er ein verschneites Fantasie-Appenzell unsicher, grüsst unver

  • Soloman am 26.04.2009 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Geld machen.

    Auch ich huldige der Nacktheit in der Natur. Nur, will ich keine zufälligen Zuschauer haben. Darum ab in einen schönen Bergwald im Berner Oberland. Da kann man blütteln, ohne Zuschauer und bei jedem Wetter. Zuschauer höchstens die grossen Vögel. Die stört es nicht. Bussen bringen Geld, auch dafür!