St. Gallen in Sion

28. Juli 2014 06:16; Akt: 28.07.2014 07:06 Print

FCSG-Fans wollten Krawall statt Raclette

Die St. Galler Fans wurden in Sion mit Weisswein und Raclette empfangen. Einige konnten mit der freundlichen Geste nichts anfangen und zogen es vor, Pyros zu zünden.

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Gratis Weisswein, gratis Raclette –selbst gratis Eintritsskarten erwarteten die Anhänger des FCSG vor dem Auswärtsspiel gegen den FC Sion am Samstag. Dessen Präsident Christian Constantin wollte etwaige Chaoten und den Gästen mit der Geste milde stimmen. Doch die «Hartgesottenen» unter den St. Galler Fans trotzten: «Nicht mit uns», schallte es aus ihren Megafonen. Statt die Gastfreundschaft der Walliser zu geniessen, zündeten sie Pyros. Und versuchten gemäss «SonntagsBlick», den Heimsektor zu stürmen.

Dabei ist der FC Sion bei den Espen gar nicht verhasst, wie Szenekenner sagen. «Aber wir mögen es nicht, wenn man sich anbiedert», so ein langjähriger Fan. Und genau das habe Constantin gemacht. Man wolle sich nicht kaufen lassen. Die Geste des Sion-Präsidenten wurde auch in den eigenen Reihen nicht überall goutiert, wie höhnische Reaktionen der Sion-Fans zeigten.

Die Gastfreundschaft nicht verdient

Michi Blatter vom St.Galler Dachverband 1879 glaubt nicht, dass sich die Krawallprobleme mit Raclette und Weisswein lösen lassen. Constantins Erwartungen, Krawallmacher so einfach zu besänftigen, seien wohl unrealistisch gewesen.

Zustimmung erhält Blatter im offiziellen FCSG-Fanforum: «Der gute, alte Constantin wahr wohl etwas naiv», schreibt ein Nutzer. Für die Chaoten vom Samstag indes haben die meisten nur Verachtung übrig: Sie hätten die Gastfreundschaft nicht verdient heisst es über die «erbärmlichen Auswärtsfahrer.» Bitter war für die Fans dann auch die 0:1-Niederlage gegen Sion.

Bleibt der Gästesektor ab jetzt zu?

Constantin selber ärgert sich. Das Verhalten mancher Fans sei «nicht in Ordnung» gewesen. Er überlege sich, den Gästesektor generell zu sperren. Allein letzte Saison habe er wegen Pyro-Vorfällen 180'000 Franken bezahlt. Dennoch spricht er gegenüber 20 Minuten von «sympathischen St. Galler Fans», die sich mehrheitlich korrekt verhalten hätten. Constantin: «Ich werde jetzt Bilanz ziehen und dann schauen wie es weitergeht.»

(tso)